Feng Shui Ratgeber

2017 – der Dezember in Zahl3n

Von Bodo Trieb

Mit diesem neuen Monat läuten wir das Ende des Jahres ein. 31 Tage lang werden wir Zeit haben, uns vom alten Jahr zu verabschieden und uns auf ein neues Jahr einzustimmen. Erfahrungsgemäß werden wir uns aber von sehr vielen Dingen ablenken lassen, so dass ein innehaltendes Betrachten Gefahr läuft, zu kurz zu kommen.

der Dezember in Zahl3n

© Bodo Trieb

Es gab Zeiten, da wurde der Dezember Christmonat genannt. Macht Sinn, schließlich wird das Fest der Christen, Weihnachten, in diesem Monat gefeiert. Er hieß auch Heilmond, weil Christus in dieser Zeit das Heil brachte. Doch vor der Christianisierung sprach man in unseren Breiten vom Julmond. In diesem Monat wurde das Julfest gefeiert, das germanische Fest der Wintersonnenwende. Am 21. Dezember werden wir in diesem Jahr den kürzesten Tag des Jahres erleben, welcher übrigens für die Bewohner der Südhalbkugel der längste Tag des Jahres sein wird.
Ob kurz, ob lang, er hat uns uns einiges zu erzählen, der Dezember.

Irgendwie passt es in die Zeit und in den Monat, was die Zahl3n uns mitteilen wollen. Wenn wir uns anschauen, was im letzten Teil des Jahres steckt, offenbart sich uns ein ausgeprägter Geltungsdrang, welcher manche dazu veranlassen könnte, sich eher selbst im Mittelpunkt des Geschehens zu erleben als andere. Da drängt sich sinnigerweise der Gedanke an einen Platzhirsch auf. Viel schlimmer ist für mich der ebenfalls passende Gedanke an „Säbelrasseln“, was unglücklicherweise einige der Machtinhaber dieser Welt nur allzu gerne tun. Hinzu kommt eine stark ausgeprägte Neigung zu überzogener Selbstdarstellung. „Wo ich bin, ist vorne“ wird nicht „nur so“ daher gesagt, die meinen es auch so und wollen sich mit allem, was sie tun, ein Denkmal setzen. Das kann erschreckend wirken und noch erschreckendere Ausmaße annehmen.
Willensstarke, selbstbezogene Antriebsimpulse zur Verwirklichung ihrer Ideen wirken an dieser Stelle nicht wirklich entspannend. „Kopfgesteuert“ klingt in diesem Zusammenhang zu harmlos. Wenn’s sein muss, darf es auch gerne „mit dem Kopf durch die Wand“. gehen Hoffentlich haben die sich auch vorher reiflich überlegt, was sie im Nachbarzimmer wollen.
Wenig hilfreich scheint hier die unendliche Kreativität zu sein, mit welcher uns der Monat ausstattet. Alles scheint machbar zu sein, so dass das Bauen von „Luftschlössern“ durchaus Hochkonjunktur haben könnte.

Wir bekommen es auch mit rascher Auffassungsgabe zu tun, welche gepaart mit steigerungsfähigem Denkvermögen einher geht, ohne dass die vormals pädagogisch so gepriesenen „leichten Schläge auf den Hinterkopf“ notwendig würden. Hand in Hand geht dieses Potential mit einer deutlich sichtbaren Neigung zum Grübeln. Denken kann zum Selbstzweck werden, vor lauter Denken gibt es kaum ‚denkbare‘ Wege zu einer Entscheidungsfindung. Damit kann das Realisieren von Ideen oder Visionen schwerfallen, weil der Weg zum Ziel oft nicht klar erkannt wird. Tja, was ein verklärter Blick so alles ausmachen kann.
Und so sollte es uns nicht wundern, dass Beweglichkeit vornehmlich im Denken stattfindet und auch ein Sich-etwas-schön-reden an der Tagesordnung durchaus zu beobachten sein wird. Irgendwie müssen ja die Handlungsdefizite geschickt überspielt werden.

Alles das könnte es sein, was die Herrschaften mit den rasselnden Säbeln davon abhält, große Dummheiten zu machen. Hoffe ich.

Alle Jahre wieder kommt das, was mal mit dem Bestreben, eine-kleine Freude zu machen, begonnen hat und inzwischen groteske Formen angenommen hat. In meinen Augen. Es fing im Spätsommer mit dem Auftauchen von Spekulatius und Weihnachtsgebäck in den Supermärkten an, und geht in diesem Monat unaufhaltsam seinem schrägen Höhepunkt entgegen. Der schnöde Mammon steht im Zentrum der Begierde, die Fixierung auf Geld und materiellen Reichtum. Die einen wollen es unbedingt haben, die anderen geben es bereitwillig aus. Dieses ausgeprägte Streben nach Genuss und Fülle dient nicht selten dazu, ein schlechtes Gewissen zu besänftigen oder um unbefriedigendes Handeln zu kompensieren. In unseren Tagen spricht man hier von ‚Frustkäufen‘. Dass dafür sogar Schulden gemacht werden, wollen wir auf keinen Fall ausschließen.
Ja, auch das steht in den Zahl3n des Monats.

An dieser Stelle wundert es mich nicht, dass die Welt danach strebt, eine stabile und solide Basis für das Denken und Handeln zu finden. Denn auch das ist etwas, das der Heilmond von uns möchte. Da die Welt sich nicht ändern lässt, müssen wir für uns selbst den Anfang machen und darauf bauen, dass unser Beispiel Schule macht. Damit sollte ein „Erkenne-dich-selbst“ zu einem wichtigen Thema werden, auf dass wir uns selbst ehrlich und selbstkritisch betrachten. Wenn wir feststellen, dass wir etwas ändern wollen und auch was wir für uns selbst verändern wollen, sollten wir zielgerichtet zu Werke schreiten. Idealerweise lassen wir dabei die Säbelrasslern weit hinter uns und entwickeln eine Empfindsamkeit, die uns und denen, mit denen wir es zu tun haben, hilfreich unterstützt.

Einen entschleunigten Monat mit vielen besinnlichen Momenten wünscht uns allen
Bodo Trieb

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