Architektur

Schlafzimmer-Einrichtung in großen Altbau-Räumen

© - Irmgard Brottrager

In 90% der Fälle hat man bei Planungen mit Platzmangel zu kämpfen, doch es gibt auch Wohnungen, die fast zu groß sind. Um sie bis in die letzte Ecke mit Leben zu füllen und auch gemütlich zu machen, sind Ideen gefragt.

Blick Richtung Fensterwand, Raum(mit)gestaltung + Foto (C) Irmgard Brottrager

Blick Richtung Fensterwand, Raum(mit)gestaltung + Foto (C) Irmgard Brottrager

 

Die Planung beginnt bei der Aufteilung der Räume und Zuordnung von Funktionen. Bei der hier vorgestellten Umgestaltung einer Altbauwohnung in der Obersteiermark kam das Elternschlafzimmer im ehemaligen Wohnzimmer zu liegen und ein Kinderzimmer im ehemaligen Elternzimmer. Die früher kleinen Kinderzimmer wurden zu einem neuen großen Wohnraum zusammengefasst. Die Ruheräume sind jetzt alle nordseitig angeordnet und deutlich größer als notwendig. Nun galt es, die vielen Quadratmeter mit Leben zu füllen – aber nicht mit Überfülle, sondern mit einer reduzierten Formensprache. (mehr …)


Zusammenlegung von Räumen: Weniger Zimmer – mehr Raum!

© - Irmgard Brottrager

Im Zuge eines Umbaues einer Altbau-Wohnung in der Obersteiermark entstand aus zwei Kinderzimmern und einem Flur ein neues Wohnzimmer. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Blick Richtung TV-Wandr, Raum(mit)gestaltung + Foto (C) Irmgard Brottrager

Blick Richtung TV-Wand, Raum(mit)gestaltung + Foto (C) Irmgard Brottrager

 

Das alte Wohnzimmer lag nicht nur sehr weit von der Küche entfernt, sondern auch noch nordseitig. Eine Situierung direkt im Anschluss an die Küche war leider nicht möglich, weil eine fensterlose Diele angrenzte. Daher wurde die Diele zur Wohndiele erklärt und zusammen mit dem neuen Wohnraum entstand ein sehr großzügiges Raum-Kontinuum, in der sich das Familienleben frei entfalten kann Vor allem für die drei kleinen Kinder ist nun reichlich Bewegungsraum vorhanden, aber auch die sportlichen Eltern wissen die neue Bewegungsfreiheit zu schätzen. (mehr …)


Feng-Shui-Praxis: Belichtung einer fensterlosen Diele

© - Irmgard Brottrager

Wie belichtet man einen fensterlosen Innenraum? Wenn man die Altbau-Wohnung in der Obersteiermark heute sieht, möchte man nicht glauben, dass sie mal ein Belichtungsproblem hatte. Alles wirkt strahlend weiß und lichtdurchflutet.

Blick vom Flur in die Diele, Raum(mit)gestaltung + Foto (C) Irmgard Brottrager

Blick vom Flur in die Diele, Raum(mit)gestaltung + Foto (C) Irmgard Brottrager

 

Am Anfang war ein dynamisches junges Paar mit Kleinkind, das in die Altbau-Wohnung eines Elternteils ziehen wollte, nachdem die Eltern ins Nachbarhaus übersiedelt waren. Die Traumwohnung schien es nicht zu sein, trotz zentraler Lage und schönen Ausblicken im obersten Stockwerk eines gepflegten Stadthauses. Platz war mehr als genug vorhanden, jedoch war die Belichtung der Räume alles andere optimal. Vor allem die innen liegende große Diele bereitete Kopfzerbrechen, weil sie kein einziges Fenster hatte. Den darüber liegenden Dachboden wollte man nicht antasten. Zwar hätte man einen Lichtkamin bauen können, aber das hätte wenig gebracht. Da war guter Rat gefragt und Gott sei Dank gibt es in Graz eine fengshui-versierte Innenarchitektin! (mehr …)


Eigener Sonnenstrom vom Balkon

© - Irmgard Brottrager

Mini-Solaranlagen für Fassaden, Vordächer, Balkone und Terrassen machen eine teilweise Eigenversorgung mit Strom möglich und sind auch für Mietwohnungen geeignet. Doch bringen sie auch was?

 

Wenn umweltbewusste Konsumenten hören, dass man irgendwo Energie und Kosten einsparen kann, sind sie schnell zu Investitionen bereit. In Deutschland sollen bereits zigtausende Mini-Module in Betrieb sein. Die Sehnsucht nach Unabhängigkeit ist offenbar groß! Aber nicht jeder Aufwand lohnt sich – weder für die Umwelt noch für den Geldbeutel. Am Ende wird oft nur zusätzlicher Müll produziert mit allen negativen Begleiterscheinungen wie Vergeudung von Ressourcen, unnötigem Elektro-Smog und Verkomplizierung des Lebens. (mehr …)


Gesundes Wohnen im Strohballen-Sonnenhaus

© - Gastautor

Bei der Planung ihres Eigenheims hatten die Wohngesundheit und eine umweltfreundliche Energieerzeugung für Anna und Nicolas Louchet erste Priorität. Deshalb bauten sie ein weitgehend solar beheiztes Strohballenhaus. In ihrem Sonnenhaus am Chiemsee genießen sie einen hohen Wohnkomfort bei extrem niedrigen Energiekosten. Im ersten Jahr haben sie nur einen Raummeter Holz verbraucht.

Seit dem Sommer 2015 lebt Familie Louchet in ihrem weitgehend solar beheizten Strohballenhaus. Im ersten Winter verbrauchten sie nur einen Raummeter Holz zum Nachheizen.

Seit dem Sommer 2015 lebt Familie Louchet in ihrem weitgehend solar beheizten Strohballenhaus. Im ersten Winter verbrauchten sie nur einen Raummeter Holz zum Nachheizen.
(Foto: Sonnenhaus-Institut / Petra Höglmeier)

Straubing, 15. November 2016. Anna und Nicolas Louchet sind viel in der Welt herumgekommen. Sie sind durch Indien gereist, waren in Thailand, Südamerika und vielen anderen Ländern. „Dort haben wir gesehen, wie die Leute mit lokalen Materialien bauen, das hat uns gefallen“, erzählt der 40-Jährige Nicolas Louchet. Als sie selbst bauen wollten, haben sie dies zu ihrem Leitgedanken gemacht: Es sollten so wenig industrielle Materialien wie möglich zum Einsatz kommen – statt dessen Holz, Stroh und Lehm aus der Umgebung. Dabei hat auch die Baubiologie eine Rolle gespielt, die für sie eine hohe Priorität hatte. Mit einem Strohballenhaus mit lehmverputzten Wänden sahen sie ihr Ziel erfüllt. Und damit sie auch bei der Energieversorgung lokale Ressourcen nutzen, kombinierten sie das ökologische Baukonzept mit dem Sonnenhaus-Heizkonzept. In ihrem Einfamilienhaus erzeugen 30 Quadratmeter Solarkollektoren den Großteil des Wärmebedarfs, im Winter heizt ein Stückholzofen zu. (mehr …)


Der Waben-Park in Favara: Entspannen über Beton

© - Jasmin Barber

Die Idee überzeugt durch ihre Einfachheit: Mit einem Wabensystem wird in kürzester Zeit aus einer innerstädtischen Betonfläche eine öffentliche Grünanlage. Der Park, den das italienische Architektenbüro OFL auf diese Weise realisiert hat, trägt den sprechenden Namen „Zighizaghi“.

Tatsächlich verlaufen die Wege durch die neue Grünanlage nicht sehr geradlinig. Der „Zighizaghi“-Park setzt sich nämlich zusammen aus vielen, gleich großen Wabenelementen. Manche dieser Waben sind aus massivem Holz gefertigt, andere sind grün bepflanzt. Es gibt Sitzgelegenheiten, Lautsprecher und Lampen.

Natur in der Stadt

Die Architekten haben ihren Wabenpark zudem interaktiv gestaltet. So ergeben sich nicht nur Gelegenheiten der Begegnung mit anderen Besuchern auf den Waben mit Sitzgelegenheiten. Lampen und Lautsprecher reagieren auf Berührung. Geräusche aus der Natur gelangen so mitten in die Stadt. Im dicht bebauten sizilianischen Favara dürfte das ansonsten sehr selten sein. (mehr …)


Baubotanik: Bauen mit Bäumen

© - Jasmin Barber

Als Kind hatte ich einen Lieblingsbaum. Es war ein Goldregen, der direkt am Gartenzaun stand. Er war schon recht alt und sehr gut zum Klettern geeignet. Gern saß ich in seinen Zweigen und betrachtete die Welt von oben. Dass ich so gut hinauf kam auf die Äste, war einer Besonderheit geschuldet: Der Baumstamm war mit dem Gartenzaun so verwachsen, dass sich für mich die passende Kletterhilfe ergab.

Baubotanik zum Anfassen: Weidendom im IGA-Park Rostock im Jahr 2013

Baubotanik zum Anfassen: Weidendom im IGA-Park Rostock im Jahr 2013
(Foto: Marcus Sümnick)

Ganz zu Beginn ist wahrscheinlich der Zaun dem Baum eine Stütze gewesen. Dann irgendwann werden sie die Rollen getauscht haben: Der Baum übernahm die führende Rolle und umschloss den Zaun mit seinem wachsenden Holz. Schließlich sah es so aus, als ob der Zaun nur deshalb noch gerade stünde, weil der kräftige Baumstamm ihn hielt.

Holz verwächst mit Stahl

Diesen Mechanismus der Natur nutzt die Baubotanik. Sie verbindet mit ihren Konstruktionen lebendiges Holz mit herkömmlichen Bauteilen aus Stahl oder anderen Materialien. Das geschieht über einen Zeitraum von mehreren Jahren, in dem die Holzpflanzen immer mehr untereinander und mit den Bauteilen verwachsen. So entsteht im Laufe der Zeit eine tragende, fest verwachsene Konstruktion aus den Pflanzen und dem hinzugefügten Material. Häuser sind auf diese Weise noch nicht entstanden, wohl aber Brücken, Aussichtsplattformen oder Pavillons.

Symbiose aus Holz und Stahl: Entstehung eines lebendigen Bauwerks

Symbiose aus Holz und Stahl: Entstehung eines lebendigen Bauwerks
(Foto: Trains & Trails / Flickr)

Der Begriff der Baubotanik entstand an der Universität Stuttgart. Dort beschäftigt sich seit einigen Jahren ein interdisziplinäres Forscherteam mit dieser Art des Bauens. Bei der Baubotanik geht es darum, aus einzelnen Pflanzen und verschiedenen Bauteilen ein neues, gemeinsames, lebendiges Bauwerk entstehen zu lassen. Die Bäume dienen hier nicht als Beiwerk, sondern werden im Laufe der Zeit wichtigster Teil der Gesamtkonstruktion. (mehr …)


Leben unter einem Dach aus Erde

© - Jasmin Barber

Neu ist diese Wohnform im Grunde genommen nicht: Schon vor mehr als tausend Jahren haben die Wikinger ihre Behausungen unter die Erde verlegt, um vor der Kälte geschützt zu sein. Moderne Erdhügelhäuser nutzen ebenfalls die isolierende Wirkung der Erde. Sie haben aber mit dunklen Höhlen nichts mehr gemeinsam.

Idylle pur im Auenland: Vielleicht haben die Erdhügelhäuser der Hobbits einen Beitrag dazu geleistet, dass Wohnen unter der Erde populärer geworden

Idylle pur im Auenland: Vielleicht haben die Erdhügelhäuser der Hobbits einen Beitrag dazu geleistet, dass Wohnen unter der Erde populärer geworden ist (Foto: Chris Watts)

Unter der Erde wohnen? Das klingt in meinen Ohren nach dunklen, feuchten, engen Räumen. Es liegt vielleicht daran, dass ich eine Zeit lang ein Zimmer im Souterrain hatte. Meine Erfahrung: Das Wort Souterrain klingt viel zu freundlich für das, was es bedeutet. Licht kam nur in sehr geringer Menge in den halb unterirdisch gelegenen Raum. Die Feuchtigkeit war vielleicht nicht messbar, aber immer fühlbar. Das Zimmer im Souterrain entwickelte für mich nicht mehr Charme als irgendein Kellerraum. (mehr …)