Architektur

Gesundes Wohnen im Strohballen-Sonnenhaus

© - Gastautor

Bei der Planung ihres Eigenheims hatten die Wohngesundheit und eine umweltfreundliche Energieerzeugung für Anna und Nicolas Louchet erste Priorität. Deshalb bauten sie ein weitgehend solar beheiztes Strohballenhaus. In ihrem Sonnenhaus am Chiemsee genießen sie einen hohen Wohnkomfort bei extrem niedrigen Energiekosten. Im ersten Jahr haben sie nur einen Raummeter Holz verbraucht.

Seit dem Sommer 2015 lebt Familie Louchet in ihrem weitgehend solar beheizten Strohballenhaus. Im ersten Winter verbrauchten sie nur einen Raummeter Holz zum Nachheizen.

Seit dem Sommer 2015 lebt Familie Louchet in ihrem weitgehend solar beheizten Strohballenhaus. Im ersten Winter verbrauchten sie nur einen Raummeter Holz zum Nachheizen.
(Foto: Sonnenhaus-Institut / Petra Höglmeier)

Straubing, 15. November 2016. Anna und Nicolas Louchet sind viel in der Welt herumgekommen. Sie sind durch Indien gereist, waren in Thailand, Südamerika und vielen anderen Ländern. „Dort haben wir gesehen, wie die Leute mit lokalen Materialien bauen, das hat uns gefallen“, erzählt der 40-Jährige Nicolas Louchet. Als sie selbst bauen wollten, haben sie dies zu ihrem Leitgedanken gemacht: Es sollten so wenig industrielle Materialien wie möglich zum Einsatz kommen – statt dessen Holz, Stroh und Lehm aus der Umgebung. Dabei hat auch die Baubiologie eine Rolle gespielt, die für sie eine hohe Priorität hatte. Mit einem Strohballenhaus mit lehmverputzten Wänden sahen sie ihr Ziel erfüllt. Und damit sie auch bei der Energieversorgung lokale Ressourcen nutzen, kombinierten sie das ökologische Baukonzept mit dem Sonnenhaus-Heizkonzept. In ihrem Einfamilienhaus erzeugen 30 Quadratmeter Solarkollektoren den Großteil des Wärmebedarfs, im Winter heizt ein Stückholzofen zu. (mehr …)


Der Waben-Park in Favara: Entspannen über Beton

© - Jasmin Barber

Die Idee überzeugt durch ihre Einfachheit: Mit einem Wabensystem wird in kürzester Zeit aus einer innerstädtischen Betonfläche eine öffentliche Grünanlage. Der Park, den das italienische Architektenbüro OFL auf diese Weise realisiert hat, trägt den sprechenden Namen „Zighizaghi“.

Tatsächlich verlaufen die Wege durch die neue Grünanlage nicht sehr geradlinig. Der „Zighizaghi“-Park setzt sich nämlich zusammen aus vielen, gleich großen Wabenelementen. Manche dieser Waben sind aus massivem Holz gefertigt, andere sind grün bepflanzt. Es gibt Sitzgelegenheiten, Lautsprecher und Lampen.

Natur in der Stadt

Die Architekten haben ihren Wabenpark zudem interaktiv gestaltet. So ergeben sich nicht nur Gelegenheiten der Begegnung mit anderen Besuchern auf den Waben mit Sitzgelegenheiten. Lampen und Lautsprecher reagieren auf Berührung. Geräusche aus der Natur gelangen so mitten in die Stadt. Im dicht bebauten sizilianischen Favara dürfte das ansonsten sehr selten sein. (mehr …)


Baubotanik: Bauen mit Bäumen

© - Jasmin Barber

Als Kind hatte ich einen Lieblingsbaum. Es war ein Goldregen, der direkt am Gartenzaun stand. Er war schon recht alt und sehr gut zum Klettern geeignet. Gern saß ich in seinen Zweigen und betrachtete die Welt von oben. Dass ich so gut hinauf kam auf die Äste, war einer Besonderheit geschuldet: Der Baumstamm war mit dem Gartenzaun so verwachsen, dass sich für mich die passende Kletterhilfe ergab.

Baubotanik zum Anfassen: Weidendom im IGA-Park Rostock im Jahr 2013

Baubotanik zum Anfassen: Weidendom im IGA-Park Rostock im Jahr 2013
(Foto: Marcus Sümnick)

Ganz zu Beginn ist wahrscheinlich der Zaun dem Baum eine Stütze gewesen. Dann irgendwann werden sie die Rollen getauscht haben: Der Baum übernahm die führende Rolle und umschloss den Zaun mit seinem wachsenden Holz. Schließlich sah es so aus, als ob der Zaun nur deshalb noch gerade stünde, weil der kräftige Baumstamm ihn hielt.

Holz verwächst mit Stahl

Diesen Mechanismus der Natur nutzt die Baubotanik. Sie verbindet mit ihren Konstruktionen lebendiges Holz mit herkömmlichen Bauteilen aus Stahl oder anderen Materialien. Das geschieht über einen Zeitraum von mehreren Jahren, in dem die Holzpflanzen immer mehr untereinander und mit den Bauteilen verwachsen. So entsteht im Laufe der Zeit eine tragende, fest verwachsene Konstruktion aus den Pflanzen und dem hinzugefügten Material. Häuser sind auf diese Weise noch nicht entstanden, wohl aber Brücken, Aussichtsplattformen oder Pavillons.

Symbiose aus Holz und Stahl: Entstehung eines lebendigen Bauwerks

Symbiose aus Holz und Stahl: Entstehung eines lebendigen Bauwerks
(Foto: Trains & Trails / Flickr)

Der Begriff der Baubotanik entstand an der Universität Stuttgart. Dort beschäftigt sich seit einigen Jahren ein interdisziplinäres Forscherteam mit dieser Art des Bauens. Bei der Baubotanik geht es darum, aus einzelnen Pflanzen und verschiedenen Bauteilen ein neues, gemeinsames, lebendiges Bauwerk entstehen zu lassen. Die Bäume dienen hier nicht als Beiwerk, sondern werden im Laufe der Zeit wichtigster Teil der Gesamtkonstruktion. (mehr …)


Leben unter einem Dach aus Erde

© - Jasmin Barber

Neu ist diese Wohnform im Grunde genommen nicht: Schon vor mehr als tausend Jahren haben die Wikinger ihre Behausungen unter die Erde verlegt, um vor der Kälte geschützt zu sein. Moderne Erdhügelhäuser nutzen ebenfalls die isolierende Wirkung der Erde. Sie haben aber mit dunklen Höhlen nichts mehr gemeinsam.

Idylle pur im Auenland: Vielleicht haben die Erdhügelhäuser der Hobbits einen Beitrag dazu geleistet, dass Wohnen unter der Erde populärer geworden

Idylle pur im Auenland: Vielleicht haben die Erdhügelhäuser der Hobbits einen Beitrag dazu geleistet, dass Wohnen unter der Erde populärer geworden ist (Foto: Chris Watts)

Unter der Erde wohnen? Das klingt in meinen Ohren nach dunklen, feuchten, engen Räumen. Es liegt vielleicht daran, dass ich eine Zeit lang ein Zimmer im Souterrain hatte. Meine Erfahrung: Das Wort Souterrain klingt viel zu freundlich für das, was es bedeutet. Licht kam nur in sehr geringer Menge in den halb unterirdisch gelegenen Raum. Die Feuchtigkeit war vielleicht nicht messbar, aber immer fühlbar. Das Zimmer im Souterrain entwickelte für mich nicht mehr Charme als irgendein Kellerraum. (mehr …)


Peter Zumthor: Was ist eigentlich ein Haus?

© - Long Wang

Peter Zumthor gehört zu den renommiertesten zeitgenössischen Architekten weltweit. Seine Liebe zu Wasser, Stein, Licht und Schatten spiegelt sich in seinen Bauwerken wieder. Symbolhaft stehen diese Elemente für die elementaren Kräfte der Natur. Frappierend dabei: Die unbewusste Nähe zum Feng Shui.

Therme in Vals: Zwei Jahre nach Fertigstellung wurde das Bauwerk zum Denkmal erklärt

Therme in Vals: Zwei Jahre nach Fertigstellung wurde das Bauwerk zum Denkmal erklärt (Architektur: Peter Zumthor, Foto: Felipe Camus)

Immer wieder berichten wir über Themen rund um Architektur und Hausbau. Diese fundamentale Frage haben wir uns jedoch noch nie gestellt: Was ist eigentlich ein Haus? Peter Zumthors Antwort darauf überrascht zunächst. Für ihne ist ein Haus nicht nur ein Raum für Menschen, sondern auch ein Speicher der Vergangenheit und die Rekonstruktion eines Gefühls. Feng Shui Interessierten mag dies bei genauerer Betrachtung nicht neu erscheinen… Doch seht selbst:

(mehr …)


Feng Shui: Verwirrung mit „Blickrichtung“

© - Hedwig Seipel

Klassische Feng-Shui-Texte sind für uns kaum verständlich, weil sie in der chinesischen Sprache verfasst sind. Jede Übersetzung versucht zwar Klarheit zu schaffen, doch gleichzeitig entstehen dabei auch Verwirrungen. Häufig bekommt dabei ein Begriff unterschiedliche Bedeutungen. So hat auch die „Blickrichtung“ eine mehrfache Bedeutung. Gestern erreichte mich die Frage einer Blogleserin, welche Richtung beim Liegen als Blickrichtung gemeint sei. Eine gute und wichtige Frage, die ich gerne beantworte.

Je nachdem, ob Sie sitzen oder liegen, bedeutet die "Blickrichtung" etwas anderes.

Je nachdem, ob Sie sitzen oder liegen, bedeutet die „Blickrichtung“ etwas anderes.

„Blickrichtung“ bedeutet zuerst die Richtung des Blicks. Der Blick kann sich im Feng Shui auf eine Person oder auch auf ein Haus bzw. ein Grundstück beziehen.

Über die Blickrichtung eines Hauses können Sie gerne im Beitrag „Wo ist vorne?“ nachlesen.

Bei Personen brauchen wir die „Blickrichtung“ in Verbindung mit den sogenannten „persönlichen Richtungen“, die anhand der Kua-Zahl ermittelt werden. (mehr …)


Feng Shui: Auf welcher Achse wohnst Du? (Teil 2)

© - Hedwig Seipel

Im ersten Teil des Beitrags haben Sie erfahren, dass jede Wohnung und jedes Haus eine eigene Feng-Shui-Achse besitzen und wie diese bestimmt werden. Heute schauen wir uns die Bedeutung der einzelnen Achsen genauer an.

Glücklich bis ins hohe Alter zusammenleben. Diese Lebenssituation kann zur KUN-GEN-Achse passen.

Glücklich bis ins hohe Alter zusammenleben. Diese Lebenssituation kann zur KUN-GEN-Achse passen.

 

Die Basis für die Bedeutung der einzelnen Achsen liefern die Acht Trigramme. Sie beinhalten Entsprechungen zu allen Aspekten des Lebens und der Natur. Daraus wurden in vereinfachter Form die sogenannten Lebensthemen abgeleitet. Jede Himmelsrichtung steht in einer assoziativen, unbewussten Verbindung auf der geistigen Ebene mit den wichtigen Themen im Leben. Die Achse des Hauses bzw. der Wohnung verbindet zwei Richtungen und erlaubt damit eine Reflexion auf den Lebensweg der Bewohner.

Hier die Bedeutung der einzelnen Achsen: (mehr …)


Ökologisches Bauen – Trend oder Notwendigkeit?

© - Linus Gommert

Für viele Jahre stand bei Häuslebauern im Mittelpunkt, sich schlichtweg das eigene Traumhaus zu erschaffen. Wer auf eine besonders ökologische Bilanz und einen niedrigen Energieverbrauch achtete, galt als fortschrittlich. Heute sieht es völlig anders aus. Mittlerweile greift der Gesetzgeber massiv ein und fordert sogar, dass Neubauten möglichst ökologisch errichtet werden müssen.

Ökologisches Bauen ist ein Schritt in Richtung Energiewende! Dabei können neben einer guten Dämmung und modernen Heizungen auch Holzhäuser zum Einsatz kommen.

Ökologisches Bauen ist ein Schritt in Richtung Energiewende! Dabei können neben einer guten Dämmung und modernen Heizungen auch Holzhäuser zum Einsatz kommen.
(Foto: Kansas State University)

Bereits 2008 wurde entschieden, dass Neubauten mit wesentlich weniger Energie auskommen müssen als früher. Das regelt mitunter die EnEV, auch als Energiesparverordnung bekannt. Im Jahr 2016 tritt die nächste Stufe in Kraft, die wiederum den Energiestandard für Neubauten massiv verschärft. Doch wie können Bauherren sicherstellen, dass sie den Vorgaben entsprechen? Gibt es vielleicht Alternativen zu den üblichen Steinhäusern? (mehr …)