Feng Shui Ratgeber

Durch „Feng Shui Plünderer“ bedroht: Han-Gräber von Mawangdui

Von Long Wang

China. Die Han-Gräber von Mawangdui werden weiter geplündert. Dabei haben es die Räuber nicht auf Grabbeigaben abgesehen. Sondern sie wollen die Erde, die eine Mumie über 2000 Jahre lang konservierte und nunmehr wegen ihres „guten Feng Shui“ für die Zubereitung marinierter Eier oder für die Verwendung in privaten Gartenanlagen geschätzt wird.

Mumie von Mawangdui: War Feng Shui dafür verantwortlich, dass sie so gut erhalten blieb?

Mumie von Mawangdui: War Feng Shui
dafür verantwortlich, dass sie so gut
erhalten blieb? (Foto: Xiao Chen)

Chinesische Forscher fanden in den Siebzigerjahren in der Grabanlage des Markgrafen von Dai eine vollständig erhaltene, weibliche Mumie. Diese wies keinerlei Verwesung auf, aufgrund einer Autopsie konnte festgestellt werden, dass die Frau mit ca. fünfzig Jahren einem Herzinfarkt erlag.

Mit der Mumie wurden zahlreiche weitere Artefakte gefunden, darunter der vollständig erhaltene Sarg, verschiedene Siegel, die darauf hinwiesen, dass das Grab für den „Marquis von Dai“ und seiner Familie gedacht war, weiterhin berühmte Seidenmalereien und Seidenbücher, so z. B. das „Buch der Wandlungen„. Ebenso wurden Landkarten, Musikinstrumente und unterschiedlich beschriebene Bambustäfelchen, die das Inventarbuch darstellen, gefunden.

Die Grabanlage stammt aus der Han Dynastie, die 202 v. Chr. bis 220 n. Chr. ihre Blüte hatte, und befindet sich in der Provinz Hunan. Die gefundene Mumie ist damit 2100 Jahre alt, das Grab liegt auf dem kleinen Hügel von Mawangdui, beide sind laut Aussagen chinesischer Archäologen durch Plünderung gefährdet.

Hierbei handelt es sich allerdings nicht um simple Grabplünderei, sondern um die Erde, die das Grab umgibt und in der die Mumie gebettet lag. Anwohner halten sie für heilig und schätzen das gute Feng Shui dieses Ortes, das die Erde ihrer Ansicht nach höherwertig und besser macht. Immer wieder wurde heimlich Erde aus dem Grab und seiner Umgebung entnommen und in den eigenen Gartenanlagen verwendet, ebenso diente sie für die Zubereitung marinierter Eier.

Nun droht das Grab nach und nach zusammenzufallen. Obwohl alle Artefakte längst aus dem Grab geholt und im Provinzmuseum von Hunan untergebracht und ausgestellt wurden, bergen die immer größeren Löcher der Grabanlage, die durch das zahlreiche Abtragen entstanden sind, die Gefahr, den Gesamtkomplex ernsthaft zu beschädigen.

Mumie und Grabbeigaben im Hunan Provinzmuseum

Leider können die Anlagen dennoch nicht ausreichend überwacht werden. Der Hügel von Mawangdui wird durch das Provinzmuseum und ein Pflegeheim verwaltet, weshalb nicht genügend Sicherheitskräfte zur Verfügung stehen. Die Regierung gewährt in diesem Fall keinerlei Subventionen oder andere Vergütungen, lediglich zwei Ticketverkäufer und einige Freiwillige kümmern sich um den Gesamtkomplex, so können die Einheimischen nicht überwacht und aufgehalten werden.

Zustände wie diese bilden in Mawangdui keine Ausnahme. Auch in einer der ältesten Befestigungsanlagen Henans kam es zu derartigen Zerstörungen, in diesem Fall verursacht durch Fabrikarbeiter. Die Ausrede der Behörden ist der Verweis darauf, dass einfach nicht genügend Geld zur Verfügung steht, um die antiken Schauplätze ausreichend zu überwachen und zu erhalten. So wird auch das Grab von Mawangdui seinem Schicksal erliegen und seine heilige Erde „Feng Shui-Plünderern“ vermachen, ohne dass dagegen viel getan werden kann.

www.everyday-feng-shui.de

Quellenangabe:

german.china.org.cn – Antikes Grab durch Erd-Plünderer bedroht

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