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E-Petition: Stoppt das EU-Verkaufsverbot von Heilpflanzen!

7. November 2010 - Long Wang

Im April 2011 soll eine neue EU-Richtlinie in Kraft treten, die den Verkauf und Vertrieb von Heilpflanzen, Kräutermischungen und Nahrungsergänzungsmitteln, die über keine Arzneimittelzulassung verfügen, verbietet. In einer E-Petition kann jeder Bundesbürger dafür eintreten, dass diese Richtlinie in Deutschland nicht greift.

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Bald verboten? Der gute alte Kamillentee (Foto: Debra Solomon)

Als wir den Aufruf zur E-Petition das erste Mal gelesen haben, dachten wir zunächst, es handele sich hier um eine dieser Ketten-Mails, die von Zeit zu Zeit dem SPAM-Filter entwischen. Doch beim genaueren Hinsehen, war schnell klar: Diese Sache ist wirklich ernst. Ab April 2011 soll eine neue EU-Richtlinie THMPD (Traditional Herbal Medical Product Directive) in Kraft treten, die den Vertrieb und Verkauf von Heilmitteln verbietet, die auf Kräutern und Heilpflanzen basieren.

Dies betrifft Teemischungen ebenso wie Nahrungsergänzungsmittel. Alle diese Präparate und Kräutermischungen werden als zulassungspflichtige Arzneimittel eingestuft und müssen um eine Marktzulassung zu erhalten einen Lizensierungsprozess der EU durchlaufen. Das bedeutet zunächst das Aus für viele TCM- und ayurvedischen Heilpflanzen. Aber auch eine Reihe von europäischen Heilpflanzen sind von dieser EU-Novelle betroffen und müssten aus dem Handel genommen werden.

Ein Streich der Pharma-Lobby?

Die Berliner Tageszeitung taz und andere große Blogs, wie z.B. www.gesundheitlicheaufklaerung.de, die sich um gesundheitliche Aufklärung bemühen, haben die Verantwortlichen hinter der EU-Richtlinie bereits gefunden: Die Pharma-Lobby. Da sich Heilpflanzen und Naturheilmittel nicht patentieren lassen, wurde mit dem Vorwand der “Bedenklichkeit von nicht ausreichend wissenschaftlich erforschten Naturpräparaten” die Billig-Apotheke aus der Natur schlichtweg “Schachmatt” gesetzt.

Die Kosten für ein Zulassungsverfahren eines Arzneimittels und dafür notwendige medizinische bzw. klinische Studien übersteigen schnell 100.000 Euro und mehr. Eine Summe, die sich kein Mittelständler und schon gar nicht ein selbständiger Naturheilpraktiker leisten könnte. Wir haben uns daraufhin gefragt, welche konkreten Bestimmungen enthält nun die neue EU-Richtlinie THMPD und gibt es Möglichkeiten diese zu umgehen. Folgende Zusammenfassung gibt einen Überblick (Quelle: www.ayurveda-verband.eu):

Zusammenfassung der EU-Richtlinie THMPD

Laut der Richtlinie werden Arzneimittel als solche definiert, die ausschließlich eine oder mehrere Kräutersubstanzen enthalten, vorausgesetzt dass alle zusätzlichen Vitamine oder Mineralien als Ergänzung enthalten sind. Es gibt zwei weit reichende Bestimmungen, die relevant sind.

Bestimmung 1:

Ein traditionelles Arzneimittel wird als solches zugelassen, wenn es die folgenden Voraussetzungen erfüllt:

  • Es wird ausschließlich in einer bestimmten Stärke und Dosierung verabreicht
  • Es handelt sich um eine Zubereitung, die zur oralen, äußerlichen und/oder zur Inhalation bestimmt ist
  • Es ist zur Anwendung ohne ärztliche Überwachung konzipiert und bestimmt
  • Es ist seit mindestens 30 Jahren in medizinischer Verwendung, davon mindestens 15 Jahre in der Europäischen Gemeinschaft (15-Jahre-Regel)
  • Es hat sich als unschädlich innerhalb der bestimmten Anwendungsbedingungen erwiesen (dies ist durch bibliographische Angaben oder Berichte von Sachverständigen nachzuweisen)
  • Seine pharmakologische Wirkung ist aufgrund langjähriger Anwendung und Erfahrung plausibel

Bestimmung 2:

Es müssen folgende Kriterien zum Nachweis von “Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit” gemäß dem Registrierungssystem für traditionelle Arzneimittel der Richtlinie THMPD 2004/24 erfüllt werden:

  • Qualität: Der Antragsteller sollte alle Qualitätsanforderungen der Richtlinie 2001/83 EC für lizenzierte Arzneimittel erbringen. Es wird eine Einhaltung des GMP-Standards (Good Manufacturing Practice – Gute Herstellungspraxis) sowie eine Herstellerlizenz, eine Großhändlerlizenz oder eine Importlizenz für Großhändler verlangt. Inhabern solcher Lizenzen muss eine qualifizierte Person (QP) zur Verfügung stehen.
  • Sicherheit: Es werden bibliographische Angaben zu den Sicherheitsdaten sowie ein Sachverständigenbericht benötigt. Die Präparate und deren Indikationen müssen für den rezeptfreien Verkauf geeignet sein. Zugelassen werden zuvor festgelegte medizinische Indikationen. Dies wird jedoch auf jene begrenzt, die für traditionelle Pflanzenpräparate zum Gebrauch ohne ärztlichen Rat oder ärztliche Überwachung geeignet sind.
  • Wirksamkeit: Bis dato besteht keine Verpflichtung zu Wirksamkeitstests oder -untersuchungen. Der geforderte Nachweis über die medizinische Anwendung über die letzten 30 Jahre hinweg signalisiert an und für sich, dass es sehr wohl Hinweise für die Wirksamkeit des Arzneimittels gibt. Die Produktetikettierung spiegelt dies durch die folgende Formulierung entsprechend wieder: Traditionelles Pflanzliches Arzneimittel zur Anwendung bei bestimmten Indikationen ausschließlich basierend auf langjähriger Anwendung.

Wie lässt sich die EU-Richtlinie THMPD verhindern?

Eine Möglichkeit dafür zu sorgen, dass die EU-Richtlinie in Deutschland nicht greift, ist die Unterzeichnung einer E-Petition an den Deutschen Bundestag. Noch bis zum 11. November kann man sich unter https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=14032 registrieren und mit seiner Unterzeichnung dafür eintreten, dass sich unsere parlamentarischen Vertreter im Bundestag mit diesem Thema auseinandersetzen. 50.000 Mitzeichner sind notwendig, damit dies geschieht – aktuell sind es bereits 47.000.

E-Petition: Keine Umsetzung des EU-Verkaufsverbotes für Heilpflanzen

Begründung der Petition

Es handelt sich um eine Richtlinie der EU zur Vereinheitlichung des Zulassungsverfahrens für traditionelle Kräuterzubereitungen, die medizinisch eingesetzt werden. Damit werden Naturprodukte zu medizinischen Produkten umdeklariert, die zugelassen werden müssen. In allen EU Ländern wird es dann verboten sein Heilkräuter oder Pflanzen zu verkaufen, die keine Lizenz haben.

Naturstoffe, denen man eine Heilwirkung zuschreibt werden nicht mehr als Lebensmittel eingestuft, sondern als Arznei. Nur was man patentieren und mit einer Schutzmarke im Handel monopolisieren kann ist erwünscht. Was einfach in der Natur wächst ist illegal.
Unsere Gesundheit wird dadurch nicht geschützt, sondern es werden die Umsätze und Profite der Grosskonzerne gesichert. Wir sollten selber entscheiden was gut für uns ist und welche Mittel wir nehmen, ob chemische Bomben oder sanfte Naturheilmittel.
Dadurch erfahren auch Krankenkassen eine Erleichterung weil immer mehr Leute dazu übergehen, Naturprodukte ohne Rezeptschein zu kaufen.
(Quelle: epetitionen.bundestag.de)

Das Everyday Feng Shui Team unterstützt die E-Petition

Das Team von Everyday Feng Shui unterstützt die E-Petition, da es bei der EU-Richtlinie um die Diskriminierung der ältesten medizinischen Traditionen der Welt zu Gunsten der Pharma-Industrie geht. Von dieser Diskriminierung betroffen sind nicht nur Feng Shui Berater, die Ihre Profession um Wissen und Heilmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin erweitert haben, sondern auch viele Berufskollegen benachbarter Disziplinen wie etwa Ayurveda sowie Heilpraktiker, die in süd-ost-asiatischer oder tibetischer Heiltradition stehen. Vor allen Dingen ist die EU-Richtlinie THMPD aber ein weiterer Verlust unserer Freiheit und Selbstbestimmung, denn unsere Abhängigkeit von der Pharma-Industrie wächst, wenn die Novelle 2011 in Kraft tritt.

www.everyday-feng-shui.de

4 Kommentare zu “E-Petition: Stoppt das EU-Verkaufsverbot von Heilpflanzen!”

  1. Stefan Brönnle

    …und wer gleich noch auf Europa-Ebene etwas tun will, kann dies hier:

    http://www.gopetition.com/petition/39757.html

    Grüße
    Stefan Brönnle

  2. Long

    Vielen Dank für die Ergänzung!

  3. E-Petition erfolgreich: Klares Votum gegen Pharma-Lobby

    [...] Umsetzung des EU-Verkaufsverbotes für Heilpflanzen vom 20.09.2010“. Nicht zuletzt durch unseren Aufruf sind nach Ablauf des gestrigen Tages insgesamt 121.819 Mitzeichnungen zustande gekommen! Damit [...]

  4. EU beabsichtigt Verkaufsverbot von Heilpflanzen | DrFischerOnline.com

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