Feng Shui Ratgeber

Energie produzieren mit Bakterien und Algen

Von Irmgard Brottrager

Bakterien sind überall. Sie leisten wertvolle Dienste bei Abbauprozessen. Einige Arten sind imstande, nebenbei Stoffe zu produzieren, die einen Energiewert haben. Zum Beispiel Wasserstoff, Methangas und Biotenside.

Micrococcus luteus Bakterien sind ein Teil der normalen Haut-Flora des Menschen, Foto (C) Saroj Regmi / flickr

Micrococcus luteus Bakterien sind ein Teil der normalen Haut-Flora des Menschen, Foto (C) Saroj Regmi / flickr

 

Was sind Bakterien?

Von Bakterien ist sehr oft die Rede, meistens mit negativer Bedeutung. Sie werden in „gute“ und „böse“ eingeteilt, je nachdem, ob sie die Gesundheit fördern oder krank machen. Im Notfall werden sie mit Antibiotika bekämpft, ohne Rücksicht auf ihre nützlichen Funktionen. Dabei könnten wir ohne Bakterien gar nicht leben, denn jeder Mensch ist zu 90% eine Ansammlung von Bakterien. Die meisten unserer bakteriellen Mitbewohner sind wichtige Symbiose-Wesen, die zu uns gehören wie die Pilze, Moose und Flechten zu einem Baum. Unzählige Einzeller tummeln sich unserem Körper, kommen und gehen wann sie wollen, ohne jemanden um Erlaubnis zu fragen. Sie wohnen im Talg auf der Haut, im Speichel der Mundhöhle, im Schmalz der Ohren, im Rand unter den Nägeln, zwischen den Zehen, im Achselschweiß, in den zotteligen Weiten der Gedärme – und natürlich auch unterhalb der Gürtellinie. Von den 100 Billionen Bakterien, die unseren Körper besiedeln, leben die meisten im Darm. Die Körperzellen eines Menschen machen nur 10 Billionen aus.

 

Abgrenzung zu Viren

Bakterien sind Einzeller ohne Zellkern (im Gegensatz zu Algen und Pilzen). Sie vermehren sich durch Zellteilung. Im Gegensatz zu Viren sind sie keine Schmarotzer, sondern besitzen einen eigenen Stoffwechsel. Viren sind eine Art von Parasiten, die ohne Wirtszellen nicht überlebens- und fortpflanzungsfähig sind. Wer einen Virus in sich trägt, zum Beispiel Herpesviren, die auch für Warzen verantwortlich sind, wird sie meist lebenslänglich nicht mehr los.

Auch für Karies soll ein Virus verantwortlich sein. Das Bakterium „Streptococcus mutans“ ist angeblich kein sicherer „Verursacher“ für Karies – sofern man überhaupt an materielle Ursachen glaubt. Anne Tanner von der Havard Universität hat mit ihrem Team über 5.000 verschiedene Bakterienarten gefunden in Zahnbelägen. Dabei fiel vor allem die Art „Scardovia wiggsiae“ in Bezug auf Karies auf. Da Karies auch ohne Vorhandensein des „Streptococcus mutans“ vorkommt, mutet der Kampf gegen die Mundbakterien ziemlich lächerlich an. Bis jetzt hat die Schulmedizin jedenfalls kein Heilmittel gegen Karies gefunden, obwohl die Entdeckungen von Anne Tanner bereits 2011 publiziert wurden. Insgesamt sind zirka 6.000 Bakterienarten bekannt und wer mit antibakteriellen Mitteln dagegen vorgehen möchte, schüttet das Kind mit dem Bade aus.

Viren haben praktisch mehr Ähnlichkeit mit Geistwesen als mit Lebewesen, denn sie bestehen nur aus Informationen. Daher gibt es von Viren auch keine Fotos, sondern nur grafische Darstellungen.

 

Kolibakterien, Foto (C) NIAID / flickr

Kolibakterien, Foto (C) NIAID / flickr

 

Wasserstoff- und Methangas-Gewinnung durch Bakterien

Forscher am Wasserstoff-Engerie-Zentrum der Universität Pennsylvania (USA) haben herausgefunden, dass es Bakterien gibt, die aus Abwässern Wasserstoff und Methangas produzieren können. Sie benötigen dafür keinen Sauerstoff. Ein nützlicher Nebeneffekt ist, dass die Feststoffe im Abwasser auf ein Viertel reduziert werden.

 

Forschungen an Wasserstoff-Bioreaktoren

Algen der Sorte Chlamydomonas reinhardtii können Wasserstoff erzeugen, wenn ein Schwefelmangel besteht. Dies ist bereits seit 1990 bekannt, doch war es lange nicht möglich, diese Eigenschaft effizient zu nutzen. Erst 2006 gelang es Forschern der Universitäten Bielefeld und Queensland, die Wildalge Chlamydomonas reinhardtii genetisch derart zu verändern, dass sie eine bis zu fünffache Menge an Wasserstoff produzieren kann. Mit einer relativ kleinen „Anbaufläche“ von Algen wäre es möglich, den gesamten Energiebedarf weltweit zu decken.

Seither wird auch am KIT in Karlsruhe (Institut für Bio- und Lebensmitteltechnik, Professor Clemens Posten) an diesem Thema geforscht. Ein weiteres Projekt am KIT (Karlsruher Institut für Technologie) ist die Wasserstoff-Produktion mit gentechnisch veränderten Cyanobakterien (auch Blaualgen genannt, obwohl es sich um keine Algen handelt). Eine wissenschaftliche Abhandlung mit dem Titel „Biogenic calcite particles from microalgae-Coccoliths as a potential raw material“ wurde im Februar 2017 veröffentlicht.

 

Biotenside aus Bakterien statt Erdöl

Tenside sind Moleküle, die den Schmutz binden und löslich machen. Am Karlsruher Institut für Technology (KIT) wird untersucht, wie man Bakterien nutzen kann, um Bio-Tenside zu produzieren. Bisher werden die Tenside meist aus Erdöl synthetisiert. Im Focus der Forschungen stehen vor allem die sogenannten Rhamnolipide, die von Pseudomonas-Bakterien produziert werden. Dr. Rudolf Hausmann und sein Team versuchen die Bakterien dazu zu bewegen, die Produktion auf ein wirtschaftlich interessantes Ausmaß zu steigern. Die bisherige Ausbeute ist bereits so gut, dass eine Markteinführung wahrscheinlich ist.

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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