Feng Shui Ratgeber

In der Ruhe liegt die Kraft

Von Irmgard Brottrager

Burnout, Chronische Erschöpfung und Fatigue-Syndrom sind Bezeichnungen für andauernde Müdigkeit ohne körperliche Ursache. Die Lebensenergie Chi kann infolge von Überlastung nicht mehr richtig fließen.

Nicht nur im Urlaub fein: Eine Hängematte zum Abhängen. Foto (C) Chad Fennell / flickr

Nicht nur im Urlaub fein: Eine Hängematte zum Abhängen. Foto (C) Chad Fennell / flickr

Burnout

Eine chronische Erschöpfung liegt vor, wenn die normalen Ruhephasen nicht mehr genügen, um sich zu erholen. Burnout ist eine volkstümliche Bezeichnung für das chronische Erschöpfungssyndrom (CES), von dem immer mehr Menschen betroffen sind. Es kann sich über Jahre dahinziehen und wird meistens nur überwunden, wenn man den Lebensstil nachhaltig ändert. In Deutschland gibt es sogar eine offizielle Zahl, die mit rund 300.000 Menschen beziffert wird. Die Dunkelziffer ist sicher wesentlich höher, denn das Leiden wird von den Ärzten erst anerkannt, wenn es mehr als 6 Monate andauert, die Leistungsfähigkeit um mehr als 50% eingeschränkt ist, sowie keine anderen Krankheiten und keine Nährstoffmängel zu finden sind.

Abgrenzung zur Depression

Der Erschöpfte will aktiv sein, aber sein Körper hat zu wenig Energie. Der Depressive hat körperlich genug Energie, aber er kann sich nicht motivieren. Der Erschöpfte hat im Gegensatz zum Depressiven sehr viel Antrieb, kann diesen aber nicht mehr umsetzen. Nur wer mal gebrannt hat, kann ausbrennen. Es trifft also vor allem Menschen mit viel Ursprungsenergie und keine Typen, die von Natur aus eher passiv sind und sich wenig engagieren. Der Erschöpfte fühlt sich nicht deprimiert oder lustlos, sondern ausgelaugt, geschwächt, gerädert und ohnmächtig.

Verdrängte Müdigkeit

Müdigkeit ist ein alltägliches Grundgefühl wie Hunger, Lust, Freude, Trauer, Wut und Angst. Gefühle lassen sich eine Zeit lang verdrängen, wenn sie nicht erwünscht sind oder die leistungsorientierte Gesellschaft sie nicht erlaubt. Später jedoch kommen sie wieder hoch, damit der Geist nachträglich eine Gelegenheit bekommt, das wahrzunehmen, was er vorher weggeschoben hat. Die im Körper gespeicherten Erinnerungen, die noch nicht bewusst wahrgenommen wurden, lähmen uns so lange, bis wir sie ihnen Aufmerksamkeit schenken. Anzeichen für verdrängte Müdigkeit sind zum Beispiel:

  • Abhängigkeit von Kaffee und anderen „Muntermachern“ in der Früh.
  • Wenig Lust auf Bewegung.
  • Körperliche Tätigkeiten fühlen sich anstrengend an.
  • Müder Blick und schlaffe Gesichtszüge.
  • Beim Dösen jederzeit einschlafen können.
  • Schlappe Körpersprache.
  • Erschöpfung nach Feierabend.
  • Erschöpfung nach dem Mittagessen.
  • Gier nach Süßigkeiten, um schnell Energie zu bekommen.
  • Schlafstörungen und das Gefühl, unausgeschlafen zu sein, auch wenn man genug geschlafen hat.
  • Geringe Belastbarkeit und blank liegende Nerven.
  • Starke Rückzugsbedürfnisse.
  • Lust auf Trödeln, Stromern, Flanieren und Nichtstun.
  • Chronische Überarbeitung in der Vergangenheit.
  • Chronischer Psychostress in der Vergangenheit.
  • Leistungssport in der Vergangenheit.
  • Viele Niederlagen in der Vergangenheit.

Diese Anzeichen gelten leider als normal. Fast jeder kennt sie, aber keiner nimmt sie ernst. Doch je öfter man die Müdigkeit zu überwinden und zu betäuben versucht statt sie einfach zuzulassen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man irgendwann im Burnout endet.

 

Auch „Tiger“ lieben den Müßiggang, Foto (C) Marina del Castell / flickr

Auch „Tiger“ lieben den Müßiggang, Foto (C) Marina del Castell / flickr

 

Andere Ursachen

  • Mentaler Frust, weil vieles nicht so funktioniert wie man es möchte.
  • Lebensziele, die nicht dem Seelenplan entsprechen.
  • Stressiger Lebensstil auf Hochtouren.
  • Angestaute Gefühle aller Art blockieren den Energiefluss.
  • Extrem hohe Leistungsansprüche, die für normal gehalten werden, es aber nicht sind.
  • Große Disziplin und großes Pflichtbewusstsein mit der Folge, dass man ein Leben nach der Uhr führt und sich oft zu Tätigkeiten überwindet, statt auf die Bedürfnisse des Körpers zu hören.
  • Sehr ehrgeizige Lebenseinstellung mit der Vorgabe, besser sein zu müssen als die anderen.
  • Perfektionismus.
  • Andauernde Kämpfe gegen Widersacher und Widerstände.
  • Übertriebene Hartnäckigkeit beim Verfolgen von Zielen.
  • Selbstüberschätzung, Größenwahn und Wachstumswahn.
  • Missachtung von Grenzen – sowohl der eigenen als auch denen von anderen Menschen.
  • Aufwändiger, aufreibender und komplizierter Lebensstil.
  • Ständige Betriebsamkeit.

 

Zusammenhang mit Krankheiten

Eine Verminderung der Lebensenergie ist die Grundlage für fast alle Krankheiten, glaubt man in ganzheitlich denkenden Kreisen. Wenn man im Internet auf Gesundheitsseiten nach Ursachen sucht, wird man nicht viel finden, weil die Lebensgeschichte der Betroffenen stets ausgeklammert wird. Burnout ist keine Krankheit, die sich lösen lässt, indem man nur den Körper untersucht. Ob Erschöpfung eine Folge oder eine Begleiterscheinung von Krankheiten ist oder zuerst da war, darf jeder für sich herausfinden. Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass fast alle Alltagsbeschwerden am besten im Bett geheilt werden und nicht im Fitness-Studio.

 

Empfehlungen für die eigenverantwortliche Selbstheilung

  • Verdrängte Erschöpfung bewusst spüren und dadurch ins Bewusstsein holen.
  • Schonender Umgang mit frischer Lebensenergie.
  • Verzicht auf alle Lebensmittel, die aufputschend wirken oder süchtig machen.
  • Achtsamkeit in Bezug auf alle Gefühle, besonders bei Anzeichen von Müdigkeit.
  • Veränderung der Lebenseinstellung in Bezug auf Konkurrenzdenken, und Leistungsorientierung.
  • Umstellung der Ernährung auf Vitalkost.
  • Maßnahmen zur Entgiftung und Entschlackung des Verdauungstraktes.
  • Alles loslassen, was unverhältnismäßig viel Energie kostet.
  • Lernen, im Flow zu leben. Keine Anstrengungen und Widerstände mehr im Alltag, sondern nur noch in seltenen Sonder-Situationen.
  • Abschied von allen Bezugspersonen und Tätigkeiten, die Energie rauben.
  • Reduzieren der sozialen Kontakte, auch im Internet.
  • Sich reichlich Auszeiten genehmigen und jede Gelegenheit nutzen, um komplett zu entspannen.
  • Generell weniger Arbeitszeit und mehr Freizeit.
  • Im Einklang leben mit der Natur.

Vor allem ist es wichtig, das Wiederaufflammen der Lebensenergie nicht dazu zu benutzten, um sich erneut auszupowern. Es ist nicht natürlich, sich ständig zu hetzen bei der Arbeit oder täglich an die Grenze der Leistungsfähigkeit zu gehen. Es ist wie beim Autofahren: Nur wenn man eine moderate Fahrweise wählt, braucht man am wenigsten Sprit, um ans Ziel zu kommen.

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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