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Infektionen: Neue Behandlungsstrategie setzt auf pflanzliche Arzneimittel

Von Pressemeldung

Sie lesen eine Pressemitteilung des Komitee Forschung Naturmedizin e. V. (KFN) mit Sitz in München.

Während sich antibiotikaresistente Bakterien rapide ausbreiten, geht die Anzahl der Neuzulassungen antibiotischer Wirkstoffe zurück. Um diese wichtigen Waffen gegen Infektionen nicht zu verlieren, raten immer mehr Experten dazu, bei bestimmten Infektionskrankheiten pflanzliche Arzneimittel einzusetzen.

Heilkräuter im Mörser: In vielen Fällen können pflanzliche Wirkstoffe synthetische Arzneimittel ergänzen oder gar ersetzen

Heilkräuter im Mörser: In vielen Fällen können pflanzliche Wirkstoffe synthetische Arzneimittel ergänzen oder gar ersetzen (Foto: roseannadana / Flickr)

Vor knapp 50 Jahren glaubte man Infektionen weitgehend besiegen zu können – dank Antibiotika. Ein Irrtum, wie man heute weiß. „Infektionskrankheiten machen uns heute immer mehr Kopfzerbrechen“, erklärte kürzlich Prof. André Gessner, Direktor des Instituts für Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg, in München. Der Grund: Mehr und mehr – vor allem gramnegative – Bakterien reagieren nicht auf Antibiotika, sind also resistent. Mittlerweile gibt es sogar Keime, die auf gar kein Antibiotikum mehr ansprechen. Die Behauptung, wir stünden wegen tödlicher Bakterien vor einer Katastrophe, sei daher, so Prof. Gessner, nicht übertrieben. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist der gleichen Meinung und hält Antibiotikaresistenzen für eines der größten Gesundheitsprobleme der Gegenwart.

Die Ursache für diese bedrohliche Entwicklung liegt vor allem im nicht sachgemäßen Einsatz der vorhandenen antibakteriellen Arzneimittel. Das
gilt für die Humanmedizin, aber auch für die Tiermedizin. Bei Menschen werden Antibiotika häufig bei Virusinfektionen eingesetzt, obwohl sie nur gegen Bakterien wirken. In der Massentierhaltung verteilt man Antibiotika oft völlig ungezielt nach dem Gießkannenprinzip. Beides begünstigt die Selektion resistenter Bakterienstämme.

Apothekenpflichtiges Antibiotikum Clindamycin: Wird beispielsweise bei Lungenentzündung und Osteomyelitis verschrieben

Apothekenpflichtiges Antibiotikum Clindamycin: Wird beispielsweise bei Lungenentzündung und Osteomyelitis verschrieben (Foto: Angela Doss / Flickr)

Was tun? Neue Antibiotika, gegen die es noch keine Resistenzen gibt, sind nur wenige in Sicht. Eine Möglichkeit, die Zunahme der Resistenzen zu bremsen, sieht Prof. Gessner vor allem in einer verantwortungsvolleren Verschreibungspraxis. Dazu gehört auch bei einer Reihe von leichteren Infektionskrankheiten der Einsatz von gut untersuchten pflanzlichen Arzneimitteln. Besonders bewährt haben sich Phytopharmaka bei akuten Atemwegsinfektionen, die meist von Viren verursacht werden und bei Harnwegsinfektionen. Im Unterschied zu Antibiotika wirken pflanzliche Extrakte meist nicht nur antibakteriell, sondern auch antiviral und wirken gleichzeitig Entzündungen entgegen, was die Genesung zusätzlich unterstützt.

Weitere Informationen zur Phytotherapie finden Sie unter www.kfn-ev.de

 

Pressekontakt

Anette Blankenburg
Komitee Forschung Naturmedizin e.V. (KFN)
Marienplatz 3
80331 München

Tel.: 089/22 80 25 00
Fax: 089/22 80 25 01

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