Geomantie: News Archiv



Magnetfelder, Feng Shui und die Kompassmessung

22. März 2010 von Stefan Brönnle

In Bochum stellten vor wenigen Tagen deutsche Forscher des Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik in Hannover auf der Jahrestagung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft eine neu erstellte Karte vor. Sie zeigt das Magnetfeld des Bodens.

Magnetfeld des Bodens in Deutschland

Magnetfeldkarte

Die Forscher um Gerald Gabriel rückten dem Boden-Magnetfeld mit den neuesten Geräten auf die Pelle: Mit so genannten Protonen-Magnetometern. Protonen, jene positiv geladenen Elementarteilchen, richten sich nach dem Magnetfeld – so wie winzige Kreisel, die in ihrer Bewegung gestört werden. Die neue Karte könnte auch für Geomanten und Feng Shui Berater durchaus von Interesse sein. Das Gestein unter unseren Füßen verändert das Erdmagnetfeld. Diese Felder sind zwar hundertmal schwächer als das Erdmagnetfeld, doch sind sie immer noch stark genug, um GPS-Geräte zu irritieren.

Der historische Kompass

In der so genannten Richtungsschule des Feng Shui (im Chinesischen ursprünglich “Struktur-Qi-Schule” genannt) orientiert man sich an der seelischen Qualität der Himmelsrichtungen. Das genutzte Werkzeug ist der Geomantie-Kompass, der Lopan.

Historischer Kompass

Historischer Kompass

Der älteste erhaltene Kompass hatte die Form eines Löffelchens, das auf eine Bronzetafel gesetzt wurde und mit seinem Stiel nach Süden wies. Er stammt aus dem 1. Jahrhundert n.Chr. und wurde bei chinesischen Grabbeigaben gefunden. Die Bronzetafel war eine Art “seelische Landkarte” und sollte dem Verstorbenen den rechten Weg weisen. So trug der Nordosten die Bezeichnung “Geistertor”. Der Einsatz des Kompasses zu Navigationszwecken erfolgte erst viel später. Seine erste Nutzung war eine geomantische. Der Nutzer las aus den Magnetfeldlinien geistig-seelische Wirkungen ab.

Mensch und Erdmagnetfeld

Der Mensch hat sich in das bestehende Erdmagnetfeld hinein entwickelt. Tatsächlich enthält das menschliche Gehirn durchschnittlich 5 Millionen Magnetitkristalle pro Gramm. Die Gehirnmembran sogar 100 Millionen pro Gramm! Magnetit reagiert eine Millionen mal stärker auf äußere Magnetfelder als jedes andere biologische Material. Ohne, dass es den meisten von uns bewusst ist, besitzt der Mensch ähnlich wie Tauben, Fische, Fledermäuse oder Robben, einen “Magnetsinn”. Wie Frankfurter Forscher feststellen konnten, haben z.B. Brieftauben im oberen Teil des Schnabels freie Nervenenden und Sinneszellen mit eingelagerten Magnetitkörnchen, die je nach Ausrichtung des Vogels zum Nordpol verschiedene Reize auslösen und so dem Vogel bei seiner Orientierung helfen. Brieftauben sind bekannt dafür, dass Sie sehr sicher den Weg zu ihrem Heim (Taubenschlag) zurückfinden.

Dr. Robin Baker machte in den Jahren 1976 bis 1978 zahlreiche Experimente mit Studenten. Diese konnten mit verbundenen Augen Himmelsrichtungen erkennen und sich orientieren, auch wenn sie zuvor stundenlang kreuz und quer durch die Stadt gefahren worden waren.

Kompassmessungen im Feng Shui

Lopan

Lopan

Feng Shui Berater nutzen den Kompass, um sich über die Kompassnadel einen Bezugspunkt zu verschaffen, von dem ausgehend die Richtungsqualitäten zugeordnet werden.

Wenige Grad Unterschied können hier – je nach Schule – die Interpretation erheblich verändern. Da werden dann Tische geringfügig gedreht oder sogar Türanschläge verändert, damit der Klient in den Genuss einer für ihn vorteilhaften Richtungsqualität gelangt. Seltener werden jedoch die Störfaktoren berücksichtigt, die doch den sensiblen Nadelausschlag erheblich beeinflussen können.

Die Nadelabweichung

Da wäre zunächst die Nadelabweichung. Das Magnetfeld der Erde verhält sich eben nicht überall gleich, die Magnetfeldlinien verlaufen in Abhängigkeit z.B. des Untergrundgesteines nicht linear. Hierfür kann bei Beratungen für einen Hausbau die neue Magnetfeldkarte durchaus gute Dienste leisten. Aber auch topografische Karten verweisen auf die Nadelabweichung. Für den Raum Wasserburg/Inn beträgt die Nadelabweichung z.B. 1 Grad östlich – im Jahr 2000. Doch auch diese bleibt nicht gleich, da der magnetische Nordpol sich derzeit mit der rasanten Geschwindigkeit von 40 Km pro Jahr verschiebt. So beträgt die Nadelabweichung 2010 für den gleichen Raum bereits 2 Grad östlich. Lokale Magnetfeldanomalien wie sie auf der neuen Magnetfeldkarte verzeichnet sind, können weitere Irritationen liefern.

Künstliche statische Magnetfelder

Federkern

Federkern

Doch viel gravierender für die Interpretation der Himmelsrichtungen sind die künstlichen Störfaktoren. Unsere Häuser werden zunehmend mit massiven Stahleinlagen und Stahlträgern fundamentiert und wir liegen auf Federkernmatratzen mit Metallrahmen im Metallgestell. Armierungen, eingegossene Eisenteile bei Betonbauten, im bettnahen Bereich verändern das Erdmagnetfeld deutlich wie ein einfacher Versuch zeigt: Nehmen Sie einen Kompass und bewegen Sie ihn über einer Federkernmatratze. Sie werden sehen, wie die Nadel abgelenkt wird. Ein Hinweis auf die Veränderungen der natürlichen Magnetfelder. Große Eisenteile in Bettnähe sollten darum unbedingt gemieden werden.

Dies betrifft aber nicht nur den Platz des Bettes, sondern natürlich auch das Bett selbst: Stellen wir uns mal eine Federkernmatratze vor. Die Federn, ca.207 an der Zahl sind aus einem Stück Stahl gezogen, gedreht und geschnitten, purzeln in eine Kiste und werden dann willkürlich ohne Achtung auf ihre magnetische Ausrichtung in eine Matratze eingebaut. So haben wir dann im Kopfbereich unterschiedliche Polungen. Mal ist der magnetische Nordpol oben und der Südpol unten, mal umgekehrt. Wir drehen uns bis zu 80 mal in einer Nacht. Bei jeder Drehung kommt der Kopf dann auf einer anders gepolten Feder zu liegen, womit sich dann auch die Nordausrichtung ändert. Bei der Verwendung einer Federkernmatratze ist es sehr fragwürdig, ob die laut Feng Shui errechnete “positive Himmelsrichtung”, in die der Klient laut Feng Shui- Empfehlung mit dem Kopf liegen soll, auch tatsächlich “präsent ist”, oder ob er durch die Veränderungen der Magnetfeldlinien nicht “eigentlich” in einer ganz anderen Richtung schläft.

Magnetische Wechselfelder

Schließlich wirken auch noch die Wechselfelder des Haus- und Bahnstroms auf die häuslichen Magnetfelder ein. Da stehen elektrische Radiowecker neben dem Bett, zusammengerollte angeschlossene Verlängerungskabel unter dem Bett bilden magnetische Spulen und aus dem Nebenzimmer wirk das Magnetfeld des Kühlschrankes durch die Wand auf die Bewohner ein. Solche magnetischen Wechselfelder sind in der Lage, die Kompassnadel um 90 Grad und mehr zu drehen.

Um solche Veränderungen der Kompassmessungen und seine Ursachen sollte ein Feng Shui Berater wissen, um wenigstens die gröbsten Fehler zu vermeiden. Und nicht zuletzt wirkt das Magnetfeld ja auch unmittelbar auf unser biologisches System ein: Die winzigen magnetitkristallähnlichen Teilchen in unserem Gehirn richten sich daran aus. Jede Veränderung beeinflusst sie und stört damit die Harmonie. Darum sollte vor allem der Schlafplatz möglichst frei von Metallteilen und elektrischen Geräten sein – auch jenseits der Zimmermauer.

Dipl. Ing. Stefan Brönnle

Weiterführende Links:

www.spiegel.de – Magnetfeld-Karte entblößt Deutschlands Untergrund
www.ulrichkurtdierssen.de – Website des Baubiologen und Buchautors Ulrich Kurt Dierssen
www.stefan-broennle.de – Website des Geomanten und Autors Stefan Brönnle

Buchempfehlung:

Ulrich K. Dierssen, Stefan Brönnle: “Der Mensch im Kraftfeld der Technik”, Neue Erde Verlag, 2009

Marko Pogacnik Vortrag in Berlin: Die Erde im Wandel

29. Januar 2010 von Long

Die Erde im Wandel – Visionen einer neuen Geokultur, lautet der Titel eines im April 2010 in Berlin stattfindenden Vortrags von Marko Pogacnik. Der Slowenische Geomantie-Experte stellt dabei Geomanten und Geomantieinteressierten seine Methoden und jüngste Erkenntnisse seiner Forschungsarbeit vor.

Vom 9.-11. April wird Marko Pogacnik, Geomant und Künstler aus Slowenien, in Berlin sein und seine Seminarreihe mit einem Vortrag “Die Erde im Wandel – Visionen einer neuen Geokultur” eröffnen. Dabei wird er seine Visionen des Menschseins und die damit verbundene neue Geokultur vorstellen: “Die Zeit ist immer intensiver und die Erdwandlung immer stärker spürbar. Um mit der Erdwandlung mitzukommen, brauchen wir eine gemeinsame Vision mit der Erde, eine Vision, die dem Menschenleben Sinn gibt.”

Vortrag in Berlin

9. April 2010, 19.30 Uhr
Heilig-Kreuz-Kirche
Zossener Str. 65
10961 Berlin-Kreuzberg

Eintritt: 10,- Euro ermäßigt 8,- Euro

Der Kartenvorverkauf findet in der Dharma-Buchhandlung, Akazienstr. 17, 10823 Berlin (Tel. 030/7845080) statt. Weitere Infos zur Veranstaltung und zur Seminaranmeldung erhaltet ihr unter: geomantie-berlin.de

Zeichnung von Marko Pogacnik

Zeichnung von Marko Pogacnik (Quelle: markopogacnik.com)

Beim anschließenden zweitägigen Seminar soll es um die urbildliche Welt des Erdbewusstseins gehen. Die Seminarteilnehmer werden gemeinsam mit Marko Pogacnik “parallele Welten” kennen lernen und es soll versucht werden, eine Sprache der Kommunikation mit diesen Welten zu entwickeln. In diesem Zusammenhang hat Herr Pogacnik bereits im Dezember 2009 ein Manifest zur Gea-Kultur verfasst, das als Video auf vimeo.com hinterlegt ist (in englsicher Sprache): Marko Pogacnik -- discourse on Geaculture: Earths is consciousness first of all.

Alle Nicht-Berliner möchten wir darauf hinweisen, dass Marko Pogacnik am 20. und 21. Februar 2010 auch auf dem Jahrestreffen der Schule Hagia Chora in Niedertaufkirchen (Niederbayern) anwesend sein wird und dort gemeinsam mit anderen Dozenten die Geomantie Schule und seine Methoden vorstellen wird. Weitere Informationen dazu findet ihr auf der Website von Marko Pogacnik: www.markopogacnik.com.

Kurz-Vita zu Marko Pogacnik

Marko Pogacnik, geboren 1944, ist ein Geomantie-Experte und Künstler aus Sempas (Slowenien). Er hat die tiefenökologische und geomantische Bewegung der letzten 20 Jahre maßgeblich mit beeinflusst. Allein 11 Bücher sind von ihm in deutschper Sprache erschienen, darunter die Bestseller “Elementarwesen” und “Schule der Geomantie”. Das Staatswappen von Slowenien trägt ein von Marko Pogacnik entworfenes Kosmogramm.

Marko Pogacnik Video über den Weg der Geomantie

Video: Gehmeditationen von Marko Pogacnik

Matriarchale Wurzeln in Feng Shui und Geomantie

20. Januar 2010 von Stefan Brönnle

Die heutigen Lehren von Geomantie und Feng Shui sind in einer matrifokalen Landschaftsbetrachtung verankert. Die verwendeten Symbole wie Drachen, Schlange oder “Mutter Erde” sind Ausdruck einer als göttlich-weiblich empfundenen Erdkraft. Sie verweisen auf historische Wurzeln: Auf matriarchale Gesellschaftsformen, in denen zyklisches Denken vorherrschte und ein “mütterlicher Anfang” den Beginn eines Kreislaufs markierte.

Göttinnen-Figurine aus der Hohle-Fels-Höhle

Eines der meistbesuchten Exponate der Eiszeit-Ausstellung: Die Göttinnen-Figurine aus der Hohle-Fels-Höhle

Die Eiszeit-Ausstellung im archäologischen Landesmuseum Stuttgart endete am 10. Januar 2010 nach 4 Monaten mit knapp 100 000 Besuchern. 100 000 – das ist eine beachtliche Zahl für ein scheinbar so trockenes Thema wie Archäologie. Zugpferd waren die “ältesten Kunstwerke der Welt”, u.a. eine etwa sechs Zentimeter große Göttinnen-Figurine aus Mammutelfenbein mit einem Alter von 35.000 – 40.000 Jahren. Die Faszination für solche Relikte aus unserer Vergangenheit ist verständlich, verweisen sie doch nicht nur auf unsere historischen, sondern auch auf unsere geistigen Wurzeln. Und beide befinden sich im Matriarchat.

›Im internationalen Wissenschaftsdiskurs wird heute der Begriff Matriarchat beibehalten, obwohl er manchmal als “Mutterherrschaft” oder “Frauenherrschaft” missinterpretiert wird; beides hat es nach heutigem Forschungsstand nie gegeben. Matriarchat wird heute im Sinn von “mütterlicher Anfang”, Beginn eines Kreislaufs, übersetzt, weil diese Gesellschaften einerseits vom zyklischen Denken geprägt sind (im Unterschied zu unserem linearen) und alles Leben auf diesem Planeten mit “Mütterlichkeit” beginnt.‹

So die Matriarchats-Forscherin Hannelore Vonier (www.matriarchat.info).

An der Wurzel unserer menschlichen Existenz steht die Mutter, sowohl individuell als auch kulturell. Es wundert darum auch nicht, dass sowohl die Lehren der westlichen Geomantie als auch die des östlichen Feng Shui unmittelbar auf einer matrifokalen (Mutter-zentrierten) Betrachtung von Natur uns Landschaft aufbauen, in dieser Phase ihrer Entwicklung waren sich Feng Shui und Geomantie erstaunlich ähnlich.

Beispiel 1: Der Drache

Das Symboltier der Großen Göttin ist die Schlange oder der Drache. Beide Worte sind im griechischen Wort “drakon” vereint, was sowohl “Schlange” als auch “Drache” bedeuten kann. Der Drache symbolisierte den alljährlichen Vegetationszyklus und wurde damit zum Symbol der Wiedergeburt, wie auch die Schlange, die ihre Haut wechselt. Die indische Weltschlange Shesha, die germanische Midgard-Schlange, die babylonische Tiamat waren Verkörperungen der Urmacht der Erde und in der Jungsteinzeit wurden in Tempeln der Göttin große Schlangen gehalten.

Das göttliche Urpaar Nu-Wa und Fu Xi

Das göttliche Urpaar Nu-Wa und Fu Xi. Menschenkörper und Drachenleiber als Ausdruck der Macht und Präsenz der “Alten Drachenmutter”

Erst mit dem Wechsel zum Patriarchat wurden die Schlangen im Mythos von einem männlichen Gott getötet: Die Urschlange Tiamat wurde von ihren Kindern getötet, der ägyptische Sonnengott Re besiegte den Drachen Apophis und auch der jüdische Gott Jahwe schuf das Universum erst nach dem Sieg über die Urschlange Rahab (Hiob 9, 1-13). Zeus tötete das Drachenkind Typhon und übernahm die weibliche Orakelstätte Dodona, der Sonnengott Apoll tat gleiches an der matrifokalen Orakelstätte Delphi, indem er die Weltenschlange Python tötete.

In China verlief die “Patriarchalisierung” offenbar weniger blutig, dennoch ebenso konsequent. Die “alte Drachenmutter” Tsin-Kong ist ein uralter daoistischer Mythos und vor allem Frauen nahmen bei Ihr zur Geburt ihres Kindes Zuflucht. Auf sie zurück gehen legendäre Herrscher. So auch der legendäre Urherrscher Fu-Xi. In einer anderen Überlieferung erschuf die halbgöttliche Herrscherin Nu-Wa am Anfang der Geschichte die Menschen. Sie wird als Mensch mit Drachenleib dargestellt und ist ein Rudiment der frühen matrifokalen Gesellschaft Chinas. Fu-Xi und Nu-Wa werden oft auch als Urherrscherpaar gemeinsam dargestellt. Der Kaiser erhielt seine Autorität als Erbfolger der “alten Drachenmutter”, weshalb er auch u.a. als “Drachensohn” bezeichnet wurde. So wurde die weibliche Macht auf den männlichen Herrscher übertragen.

Bergdrache am Sommertempel nahe Beijing (Peking)

Bergdrache am Sommertempel nahe Beijing (Peking) mit Pagode am Yang-Punkt

Als Reminiszenz an diese Verehrung des weiblichen Drachen finden wir in östlicher wie westlicher Geomantie den Drachen als Ausdruck der Urkraft. Im Feng Shui werden Höhenzüge als “Bergdrachen” bezeichnet. An den Punkten ihrer absoluten Yangkraft stehen oft Pagoden.

Drachenrücken Glastonbury-Tor

Drachenrücken Glastonbury-Tor

In der westlichen Geomantie findet man so genannte “Drachenrücken” – Hügel und Bergformationen, die langsam ansteigen, ihren höchsten Punkt erreichen und dann relativ rasch abfallen. Hier stehen meist Michaelskirchen (Drachentöter) wie z.B. am berühmten Glastonbury-Tor mit der Turmruine der Michaelskirche. Hier wie da bleibt der Drache Ausdruck der als “göttlich-weiblich” empfundenen Erdkraft.

Beispiel 2: Göttin Erde

Drache-Tiger-Formation

Drache-Tiger-Formation

Letztendlich geht beinahe die gesamte Landschaftsinterpretation in Feng Shui und Geomantie auf die Betrachtung der Erde als göttliches Wesen zurück. Nehmen wir die “klassische” Interpretation der Landschaft nach den “5 Tieren”. Ein Berg im Rücken wird als “Schildkröte” interpretiert, Berge links und rechts als “Drache” und “Tiger” und ein ferner Berg als “Phoenix”. Obgleich diese Betrachtungsweise “klassisch” genannt wird, gibt es eine viel urtümlichere Interpretation der selben Landschaftsformation, worauf bereits in den 1990er Jahren der Sinologe Dr. Manfred Kubny hinwies (www.iatca.de). Die Abbildungen aus einem chinesischen Feng Shui Buch zeigen allzu deutlich die Interpretation der “Drache-Tiger-Formation” als “Gebärorgan” der Großen Göttin. Bestimmte Punkte in der Landschaft galten sozusagen als Zugangsportale zur weiblichen Urkraft der Erde und ihrer Erneuerungsfähigkeit, weshalb diese auch gerne für Grabbauten genutzt wurden.

Obgleich nicht als formales Gesetz definiert, galten sehr ähnliche Landschaftsinterpretationen in Europa als solche kultischen Portale. Die “Kammerbacher Höhle” in Hessen, nahe der Kultberg Hoher Meissner (dem Sagenberg der “Frau Holle” – Märchenvariante der Großen Göttin), liegt an einem ebensolchen “Vaginalpunkt”.

Mythologische Landschaft in Vulva-Form

Aus einem chinesischen Feng Shui Buch: Die 5-Tiere-Formation als Ausdruck weiblicher Erdkraft und Geburtsfähigkeit.

Auch diese Formation ließe sich nach den “5-Tieren” deuten. Das kultische Brauchtum um diese Höhle, das noch bis ins 19. Jahrhundert nachweislich praktiziert wurde, verdeutlicht die heilige Weiblichkeit der Kulthöhle: Dem Wasser des Höhlensees wurden besonders heilkräftige Wirkungen zugeschrieben. Wenn eine Jungfrau in der Osternacht zwischen 11 und 12 Uhr aus dem Höhlensee Wasser schöpfe und sich mit dem Wasser öfters abreibe, so bliebe sie für immer schön.

Diese beiden kleinen Beispiele mögen verdeutlichen, wie sehr die heutigen Lehren von Geomantie und Feng Shui in der matrifokalen Landschaftsbetrachtung verankert sind.

Dipl. Ing. Stefan Brönnle

Weitere Informationen:

Der Hohe Meissner – Berg der Grossen Göttin (Seminar des Autors 18.-20.6.2010): www.inana.info
Inana – Schule für Geomantie: www.geomantie-schule.de
Website des Autors: www.stefan-broennle.de
Geomantie-Zentrum: www.geomantie-zentrum.de
Matriarchatsforschung. Heide Göttner-Abendroth: www.hagia.de