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“Made in Germany” bei Chinesen hoch im Kurs

23. Juli 2009 von Long

In Deutschland hergestellte Produkte sind bei den Chinesen besonders beliebt. Als Wegbereiter der Entwicklung gilt die deutsche Automobilindustrie. Mittlerweile beeinflusst dieser Trend aber auch den chinesischen Immobilienmarkt.

Die Umfrage einer Beratungsfirma unter Chinesen hat ergeben, dass Waren “Made in Germany” im Reich der Mitte höher im Kurs stehen als Produkte der Konkurrenz aus Frankreich, den USA, Japan oder Korea. Während chinesische Kultur in Form von Tai Chi, Qigong oder Feng Shui bereits seit Anfang der 90er Jahre der Exportschlager hierzulande ist, sind es nun hochwertige deutsche Produkte, die für immer mehr Chinesen erschwinglich werden und auf diese Weise dem Kulturexport in der Gegenrichtung den Weg bahnen.

Werbetafel für High-End-Küchen der Firma Leicht in China

Werbetafel für High-End-Küchen der Firma Leicht in China

Bereits in den Beiträgen zu Weihnachten in China sowie zum Thema Feng Shui Weinberge wurde deutlich, dass der wachsende Lebensstandard in China, Konsum und kultureller Austausch mit Wirtschaftspartnern eng miteinander verzahnt sind. Was die Erschwinglichkeit deutscher Produkte auf dem chinesischen Markt betrifft, so ist es bisher nur einer kleinen Elite reicher Chinesen vorbehalten, vor Berufskollegen, Freunden oder Verwandten mit dem Mercedes unter den “Made-in-…”-Labeln zu protzen. Deutsche Waren gelten nämlich in China als Statussymbol.

Wegbereiter dieser Entwicklung ist, wen verwundert es, die deutsche Automobilindustrie. Westlicher Lebensstandard und das Gefühl von Freiheit sind eng verbunden mit der wachsenden Mobilität vieler Menschen in der Volksrepublik. Wer einen PKW sein Eigen nennen kann, “der hat es geschafft”. Die meistverkaufte Automarke in China ist VW, das neue Wohlstandsglück des gehobenen Mittelstands. Der Goldstandard unter wohlhabenden Chinesen und zugleich das deutsche Image prägend sind die Marken Mercedes, BMW und Porsche.

Dass sich gerade deutsche Automobilmarken einer ausgesprochenen Beliebtheit erfreuen, liegt aber nicht allein an der Qualität der Produkte. Anders als Amerikaner oder Japaner haben die Deutschen im historischen Gedächtnis der Chinesen keine negativen Eindrücke hinterlassen. Selbst die Kolonialisierung der ostchinesischen Küstenstadt Tsingtao 1897 durch Kaiser Wilhelm wird bei den Chinesen heute unter “Entwicklungshilfe” verbucht. Schließlich bauten die Deutschen Chinas erste Brauerei, die bis heute als die größte des Landes gilt.

Chinas Immobilienmarkt boomt

Chinas Immobilienmarkt boomt

Deutschland ist hinter den USA, Japan, Südkorea und Taiwan Chinas fünftwichtigster Handelspartner. Chinesische Waren im Wert von 42 Milliarden Euro kauften die Deutschen im Jahre 2008, während Exporte aus Deutschland nach China allein 5% des gesamten deutschen Außenhandels ausmachen. Das entsprich 40 Milliarden Euro. Neben der Automobilindustrie ist Deutschland insbesondere in den Sektoren Chemie, Anlagen- und Maschinenbau stark vertreten. Doch auch die Immobilienbranche profitiert von “deutscher Technik”.

Der Quadratmeterpreis von Wohnungen in Peking hat sich seit Ende der 90er Jahre alle vier bis fünf Jahren verdoppelt. Findige chinesische Unternehmer nutzen dies aus, indem sie Wohnungen in großem Stil kaufen und einfach abwarten, bis eine ordentliche Wertsteigerung erreicht ist. Anschließend werden die Immobilien weiterveräußert. Dieser Wertsteigerungsprozess kann deutlich beschleunigt werden, indem die Wohnungen renoviert und mit “deutscher Technik” ausgestattet werden.

Die chinesische Bauqualität ist oft so miserabel, dass mit erstklassig renovierten Wohnungen ein ordentlicher Aufpreis verlangt werden kann. Qualitätsmerkmal einer hochwertigen Renovierung sind zum Beispiel Fenster der Marke “Deguo Xuge”. Dies bedeutet so viel wie “Deutsches Sonnenstrahlenmuster” und ist der chinesische Name der Traditionsfirma Schüco. Auch eine moderne Küche der Marke SieMatic fördert den Verkaufswert einer Immobilie und sorgt bei der Besichtung dafür, dass sich die meisten chinesischen Käufer auf den ersten Blick in die Wohnung verlieben.

“Deutsche Technik” und entsprechende Produkte erobern also dank des positiven Images sehr erfolgreich den chinesischen Markt. Und die Zahl der Chinesen, für die diese Waren erschwinglich werden, wächst beständig. Über eine Million Dollarmillionäre soll es in der Volksrepublik bereits geben. Man stelle sich das einmal vor: Die Elite unter den 1,3 Milliarden Chinesen gestalten ihre Wohnungen oder Häuser nach Feng Shui und verwenden dafür deutsche Baumaterialien und deutsches Mobiliar. Good Feng Shui, “Made in Germany”, na wenn das keine positiven Zukunftsaussichten sind… ;)

Wie denkt ihr über diese Entwicklung? Wart ihr schon mal in China und könnt diese Tendenz bestätigen?

Viele Grüße
Euer Everyday Feng Shui Team
www.everyday-feng-shui.de

Video: Eindrucksvolle Fahrt durch das moderne Beijing (Peking)

Quellen:
berlinonline.de -- Das Land der schließenden Fenster
handelsblatt.com -- Chinas Wirtschaft gibt wieder Vollgas
altmuehl-bote.de -- Wirtschaft hofft auf China
teletrader.com -- China: Zunehmende Bedeutung des Binnenkonsums
sueddeutsche.de -- Zocken auf chinesisch

Pekings U-Bahn-Netz wächst und bricht mit Feng Shui Regeln

8. Januar 2009 von Long

Bis vor kurzem gab es in Peking weder Katakomben, noch Gewölbe, geschweige denn so etwas wie Keller. Tiefbau wurde als Verletzung der Erdoberfläche betrachtet, ein nach Feng Shui Prinzipien und geomantischen Regeln Unheil verheißendes Unterfangen, das man lieber vermied. Erst 1965, aufgrund der rasch wachsenden Bevölkerung und der Notwendigkeit, ein effektives öffentliches Nahverkehrssystem zu schaffen, begann man mit dem Bau der Pekinger U-Bahn und stieß in tiefere Erdschichten vor.

Unwetter in PekingDer Glaube an Feng Shui Gesetzmäßigkeiten – alles nur Blödsinn? Fakt ist, dass Peking auch heute noch über einen recht hohen Grundwasserspiegel verfügt. Erst mit modernen technischen Verfahren ist es möglich, gefahrlos in die Tiefe zu bauen. Die Vermeidung von Kellerbauten hatte somit über Jahrhunderte hinweg ganz einfach praktische Beweggründe: Wassereinbrüche oder Überflutungen tiefer gelegener Wohnbereiche bei Unwetter waren mit damaliger Konstruktionstechnik kaum zu beherrschen.

Doch auch der Bau der Pekinger U-Bahn blieb lange Zeit ein umstrittenes Projekt. Erst zu Beginn der 80er Jahre wurde ein regelmäßiger Betrieb auf einer 25 km langen Strecke eingeführt. Es folgten zwei weitere Jahrzehnte der Stagnation im Netzausbau. 2001 änderte sich dieser Zustand schlagartig, als feststand, dass Peking die Olympischen Sommerspiele 2008 austragen wird. Umgerechnet 8 Milliarden US-Dollar flossen seither in das neue U-Bahn-Netz und bis 2015 soll sich diese Investitionssumme noch einmal mehr als verdoppeln.

U-Bahn in PekingSchon jetzt verfügt die Pekinger U-Bahn über 123 Stationen und befährt ein Streckennetz von knapp 200 km. In den kommenden sieben Jahren soll es auf 550 km Länge ausgebaut werden. Damit wird es um etwa 50% größer sein als das New Yorker U-Bahn-Netz. Man kann sich leicht vorstellen, wie dieses Mammut-Projekt dramatisch die städtische Struktur der Metropole und somit das Leben der 17 Millionen Einwohner Pekings verändert.

Für die meisten Pekinger bringt diese Entwicklung jedoch enorme Vorteile. Noch vor wenigen Jahren musste man zum Teil mehrere Stunden eines Tages für den Arbeitsweg einplanen. Heute beträgt die durchschnittliche Fahrzeit eines Fahrgastes mit der U-Bahn nur etwa 30 Minuten. “Beijing flows” (Peking fließt) – feierte kürzlich das Wall Street Journal den Erfolg der Chinesen im Kampf gegen Dauerstaus und Smog-Belastung.

Bewegung und Fluss: Tai Chi in PekingMoment mal: Bewegung und Fluss… ist das nicht gutes Feng Shui? Man bricht mit Jahrtausende alten Feng Shui Regeln, um das zu erreichen, wofür die Regeln eigentlich ursprünglich gedacht waren: die Lebensqualität von Menschen zu verbessern. Ist das nicht ein Widerspruch?

Wie seht ihr das? Können sich Feng Shui Gesetzmäßigkeiten im Laufe der Zeit ändern, oder sollte man auf immer und ewig an tradierten Überlieferungen festhalten? Auch in Deutschland gibt es immer wieder kontroverse Diskussionen zwischen Verfechtern der “alten Schule”, des klassischen Feng Shui und den Vertretern des so genannten New Age Feng Shui

Viele Grüße
Euer Everyday Feng Shui Team

Quellen:
The Wall Street Journal
A Glimpse of the World

   


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