Führender Solaranbieter setzt auf Feng Shui
18. Juli 2010 von Long
Einer der führenden Technologie- und Equipmentanbieter der Solarindustrie, die centrotherm photovoltaics AG, setzt bei der Gestaltung ihres Technologiezentrums in Blaubeuren auf die Wirkung von Feng Shui. Das Unternehmen will sich damit seinen Innovationsvorsprung vor der Konkurrenz sichern.
Die centrotherm photovoltaics AG, einer der weltweit führenden Technologie- und Equipmentanbieter der Photovoltaikindustrie, will sich laut Handelsblatt seinen Innovationsvorsprung durch Feng Shui sichern. Dafür wurde das Firmengelände, gelegen hinter dem Bahnhof in Blaubeuren, in einen Park mit Blumenbeeten und Springbrunnen verwandelt. Selbst die Gebäude auf dem Gelände wurden nach der Feng Shui Lehre gestaltet und mit runden Ecken versehen.
Die zukunftsweisende Architektur verfehlte offensichtlich nicht ihre Wirkung, denn im neuen Technikum ist die neueste Reaktorgeneration für die Herstellung des Solarzellen-Rohstoffs Polysilizium entstanden. Die neuen Reaktoren sind doppelt so leistungsstark wie die alten und sollen unter anderem in das Golf-Emirat Katar exportiert werden. Der Ölstaat will eine komplette Fertigungsstrecke für Solarmodule aufbauen und damit an die Weltspitze aufsteigen, um für die Zeit nach dem Öl gewappnet zu sein.
Video: Nutzungsmöglichkeiten erneuerbarer Energien
Innovationsdruck durch starke internationale Konkurrenz
Deutsche Solarfirmen haben es nicht einfach, sich gegen die Konkurrenz aus China, Malaysia, Südkorea und den USA zu behaupten. Nach Angaben des Bundesverbandes Solar sind die Preise für Solarstromanlagen seit 2006 um 40 Prozent gesunken. Gleichzeitig kürzen viele Lände wie jetzt auch Deutschland die Förderung von Solarstrom. Wer in der Branche überleben will, muss schnell sein und beständig Kosten senken sowie Qualität, Schnelligkeit und Effizienz steigern.
Centrotherm gibt in diesem Jahr allein 50 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung aus. Diese Summe ist notwendig, um im nächsten Jahr Solarzellen produzieren zu können, die um einen bestimmten Prozentsatz billiger und leistungsfähiger sind. Unter hohem Innovationsdruck müssen Zelltechnologien und Produktionsverfahren entwickelt werden, die sich international mit den kostengünstigsten Herstellern messen lassen. Damit Innovation gelingt, muss die Atmosphäre für die in den Technologiezentren arbeitenden Wissenschaftler und Mitarbeiter stimmen.

Wissenschaftler mit der neuesten Solarzellen-Generation
(Foto: PNNL - Pacific Northwest National Laboratory)
An dieser Stelle kommt Feng Shui ins Spiel. Dass sich gerade ein Unternehmen der Solarindustrie -- einer Branche, die als Schlüsseltechnologie für die Energieversorgung von morgen gilt -- für die Gestaltung ihres Forschungszentrums nach der fernöstlichen Lehre entschieden hat, halten wir für ein ausgesprochen positives Signal.
Arbeitsräume sind Lebensräume
Auch andere moderne Großunternehmen wie etwa der Suchmaschinenprimus Google legen immer mehr Wert auf das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter. Sie schaffen in Bürogebäuden und Technologiezentren Kreativzonen, in denen die Mitarbeiter zu innovativem Denken regelrecht verführt werden sollen. Gleichzeitig werden Rückzugsmöglichkeiten für die Regeneration geschaffen.
Arbeitsräume sind eben auch Lebensräume: Wir Menschen sind motivierter und leistungsfähiger, wenn unser Arbeitsumfeld den Bedürfnissen gerecht wird, die uns naturgegeben innewohnen. Bleibt zu hoffen, dass sich die zukunftsweisende Einstellung der centrotherm photovoltaics AG auch in anderen Branchen durchsetzt.

