Bald UNESCO-Weltkulturerbe? Die königlichen Gräber der Joseon-Dynastie in Südkorea
26. Juni 2009 von Long
Während Dresden sich gerade vom Schock erholt, von der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste gestrichen worden zu sein, freuen sich die Koreaner, dass einer ihrer bedeutendsten Kulturschätze voraussichtlich in eben diese Liste aufgenommen wird. Am 30. Juni fällt das Weltkulturerbe-Komitee im spanischen Sevilla die endgültige Entscheidung. Sollte es zur Anerkennung durch die UNESCO kommen, wäre dies auch ein toller Erfolg für alle Feng-Shui- und Geomantie-Fans. Die Rede ist von den Königlichen Gräbern der Joseon-Dynastie (1392-1910).
Bereits zu Zeiten des Silla-Reichs, also vor dem 10. Jahrhundert, wurden in Korea Grabstätten und Bestattungsgebäude der herrschenden Schicht nach geomantischen Prinzipien des Feng Shui angelegt. Feng Shui wird in Korea übrigens “Pungsu-jiri-seol” (Wind-Wasser-Erde-Prinzipien Theorie) genannt. In späteren Jahrhunderten wurden diese geomantischen Prinzipien verfeinert, wofür die 42 königlichen Grabanlagen ein eindrucksvoller Beleg sind. Alle Grabstätten sind eingebettet in einzigartige Landschaften, welche von Ruhe und Harmonie geprägt sind und geografisch geschützt vor widrigen Witterungs- und Umwelteinflüssen liegen.
Das Besondere an den Grabstätten ist aber auch, dass sie sich von vielen anderen fernöstlichen Grabanlagen, die vornehmlich durch chinesische Kultureinflüsse entstanden sind, unterscheiden. Diese Unterschiede betreffen vor allem Form und Ausmaß. Die Gräber der Joseon-Dynastie sind deutlich kleiner als die oftmals riesigen Grabstätten in China zund Japan. Dafür beherbergen sie beachtliche 27 Generationen von Herrschern, was einzigartig auf der Welt ist.
Die königlichen Grabanlagen umfassen eine Fläche von 5.215 Hektar und befinden sich vornehmlich in einem 40-Kilometer-Radius rund um die südkoreanische Hauptstadt Seoul. Sie gelten seit Jahrhunderten als nationales Heiligtum, was auch ihren gut erhaltenen Zustand erklärt. Sollte es zur Aufnahme in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO kommen, ist davon auszugehen, dass die Grabstätten zu einer bedeutenden Tourismusquelle werden. Dies verspricht weiteren Schutz und vor allem Fördermittel für den Erhalt der Kulturdenkmäler.
Wusstet ihr eigentlich, dass es derzeit 878 kulturelle Stätten in 141 Ländern auf der Weltkulturerbe-Liste der UNESCO gibt? Die meisten davon (und zwar 43) befinden sich in Italien. Aber auch China verfügt über 33 solcher Kulturdenkmäler, von denen in Europa häufig nicht all zu viel bekannt ist. Die europäische Tourismusindustrie beginnt gerade erst diese Stätten als Reiseziele zu entdecken. Bei aller Kritik am Massentourismus: Wir freuen uns darüber, wenn die königlichen Gräber als Weltkulturerbe anerkannt werden, hilft es doch dabei, auch die Popularität von Feng Shui und Geomantie zu steigern.
Wie denkt ihr darüber? Oder war jemand von euch vielleicht sogar schon in Südkorea und hat einige der Grabanlagen besucht? Berichtet uns darüber!
Viele Grüße
Euer Everyday Feng Shui Team
www.everyday-feng-shui.de
Video: Korean history -- Joseon Dynasty (Englisch)
Quellen:
koreatimes.co.kr -- Royal Tombs of Joseon Kingdom
san-shin.net -- Pungsu-jiri -- Korea’s System of Geomancy or Feng Shui
asien-zuhause.ch -- Joseon-Dynastie (Chosun, Choson)
blog.taragana.com -- Joseon royal tombs in South Korea to be designated as UNESCO World Heritage site
sindhtoday.net -- Joseon royal tombs in South Korea to be designated as UNESCO World Heritage site
ocp.go.kr -- Searching for the royal tombs of the Joseon Kingdom
topnews.in -- Joseon royal tombs in South Korea to be designated as UNESCO World Heritage site
thaindian.com -- Joseon royal tombs in South Korea to be designated as UNESCO World Heritage site
newsletter.kf.or.kr -- Korean Traditional Landscape Architecture


