Feng Shui Ratgeber

Vegane Versorgung mit Vitamin B12

Von Irmgard Brottrager

B12 wird umso mehr zum Thema, je mehr Veganer es gibt. Da die Bakterien, die das Vitamin produzieren, immer aus dem Erdboden stammen, spielt es keine große Rolle, was man isst, sondern wie steril es ist und wie gesund der Verdauungstrakt ist.

Auch Wasserpflanzen wie Algen enthalten Bakterien. Foto (C) Maja Dumat / flickr

Auch Wasserpflanzen wie Algen enthalten Bakterien. Foto (C) Maja Dumat / flickr

 

Vitamin B12 besteht aus einer Gruppe von Cobalaminen, die als Co-Faktoren von Enzymen eine wichtige Rolle spielen. Es ist nicht nur essentiell für den Eiweiß-Stoffwechsel, sondern auch für das Nervensystem, die Regeneration und das Wachstum der Zellen, die Bildung der roten Blutkörperchen und die Aufnahme von Folsäure. Die Leber kann Vitamin-B12-Reserven für zirka 5 bis 10 Jahre speichern. Bei Mangel können sich Symptome wie Müdigkeit, Entzündungen und Kopfschmerzen zeigen. Ob die B12-Versorgung ausreichend ist, kann man nur mit einem Bluttest feststellen. Wer supplementiert, geht auf Nummer Sicher. Ob es tatsächlich notwendig ist, ist fraglich, denn es gibt genug Veganer, die sich untersuchen haben lassen und ausreichend versorgt sind, obwohl sie nichts supplementiert haben. Da schwere Mangelsymptome äußerst selten sind und leichtere Symptome auf alle möglichen Ursachen zurückgeführt werden können, muss man auch die Richtwerte in Frage stellen. Wenn zu wenig B12 im Blut ankommt, liegt es meist nicht an der mangelnden Zufuhr oder Produktion des Vitamins, sondern an ungesunden Zuständen im Verdauungstrakt.

 

Die Bedeutung des Spurenelementes Kobalt

Cobalaminverbindungen werden ausschließlich von Mikroorganismen und Bakterien gebildet und enthalten das Spurenelement Kobalt als Zentralatom. Kobalt wird in fast allen Nährstofftabellen unterschlagen, obwohl es für die Vitamin- B12-Bildung von großer Bedeutung ist. Statt zu behaupten, dass die wenigsten Pflanzen B12 enthalten, sollte man sich lieber am Kobaltvorkommen orientieren. Die erforderlichen Mikroorganismen befinden sich in der natürlichen Bodenflora und bleiben in Spuren an der Oberfläche von Pflanzen haften. Bei Pflanzen, die aus konventionellem Anbau stammen, ist die Aufnahme von B12 unsicherer als bei Wildpflanzen und Produkten aus biologischem Anbau. Auch Spuren von Erdresten, wie es bei Wurzelgemüse der Fall ist, sind von Vorteil. Kobalt (auch Cobalt geschrieben) ist beispielsweise enthalten in Bohnen und anderem Hülsenfrüchte, Kakaobohnen, Kohlgemüse, Nüssen und keimfähigem Vollkorngetreide. Das Spurenelement ist ein Teil von B12 und kann in der Leber gespeichert werden.

 

 

Kein B12 in keimfreien und gekochten Lebensmittel

Die Versorgung mit Vitamin B12 ist keine Frage, ob man sich vegetarisch, vegan oder tierisch ernährt, sondern wie steril die Lebensmittel sind. Aus Haltbarkeitsgründen sind fast alle verpackten Produkte sterilisiert und enthalten daher keine Keime. Nur Menschen mit einer gesunden Magenschleimhaut und einer intakten Darmflora können ihr Vitamin B12 selbstständig herstellen und absorbieren – ebenso wie alle anderen Säugetiere. Menschen, die übersäuert sind, haben in der Regel eine eingeschränkte B12-Absorption. Es ist daher auch nicht die Frage, ob Hefeflocken und Algen verwertbares B12 enthalten, sondern ob es sich um Produkte in Rohkostqualität handelt oder um sterilisiertes Pulver.

B12-Mangel ist angeblich weit verbreitet, auch bei Fleischessern, weil moderne Tierfutter kaum organisches B12 enthalten, sondern eine synthetische Supplementierung. Das Vitamin ist außerdem hitzeempfindlich und wird beim Kochen, Braten und Backen größtenteils zerstört. Da Tierprodukte selten roh gegessen werden, geht das enthaltene Vitamin spätestens bei der Zubereitung verloren. Vegane Versorgung mit Vitamin B12 ist möglich, wenn man rohe Pflanzen isst, die von Mikroorganismen besiedelt sind. Dazu gehören frisch geerntetes Wurzelgemüse, Essig mit Essigmutter, Kombucha, Kefir, frische Gärgetränke, Sauerkraut und anderes fermentiertes Gemüse, Wildkräuter, Algen, rohe Pilze (Champignons, Pfifferlinge, Eispilze), Tempeh (gekochte Sojabohnen, die mit speziellen Schimmelpilzen geimpft sind), Sprossen, Keimlinge, Kimchi, alle Hülsenfrüchte (Knöllchenbakterien in Leguminosen) und rohe Hefeprodukte. Allerdings nicht, wenn man sie im Supermarkt kauft, denn diese Produkte sind meistens sterilisiert oder erhitzt. Entscheidend ist nicht, ob man die Lebensmittel wäscht, denn Mikroorganismen lassen sich nicht so leicht wegspülen. Sondern entscheidend ist die Frische und Lebendigkeit der Produkte. Auf jeder Bio-Apfelschale sind reichlich Bakterien enthalten, denn sonst würde das Obst nicht zu faulen und gären beginnen und Fruchtfliegen bekommen. Die Fliegen kommen nicht beim Fenster herein, sondern entwickleln sich aus den winzigen Eiern, die sich auf der Schale befinden. Die Kleinstlebewesen sind für das bloße Auge nicht sichtbar. Für Vegetarier sind auch alle Rohmilch-Produkte brauchbare Vitamin-B12-Quellen, vorausgesetzt, sie sind nicht keimfrei gemacht. Probiotische Lebensmittel tragen dazu bei, den Darm zu sanieren und die Eigenproduktion von B12 zu fördern.

 

B12 in der Gartenerde, im Darm und in Ausscheidungen

Die Düngung des Bodens mit tierischen Exkrementen erhöht den Anteil der Mikroorganismen im Boden, weil ein Teil der B12-Produktion ungenutzt ausgeschieden wird. Wie jeder weiß, entstehen auch in der Mundhöhle und im Rachen Bakterien, die zu B12-Bildung beitragen können. Für die Eigenproduktion im Darm ist eine gesunde Darmschleimhaut erforderlich im unteren Dünndarmbereich mit den entsprechenden Bakterienstämmen, die Vitamin B12 bilden und aufnehmen können. Auch im Dickdarm kann B12 gebildet und in Spuren aufgenommen werden. Antibiotika können sich für die B12-Versorgung sehr schädlich auswirken. Wer supplementieren möchte, sollte auf biologische Verwertbarkeit achten, denn nicht alle Arten von Supplementen sind gleich wirksam. Inaktives Cobalamin kann zwar vom Körper umgewandelt werden, ist aber weniger günstig. In der Medizin wird von allem das inaktive Cyanocobalamin eingesetzt. Zu den biologisch aktiven Formen zählen Methylcobalamin, Hydroxocobalamin und Adenosylcobalamin.

 

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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