6 häufige Fehler beim Einrichten im Dachgeschoß

Dachausbauten sind nicht nur bei Einfamilienhäusern beliebt, sondern auch viele alte Stadthäuser sind bis unters Dach verbaut. Die Einrichtung von spitzen Dachräumen ist eine eigene Kunst. Von engen Dachkammern über gemütliche Mansarden bis zu luftigen Penthouses ist vieles möglich.

Altes Fachwerkhaus mit spitzen Dachräumen, Foto (C) Elliott Brown / flickr CC BY 2.0
Altes Fachwerkhaus mit spitzen Dachräumen, Foto (C) Elliott Brown / flickr CC BY 2.0

Leben mit Hindernissen

Das Wohnen unterm Dach ist mit unzähligen Einschränkungen verbunden, weil ein Großteil der Außenwände geneigt ist und nicht die volle Höhe aufweist. Je geringer die Kniestockhöhe ist (vertikaler Wandteil, bevor die Dachschräge ansetzt), umso schwieriger ist der Raum zu nutzen. Ein Großteil der Deckenflächen ist einfach zu niedrig, um die Bereiche aufrecht begehen zu können. Dachräume haben allerdings auch einen großen Vorteil: Da man sie nicht so leicht vollstopfen kann, wirken sie großzügiger und luftiger als gewöhnliche Räume.

1) Voluminöse Schränke in hohen Bereichen

Weil in den niedrigen Bereichen keine hohen Schränke Platz finden, werden sie dort platziert, wo genug Raumhöhe vorhanden ist. Das klingt logisch, ist aber grundverkehrt, weil man sich damit wertvollen Aufenthaltsraum verstellt. Für die Bewegungsfreiheit bleibt nur ein schmaler Flur übrig, denn die niedrigen Bereiche sind nicht begehbar, ohne den Kopf einzuziehen.

Lösung 1)

Voluminöse Kleiderschränke sind nicht für Dachgeschoße geeignet. Wenn man sich frei im Raum bewegen möchte, müssen die niedrigen Bereiche mit Schränken verbaut werden.

2) Betten in den niedrigen Bereichen

Weil man beim Schlafen flach liegt, glauben viele, dass man nicht viel Raumhöhe benötigt. Allerdings muss man ja auch aufstehen und die Betten überziehen. Wer nicht in gebückter Haltung ins Bett kriechen möchte, tut sich nichts Gutes, wenn er sein Bett unter einer Dachschräge anordnet. Außerdem ist die Luft in den Raumnischen meist abgestandener als in Bereichen mit voller Raumhöhe.

Lösung 2)

Betten sollten von beiden Seiten in aufrechter Körperhaltung begehbar sein. Aus hygienischen Gründen ist es von Vorteil, wenn die Längsseiten nicht direkt an Wände angrenzen. Wenn es nicht anders geht, sollte zumindest ein Teil des Bettes von Luft umspült sein.

3) Küchenzeilen in niedrigen Bereichen

Da man sich beim Kochen oft bücken muss, sind Kopfverletzungen vorprogrammiert, wenn man sich häufig in Richtung Dachschräge beugt. Die Angst vor dem Anstoßen an der Decke kann zu Stess und Verspannungen führen.

Lösung 3)

Wenn es nicht anders geht, sollte man die Küchenzeile möglichst weit wegrücken von der Außenwand und die Hauptarbeitsfläche direkt unter dem Dachfenster anordnen, wo mehr Höhe vorhanden ist. Maßgefertigte Hochschränke und Ablageflächen sind seitlich zu platzieren. Standard-Hochschränke sind für Dachgeschoßküchen nicht geeignet. Besser ist es, wenn man im niedrigen Bereich nur Stauraum unterbringt, aber keine Flächen, an denen man stehend arbeiten muss. Sitzende Tätigkeiten sind kein Problem.

4) Alle Türen in der Mitte des Geschoßes

Da man in den niedrigen Bereichen keine Türen unterbringt, liegt es nahe, alle Türen in der Mitte anzuordnen, wo am meisten Platz ist. Wenn auch noch hohe Schränke vorhanden sind, ist die gesamte Raummitte mit Türen und Schränken verplant. Die Mitte sollte eigentlich frei sein und der Bewegung dienen.

Lösung 4)

Um in der Mitte einen befriedigenden Freiraum zu erhalten, sind Türen möglichst zu vermeiden oder so weit wie möglich seitlich anzuordnen. Mit offenen Treppen, halbhohen Wänden und Innenfenstern werden die Blickbezüge aufgelockert.

Niedriger Dachboden vor dem Ausbau, Foto (C) Jesus Rodriguez / flickr CC BY 2.0
Niedriger Dachboden vor dem Ausbau, Foto (C) Jesus Rodriguez / flickr CC BY 2.0

5) Wenig Giebelfenster und viele Dachflächenfenster

Dachflächenfenster spenden viel Tageslicht, aber wenig Aussicht.

Lösung 5)

Wer mehr sehen möchte als wechselnde Wolkenbilder, sollte nicht in Dachfenster investieren, sondern in Fenster an den Giebelseiten des Hauses. Dachflächenfenster sind außerdem nicht öffenbar, wenn es wochenlang regnet oder schneit.

6) Empfindliche Bodenbeläge und Oberflächen

Wo Dachflächenfenster sind, kann es hereinregnen. Auch wenn sich die Fenster automatisch schließen bei schlechtem Wetter, muss mit Feuchtigkeit gerechnet werden nach Schneefällen, bei Tauwetter und bei wechselhafter Witterung.

Lösung 6)

Man muss natürlich nicht alles verfliesen, aber es ist von Vorteil, wenn sich direkt unter den Dachfenstern keine Oberflächen befinden, die keine Feuchtigkeit vertragen.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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