8 neue Wohntrends

Die Zeit bleibt nicht stehen und Veränderungen im Lifestyle wirken sich auch auf unsere Behausungen aus. Durch die Digitalisierung, Globalisierung und die Individualisierung entstehen neue Gewohnheiten und Vorlieben.

Modern Livingroom, Foto (C) Jeremy Levine / flickr CC BY 2.0
Modern Livingroom, Foto (C) Jeremy Levine / flickr CC BY 2.0

 

Nicht alle Trends verlaufen einheitlich, sondern manche sind auch gegenläufig. Zum Beispiel werden die Wohnflächen einerseits kleiner, aber auch größer. Das hat damit zu tun, dass es immer mehr Single-Haushalte gibt und mobile Tiny-Häuser stark im Trend liegen. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Haus-Erben, die über ein reichliches Platzangebot verfügen. Typische Kleinfamilien-Wohnungen sind nicht mehr der Normalfall. Die Jugendlichen ziehen im Durchschnitt später aus, weil sie längere Ausbildungszeiten haben und später Eltern werden. Die alten Eltern werden wieder mehr integriert und nicht so schnell in Pflegeheime abgeschoben, seit es mobile Pflegedienste gibt. Alle diese sozialen und demografischen Veränderungen haben Auswirkungen auf die Gestaltung des Wohnraumes.

 

1) Offene und Grundrisse

In Single- und Paarwohnungen sind Zwischenwände, Türen und Gänge mehr hinderlich als nützlich. Außerdem kosten sie unnötig Geld. Es kann natürlich vorkommen, dass Unterteilungen notwendig sind aus akustischen Gründen oder wenn ein Partner Schichtdienst hat, aber im Allgemeinen ist es nervig, ständig Türen im Weg stehen zu haben, die man sowieso nie zumacht. Offene Grundrisse sehen wesentlich großzügiger aus und auch die Raumluft ist besser. Was man nicht herzeigen möchte, wird in Einbauschränken versteckt.

 

2) Multifunktionelle Räume

Laptops und Smartphones bringen es mit sich, dass man heutzutage fast überall ins Internet kommt – egal ob man das Worldwideweb für die Arbeit benötigt oder für die private Unterhaltung. Es ist nicht mehr nötig, sich mit den Familienmitgliedern auf ein Fernsehprogramm zu einigen, denn dank Internet-Video-Portalen wie Youtube und Vimeo kann sich jeder die Medien aussuchen, die ihn wirklich interessieren. Das Sofa vorm Fernseher und auch der Fernseher selbst sind eigentlich überflüssig. Wer nicht allzu häufig Gäste hat, kann auf ein Wohnzimmer gänzlich verzichten, zumal man sich sowieso meist am Esstisch trifft und nicht auf kuscheligen Liegebänken.

 

3) Räume für Sondernutzungen

Wer die Funktionen nicht vermischen möchte, weil sie nicht zusammenpassen oder weil die Interessen zu unterschiedlich sind, wünscht sich ein Extrazimmer (oder mehrere). Zum Beispiel für Gäste, Fitness, Wellness, Meditation, Yoga, Bücher, Musizieren, Spiele, Wäsche, Basteln, Werken, Vorräte, Haustiere, Partys und so weiter. Ein Extrazimmer hat außerdem den Vorteil, dass der Haushalt wachsen kann, wenn man noch Single ist oder sich Nachwuchs wünscht.

 

4) Kleiderkammern und begehbare Schränke

Voluminöse Kleiderschränke wirken nicht nur klobig, sondern sind auch unpraktisch, weil man ständig Türen auf- und zumachen muss und die Übersicht fehlt. In begehbaren Schränken ist alles griffbereit und meistens ist das Platzangebot auch etwas größer als üblich.

 

5) Durchgehende Fußboden-Beläge

Die offenen Grundrisse und multifunktionellen Räume bringen es mit sich, dass auch die Bodenbeläge einheitlicher werden. Fliesen im Bad, Teppiche im Schlafzimmer, PVC-Beläge in der Küche und Parkettböden im Wohnzimmer sind passé. Wenn es kaum noch Zimmertüren gibt, kann auch auf die Türanschläge im Boden verzichtet werden und alles in einer Ebene durchgehen.

Foto (C) jjandchris / flickr CC BY 2.0
Foto (C) jjandchris / flickr CC BY 2.0

 

6) Zurück zur Natur, Recycling und Upcycling

Altbauwohnungen, Antiquitäten und Qualitätshandwerk genießen einen höheren Stellenwert denn je, denn die modernen Kunststoff-Produkte sehen zwar cool aus, sind aber weder umweltfreundlich noch nachhaltig. Zeitloses Design, egal aus welcher Epoche, wird von Jahr zu Jahr wertvoller. Außerdem ist Gebrauchtes auf Grund seiner Geschichte immer ein Unikat und daher bestens geeignet, um eine Einrichtung ganz individuell zu gestalten.

 

7) Einbauschränke und offene Regale

Schränke werden immer öfter durch Regalbretter ersetzt, die weder eine Rückwand noch Seitenwände noch Türen besitzen. Was versteckt werden soll, landet elegant in maßgefertigen Einbauschränken. Die Küche darf wie eine Werkstatt aussehen und der „Alibert“ im Bad (dreiteiliger Spiegelschrank über dem Waschbecken) muss auch nicht mehr sein. Die neue Offenheit setzt natürlich eine gewisse Design-Qualtiät voraus und ist nicht jedermann`s Sache. In ganz modernen Wohnzimmern ist gar kein Schrank mehr zu sehen, sondern nur eine gemütliche Polsterlandschaft vor einem Kamin.

 

8) Flexible Kleinmöbel

Für kleinere Wohnungen sind flexible Kleinmöbel ideal, die sich vielseitig kombinieren lassen. Die Teile sind leichter und abgespeckter denn je. Besonders beliebt sind Hocker, Kisten und Truhen, die zugleich Sitzgelegenheit, Podest, Couchtisch, Nachttisch, Regal, Stellfläche, Dekoration und Trittstufen sein können. Auch Körbe sind sehr flexibel und zum Beispiel als Wäschekörbe, Abfallbehälter, Obstkörbe, für Spielsachen, Schuhe, Brennholz und Bastelmaterialien, als Blumen-Übertöpfe und Zeitschriftenständer geeeignet.

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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