Abwärme-Nutzung und Wärmerückgewinnung

Abwärme ist eine Form von Abfall-Energie, die ungenutzt verströmt, wenn wir sie nicht bewusst nutzen. Sofern man kein Gerät dafür braucht, steht sie völlig kostenlos zur Verfügung.

Dunstabzug, Foto (C) Chalon Handmade / flickr
Dunstabzug, Foto (C) Chalon Handmade / flickr

 

Passive Abwärme-Nutzung ohne technische Anlagen

Als Abwärme-Nutzung kann man jede Form von Mehrfachnutzung von Wärme bezeichnen. Man benötigt nicht unbedingt ein Gerät dafür, sondern nur Bewusstsein und etwas Geschick. Ganz simple Möglichkeiten sind zum Beispiel:

  • Nutzung der Wärme, die beim Kochen entsteht, für die Raumheizung.
  • Nutzung der Abwärme von Glühbirnen für die Raumheizung.
  • Abwärme-Nutzung von Adaptern, PCs, Boilern, Bügeleisen, Kerzen, Kühlschränken, Waschmaschinen und anderen Wärmequellen im Raum.
  • Passive Sonnenenergienutzung durch die Fensterscheiben.
  • Abwärme von Tieren und Mitmenschen und sogar manchen Pflanzen.
  • Nutzung der Abwärme von Fernwärmeübergabe-Stationen für die Temperierung von Trockenräumen im Keller.
  • Heizkosten sparen mit den Wärmeverlusten von geheizten Nachbarwohnungen.
  • Passive Wärmenutzung von Kamin- und Abluftrohren
  • Wärmenutzung, die durch körperliche Bewegung entsteht.
  • Nutzen der eigenen Körperwärme durch warme Kleidung und kuschelige Bettwäsche.
  • Restwärme nutzen beim Backen und Kochen.

Wer schlau ist, ordnet die Sitzplätze in der Nähe von Abwärmequellen an (Kamin, Herd, Sonnenfenster) und muss dadurch weniger heizen. Wenn es der Zeitplan erlaubt, kann man auch eine halbe Stunde bügeln, statt die Heizung aufzudrehen. In kleinen Küchen und Bädern ist es oft so warm, dass man auf eine Zentralheizung verzichten kann und mit gelegentlicher Elektroheizung auskommt, wobei besonders Infrarotstrahler zu empfehlen sind. Da sie nicht die Luft erwärmen, sondern die Oberflächen und die Haut, ist keinerlei Vorlaufzeit erforderlich. Man heizt nur die paar Minuten, die man im Bad steht und schaltet dann wieder aus.

 

Prozesswärme in Unternehmen

Prozesswärme entsteht zum Beispiel als Nebenprodukt von PC-Arbeitsplätzen. In Bäckereien, Profi-Küchen und Druckereien, wo besonders viel Wärme entsteht, lässt sich entsprechend viel Energie zurückgewinnen, die im Sommer für die Warmwasserbereitung verwendet und im Winter für die Heizung von anderen Räumen herangezogen werden kann. Die Wärmeübertragung erfolgt mittels Wärmetauscher. Die Abwärme-Nutzung lohnt sich besonders dann, wenn die Wärme kontinuierlich erzeugt wird.

Dass die Prozesswärme oft nicht genutzt wird, hat damit zu tun, dass Informationen fehlen, die Investitionskosten gescheut werden oder schlichtweg darauf vergessen wird. Wie kommt man überhaupt zu einer Wärmerückgewinnungsanlage? Man kann sich Angebote machen lassen von Fachfirmen, unabhängige Energieberater beiziehen oder öffentliche Energieberatungsstellen aufsuchen. Zur Vorinformation findet man auch viele Informationen im Internet. Wärme-Rückgewinnungsanlagen sind vielfach erprobt und bewährt und es gibt sie in vielen Ausführungsformen. Neue Wärmetauscher-Materialien sind korrosionsbeständig und halten auch auch hohe Temperaturen aus.

Einige Möglichkeiten, überschüssige Wärme nutzbar zu machen:

  • Abluft-Absaugung
  • Wärmetauscher in der Lüftungsanlage
  • Übertragung der Wärme in der Luft auf Wasser mittels Wärmetauscher

 

Umluft-, Frischluft- und Abluftsysteme

In älteren Häusern wird die Abluft direkt ins Freie transportiert, zum Beispiel über Ventilatoren in den Sanitärräumen und über den Dunstabzug in der Küche. Hier handelt es sich um Abluftanlagen, bei denen die in der Luft enthaltende Wärme verloren geht. Bei Frischluft- oder Zuluft-Anlagen, wird die verbrauchte Luft ebenfalls abgeführt, aber die Wärme wird vorher entzogen und auf das Zuluft-Rohr übertragen. Bei Umluft-Systemen wird die Luft nur gefiltert, aber nicht ausgetauscht. Es gibt auch Anlagen, bei denen die Umluft mit Frischluft gemischt wird.

Kaminplatz, Foto (C) Brent Eckley / flickr
Kaminplatz, Foto (C) Brent Eckley / flickr

 

Wärmerückgewinnung für den Dunstabzug

In Haushalten ist es vor allem die Lüftung, bei der am meisten Wärme verloren geht. In modernen Passivhäusern, Niedrigstenergie-Häusern und Nullenergiehäusern ist daher eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installiert. Je nachdem, ob es sich um eine Frischluft- oder Umluft-Anlage handelt, ist der Dunstabzug integriert oder nicht. Wenn der Dunstabzug nicht eingebunden ist, sollte es sich um einen Umluft-Dunstabzug handeln, um die Lüftungswärmeverluste in Grenzen zu halten. Es gibt jedoch auch eigene Wärmetauscher für Dunstabzüge, zum Beispiel von der Firma Nilan. Sie  stellt gleichzeitig ein Lüftungsgerät für den ganzen Raum dar. Auch die Firma Heindl bietet Wärmerückgewinnungsanlagen für Dunstabzüge. Mit der Abwärme des Dunstabzuges kann die Frischluft vorgewärmt werden. Bei Wärmetauschern (Wärmeübertragern) ist grundsätzlich immer ein zweites Medium erforderlich, auf das die Wärme übertragen wird. Man unterscheidet folgende Prinzipien:

  • Luft – Luft (bzw. Gas – Gas)
  • Luft – Wasser oder Wasser – Luft (bzw. Gas – Flüssigkeit)
  • Wasser – Wasser (bzw. Flüssigkeit – Flüssigkeit)

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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