Aufruf zur Mückenjagd – im Namen der Wissenschaft

Mücken lieben es feucht und warm. Genau das Wetter, das die Menschen derzeit an vielen Orten belastet, ist für Mücken perfekt. Gut möglich also, dass uns eine Mückenplage bevorsteht.

Mücke beim Versuch durch eine Jeanshose hindurchzustechen
Mücke beim Versuch durch eine Jeanshose hindurchzustechen (Foto: turkletom / Flickr)

Solche Warnungen sind von Mückenexperten zu vernehmen. Und die Fachleute rufen dazu auf, als Mückenjäger aktiv zu werden. Damit soll allerdings nicht den Plagegeistern der Garaus gemacht werden. Das wäre wohl schwerlich zu schaffen. Oft ist es ja schon schwer genug, ein einziges Exemplar zu erwischen. Bei der groß angelegten Mückenjagd geht es vielmehr um die wissenschaftliche Erforschung der blutsaugenden Tierchen.

Mückenatlas

Zwar sind hierzulande gut 50 Stechmückenarten nachgewiesen. Viel mehr ist aber auch in Fachkreisen nicht bekannt. Es fehlt das grundlegende Wissen über die Eigenarten und das Vorkommen der verschiedenen Arten. Um dies zu ändern, rufen die Wissenschaftler nun zum deutschlandweiten Mückensammeln auf. Auf Grundlage der eingeschickten Mückenexemplare entsteht ein sogenannter Mückenatlas. Dieser bietet eine Übersicht über die in den Regionen zu den verschiedenen Jahreszeiten vorkommenden unterschiedlichen Stechmückenarten.

Der Mückenatlas 2016 zeigt, wo Mückensammler bereits aktiv geworden sind
Der Mückenatlas 2016 zeigt, wo Mückensammler bereits aktiv geworden sind (Bildquelle: www.mueckenatlas.de)

Wozu das gut sein soll? Man könnte ja annehmen, dass es ziemlich unerheblich ist, wie die Art heißt, die für den fiesen, juckenden Stich gesorgt hat. Tatsächlich sollten wir uns aber sehr wohl darüber Gedanken machen, wer wo zusticht. Denn Klimawandel und Globalisierung haben dazu beigetragen, dass sich bereits Mückenarten angesiedelt haben, die ursprünglich aus ganz anderen Weltregionen stammen. Weil Stechmücken viele Krankheiten übertragen können, stehen sie nun unter genauer Beobachtung.

Tigermücke überträgt Viren

Recht bekannt dürfte die Asiatische Tigermücke sein, die in den vergangenen Jahren immer häufiger in Süddeutschland gesichtet wurde. Die Fachleute gehen davon aus, dass diese Mückenart, die eigentlich in wärmeren Regionen zuhause ist, hier überwintert hat. Die Asiatische Tigermücke kann 20 Viren übertragen.

Die Mückenforscher fangen zwar selbst mit verschiedenen Fallen die hier vorkommenden Mückenarten, um sie weiter zu erforschen. Mit dem Aufruf zum allgemeinen Mückenfangen wollen sie aber ihre Erkenntnisse erweitern und noch mehr Informationen über die Verbreitung der Arten sammeln. Das Projekt Mückenatlas existiert seit 2012. Besonders viele Mückenfundorte wurden im Jahr 2013 registriert, während es im vergangenen Jahr vergleichsweise wenige waren. Sollte es demnächst die angekündigte Mückenplage geben, dürfen die Forscher für dieses Jahr wohl wieder mit sehr vielen Einsendungen rechnen. Bis jetzt sind es schon über 600.

Eingeschickt werden sollen übrigens nur intakte Exemplare. Es gilt also, die Mücke lebendig zu fangen, um sie dann möglichst gut zu „konservieren“. Dazu sollte der Moment abgewartet werden, in dem sich die Mücke niederlässt. Ein bereitgehaltenes kleines Gefäß soll dann darüber gestülpt und anschließend verschlossen werden. Die Mücke muss dann im Gefäß über Nacht ins Tiefkühlfach, bevor sie auf den Postweg zum Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung nach Müncheberg geht.

Pflanzen und Tiere gegen Mücken

Mückenjäger Nr. 1: Vögel wie z.B. der Spatz
Mückenjäger Nr. 1: Vögel wie z.B. der Spatz (Foto: Jenny Downing)

Wer sich die Mücken im Garten, auf Balkon und Terrasse lieber fernhalten möchte, kann es mit den passenden Pflanzen versuchen. Bei mir stehen die Tomatenpflanzen zusammen mit Zitronenmelisse, Lavendel, Rosmarin, Thymian und Basilikum in hübscher Reihe um die Terrasse. Mücken mögen all diese intensiven Düfte gar nicht. Auch Geranien sollen helfen, und ein echter Mückenschreck ist Eukalyptus. Ersatzweise eignen sich auch entsprechende Duftkerzen zur Mückenabwehr. Die besten Mückenjäger sind aber immer noch die Vögel. Wer sie im Garten oder vor dem Balkon hat, kann sich glücklich schätzen.

Quellen:

www.zeit.de – Bitte nicht zerquetschen!

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