Boxspringbetten – der neue Trend am Bettenmarkt

„Boxspringbetten“ klingt nicht sonderlich gemütlich, sondern lässt an Bettsport und Kissenschlachten denken. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die voluminösen Betten-Konstruktionen aus Skandinavien gehören zu den bequemsten, die es gibt.

Boxspringbetten sehen optisch aus wie Sofabetten. Foto: Porta.de
Boxspringbetten sehen optisch aus wie Sofabetten. Foto: Porta.de

Schlafen wie eine Prinzessin auf der Erbse

Der Matratzenaufbau hat ungefähr die gleiche Höhe wie Sitzmöbel – nämlich mindestens 45 Zentimeter. Man kann sich also bequem ins Bett setzen und hat auch beim Aufstehen keine Schwierigkeiten, falls die Gelenke schon ein wenig eingerostet sind. Der Unterbau besteht nicht aus einer einzigen Matratze, sondern aus mehreren Lagen. Zuunterst ist eine dicke Federkernmatratze mit Bonellfedern angeordnet, die für Elastizität und Luftzirkulation sorgt. Sie wird „Boxspring“ genannt. Darauf liegt eine zweite Federkernmatratze mit Taschenfedern, die etwas dünner ist. Sie ist für die Stabilität zuständig. Zuoberst wird das ganze mit einer dünnen, weichen Matratze abgerundet, die „Topper“ genannt wird und für einen kuscheligen Schlafkomfort sorgt. Der Topper erfüllt praktisch die Funktion eines Unterbetts, das auch für gewöhnliche Matratzen empfohlen wird.

Was sind Bonellfedern?

Diese sprialförmigen Matratzenfedern haben eine taillierte Form und werden nur in geringer Anzahl eingebaut. Bonell-Federkern-Matratzen haben daher ein leichtes Gewicht und sind besonders elastisch. Im Luftraum zwischen den Federn kann die Luft frei zirkulieren. Eingedrungene Feuchtigkeit trocknet schnell wieder aus. Wegen der hohen Elastizität der Matratze kann man sich einen teuren Lattenrost mit aufwändiger Lagerung ersparen. Ein steifer Rost mit harten Holzlatten genügt. Ein Nachteil ist, dass die Matratze zu schwingen beginnt, wenn man sich im Bett bewegt. Durch das Schaukeln und Nachschwingen, das bei jeder Drehbewegung entsteht, kann der Partner gestört werden. Bonellfedern sorgen außerdem nur für eine flächige Elastizität, bieten aber keine punktuelle Unterstützung. Man schwimmt mehr oder weniger haltlos auf der wogenden Unterlage dahin.

Was sind Taschenfederkern-Matratzen?

So genannte Taschenfedern sind ebenfalls spiralförmig, aber fester, nicht tailliert und in kleinen Stofff-Säckcken (= Taschen) angeordnet. Die Taschen liegen eng nebeneinander, so dass man überall Halt findet. Durch die vielen Metall-Teile erreicht die Matratze ein höheres Gewicht. Als hochwertigste Federkernmatratze gilt die „Tonnentaschenfederkern-Matratze“. Hier sind die Federn ebenfalls in Taschen eingepackt, aber zusätzlich tonnenförmig bzw. bauchig gewölbt. Die Springfedern werden oben und unten durch feste Schaumstofflagen abgepuffert, die den Druck aus den Federn aufnehmen und in der Fläche verteilen. Diese Materialien haben den Nachteil, dass sie sehr kalt wirken und nicht aus Naturstoffen bestehen. Frauen, die im Bett leicht frieren, sind mit Schaumstoff- und Federkernmatratzen nicht gut beraten. Die Stofftaschen sollen verhindern, dass es zu Quietschgeräuschen kommt, aber man muss damit rechnen, dass die Taschen die ständige Reibung nicht ewig aushalten und irgendwann reißen.

Was sind Multipocket-Federkernmatratzen?

Die Matratze besteht hier nicht aus einer Lage mit Federtaschen, sondern aus mindestens zwei Lagen übereinander. Durch diese Konstruktion wird das Körpergewicht noch besser verteilt. Die einzelnen Federn sind kürzer und entwickeln daher weniger Springkraft. Die Angst, dass irgendwann eine lange Feder aus der Matratze heraussteht, weil sie sich im Laufe der Jahre durchgescheuert hat, ist hier weniger begründet.

Warum man Betten und Matratzen nicht separat kaufen sollte

Besonders bei Boxpringbetten kommt es auf die Abstimmung der einzelnen Komponenten an. Bei kompletten Bettsystemen passen der Bettkorpus, der Lattenrost, die Matratzen und sonstigen Auflagen garantiert zusammen. Boxspringbetten dieser Art findet man zum Beispiel bei porta.de. Boxspring-Matratzen sind für normale Bettrahmen zu hoch und erfordern daher eine spezielle Unterkonstruktion. Eine schöne Übersicht, wie Boxspringbetten aussehen können, bietet die Internetplattform Pinterest. Wer gerne reist und in Hotels übernachtet, wird vermutlich bereits in einem „Schwedenbett“ geschlafen haben. Meistens ist gar kein Bettrahmen zu sehen, sondern die Matratzen sind so gestaltet, dass sie wie ein Polstermöbel aussehen. Nur die oberste Lage wird mit einem Bettlaken überzogen. Ein Nachteil ist, dass man diesen Bettsystemen nichts verstellen kann. Man fühlt sich entweder wohl damit oder sollte sich einen anderen Bett-Typ suchen.

Wie empfehlenswert sind Boxpringbetten?

Die Stiftung Warentest kam zu dem Ergebnis, dass Schwedenbetten nicht unbedingt besser sind als andere Matratzen in guter Qualität. Da der oben genannte Aufbau nur ein Beispiel ist, darf man nicht erwarten, dass jedes Boxspringbett höchste Qualitätsansprüche erfüllt. Für Menschen, die Metallteile ablehnen, scheidet dieser Matratzenaufbau sowieso aus. Die weichen Teile müssen nicht aus Schaumstoff und Synthetics bestehen, jedoch ist das aus Kostengründen meistens der Fall. Boxspringbetten mit Naturtextilien sind wesentlich teurer. Ein weiterer Punkt ist die Sauberhaltung und Reinigung, weil die Matratzen auf den Seitenflächen nicht geschützt sind und wie Sofabetten fleckig werden können. Das Betthaupt ist meistens mit demselben Stoff bezogen, der in der Regel nicht ausgewechselt und nicht gewaschen werden kann. In Hotels, wo die Bettkanten von den verschiedensten Gästen abgegriffen werden, kann das zu Hygieneproblemen führen. Die Ansprüche an Betten sind sehr verschieden und hängen von den individuellen Gewohnheiten ab. Boxspringbetten sind nie ganz billig und machen auf jeden Fall was her.

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