Die Energiequalitäten im Spätherbst

Laut Europäischem Fengshui beginnt bereits am 1. November der Frühwinter. Er ist eine Phase des Sterbens und Abschiednehmens. Die trübe und düstere Zeit-Qualität begünstigt alle Loslass-Übungen und Transformationsprozesse. 

Nebel-verhangene Aussicht im November, Foto (C) Irmgard Brottrager
Nebel-verhangene Aussicht im November, Foto (C) Irmgard Brottrager

Anfang November betreten wir den letzten Abschnitt des Jahreskreises, der für viele Menschen der schwerste ist. Alles löst sich, die Blätter verlieren ihre bunte Farbe, werden fahl und kraftlos, bis bereits der leiseste Windhauch genügt, um sie davon zu wehen. Das Wasser entweicht, nichts bleibt übrig, was nicht fest mit der Erde verwurzelt ist. Die Sonne ist schwach und zeigt sich jeden Tag ein wenig kürzer. Die Natur bewegt sich auf ein vorläufiges Ende zu und bereitet sich auf eine tiefwinterliche Tiefschlafphase vor. Aber wie jede Phase, hat auch diese ihre positiven Seiten. Loslösungsprozesse stehen jetzt im Einklang mit der Natur und fallen leichter denn je. So sehr der Durchblick nach außen vernebelt ist, so sehr haben wir Zugang zu unseren inneren Vorstellungen und Ideen. Die Ernte ist vorbei, es ist jetzt eine gute Zeit für Inventur, Bilanzen, neue Weichenstellungen und Pläne. Wir halten uns wieder mehr in Innenräumen auf und gehen weniger außer Haus. Rückzug und Cocooning sind angesagt, es wird wieder mehr gelesen und meditiert. Auch für Studien und Weiterbildungen passt diese ruhige und besinnliche Atmosphäre, in der wir besonders offen sind für neue Erkenntnisse.

Nebeldecke über der Vouraikos-Schlucht in Griechenland, Foto: linz_ellinas (Konstantinos Dafalias)
Nebeldecke über der Vouraikos-Schlucht in Griechenland, Foto: linz_ellinas (Konstantinos Dafalias)

Menschen, die auch charakterlich dem Novembertyp entsprechen, neigen nicht nur im Spätherbst zum Tiefgang, sondern fühlen sich ganzjährig zu transformativen Tätigkeiten hingezogen. Sie beschäftigen sich mit Philosophie, Psychologie, Naturheilkunde, Soziologie, Theologie oder Coaching, sind gut im Loslassen von einschränkenden Situationen oder üben sich darin. Sie bevorzugen natürliche Materialien, die nicht ewig halten müssen und auch gerne eine Patina annehmen dürfen. Ihr Haus ist vielleicht mit vergrauten Holzlatten verkleidet, am Gründach wachsen magere Gräser, die Einrichtung ist auf das Wesentliche reduziert. Vieles kommt und vergeht, die Karrieren dieser Menschen sind wechselhaft, alles darf geschehen und soll sich ändern, nichts wird festgehalten. Sie haben keine Angst vor dem Dunklen und Traurigen, vor Tod und Einsamkeit, sie wirken entspannt, gelöst und weise, und sind aufgrund dieser Fähigkeiten besonders geeignet, um Mitmenschen in Krisensituationen beizustehen, sie zu beraten und zu führen. Die im Sternzeichen Skorpion Geborenen suchen Veränderung und Transformation nicht nur im Trauermodus, sondern auch mit Leidenschaft! (Da spielt das Feuer des Oktobers noch herein, das im November langsam erlischt und nur noch als inneres Licht überdauert. In der kalten Asche ist kein Funke mehr, aber Asche ist ein hervorragender Dünger.) „Schattenarbeiter“ sind mindestens genauso wichtig wie „Lichtarbeiter“. Aufdecken, entlarven, ausbuddeln, ans Licht bringen, erkennen und benennen, verwerfen oder reinigen, das ist der Job der geistigen Müllentsorger. Die Farben des Novembers sind Grau und Violett.

Der November steht nicht nur für Verlust und Tod, sondern auch für unsere Beziehungen mit den außerirdischen Welten. Foto (C) Irmgard Brottrager
Der November steht nicht nur für Verlust und Tod, sondern auch für unsere Beziehungen mit den außerirdischen Welten. Foto (C) Irmgard Brottrager

Fengshui-Tipps für alle, die sich mit der Jahreszeit nicht so recht anfreunden können: Reinigungs- und Aufräumarbeiten erleichtern den Abschied vom heurigen Jahr. Nach einem gründlichen Herbst- und Vorweihnachtsputz fühlt man sich besser bewappnet für die Ruhephase und das, was „danach“ kommen mag. Widmen Sie sich Ihren Innenräumen, entrümpeln Sie und investieren Sie in mehr Behaglichkeit! Wer sich geborgenen fühlt im eigenen Nest, kann die rückzügliche Phase besser genießen. Stellen Sie sich bewusst darauf ein, dass die Tage nun immer kürzer werden bis zum offiziellen Winterbeginn am 21. Dezember. Am 22. Dezember ist dieser „Abwärtstrend“ überstanden, bis dahin hat auch die Natur „aufgeräumt“, es wird wieder heller und es beginnt die Vorbereitung auf was Neues. Es gibt ein Leben nach dem Jahreszeitentod!

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Irmgard Brottrager
Über Irmgard Brottrager 732 Artikel
Irmgard Brottrager ist Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur, Fachredakteurin und Fengshuiberaterin in Graz. Sie beschäftigt sich vorzugsweise mit Aufgaben, die mit dem Menschen und seinem Umfeld zu tun haben. Irmgard erreicht ihr unter i.brottrager@everyday-feng-shui.de

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