Fair-Trade: Gutes Gewissen sorgt für kulinarischen Genuss

Fair gehandelte Produkte werden immer beliebter. Ob Rosen aus Kenia oder Bananen aus Brasilien – der Anteil der fairen Waren am hiesigen Angebot wächst. In einer Kölner Feldstudie bewiesen die Teilnehmer nun entsprechend Geschmack: Kaffee und Schokolade mit dem Fair-Trade-Etikett mundeten den Probanden besser als die Alternativen ohne den fairen Aufkleber.

Bananen mit Fair-Trade-Etikett schmecken einfach besser, oder nicht?
Bananen mit Fair-Trade-Etikett schmecken einfach besser, oder nicht? (Foto: lilivanili)

 

Etikett mit psychologischer Wirkung

Was die Teilnehmer des Tests der Kölner Wirtschaftspsychologen nicht wussten: Ihnen wurden zum Geschmacksvergleich identische Kaffee- und Schokoladensorten präsentiert. Es handelte sich quasi um einen Etikettenschwindel. Denn lediglich die Verpackungen der zu testenden Produkte unterschieden sich voneinander, während der Inhalt jeweils der gleiche war. Die Wissenschaftler zweier Kölner Hochschulen wollten so die psychologische Wirkung des Fair-Trade-Labels untersuchen. Ihre Schlussfolgerung: Ein moralischer Hintergrund eines Produkts verbessert das Geschmackserlebnis.

Fairer Markt wächst stark

Die Entwicklung des Fair-Trade Handels weltweit (Bildquelle: www.ngretaileurope.com)
Die Entwicklung des Fair-Trade Handels weltweit (Bildquelle: www.ngretaileurope.com)

Für den Handel könnten solche Ergebnisse Ansporn sein, den Anteil der Fair-Trade-Produkte in den Regalen auszuweiten. Zwar haben gerecht gehandelte Waren längst die Nische der Eine-Welt-Läden verlassen und finden sich auch in Supermärkten. Deutschland gilt sogar als großer Wachstumsmarkt, was fair gehandelte Produkte betrifft. Offenbar steigt auch die Nachfrage. Doch noch dominiert herkömmlich Gehandeltes deutlich das hiesige Warenangebot. So steigt der Marktanteil der Fair-Trade-Bananen seit einiger Zeit enorm, erreicht aber dennoch erst rund 5 Prozent des Gesamtangebots. 17000 Tonnen fair gehandelte Bananen wurden im ersten Halbjahr 2013 in Deutschland verkauft. Das waren doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2012. Ähnlich stark, nämlich um 45 Prozent, stieg der gesamte Absatz aller fair gehandelten Produkte. Der Anteil am Gesamtmarkt ist aber noch verschwindend gering. Allein die gerecht gehandelten Rosen aus Kenia haben den Durchbruch geschafft. Ihr Marktanteil liegt bei mehr als 20 Prozent.

Kaufentscheidung leicht gemacht

Ein weiteres Wachstum auf dem Markt der fairen Produkte könnte den weltweit rund 1,3 Millionen Kleinbauern und Kooperativen, die vom fairen Handel leben, bei der Existenzsicherung helfen. Für ihre Produkte bekommen die Kleinbauern einen garantierten Preis, der über dem Weltmarktpreis liegt. Zudem gibt es Prämienzahlungen, die in regionale Projekte fließen, um dort Infrastruktur, Bildung, Naturschutz und Gesundheit zu fördern. Während der Fair-Trade-Kauf für hiesige Verbraucher finanziell kaum ins Gewicht fallen dürfte, bedeutet er für die betroffenen Kleinbauern im Zweifel einen erheblichen Unterschied in der Lebensqualität. Fair gehandelte Produkte sorgen zudem bei den Käufern für ein gutes Gewissen – und sie schmecken ihnen womöglich deshalb auch besonders gut. Wenn das Nützliche also mit dem Angenehmen so gut harmoniert, spricht kaum etwas dagegen, beim nächsten Einkauf auf das entsprechende Etikett zu achten. Ob sich übrigens die fair gehandelten Rosen auf dem Markt so gut durchgesetzt haben, weil sie in der Wahrnehmung der Käufer wegen ihrer Herkunft besser duften als andere Rosen, wurde nicht untersucht.

Quellen:

www.welt.de – Produkte mit Gütesiegeln schmecken besser
www.berliner-zeitung.de – Fairer Handel liegt im Trend

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