LENR-Pionier Martin Fleischmann im Alter von 85 gestorben

Wir stehen am Rande einer Energierevolution, deren Ankunft Deutschland bislang völlig verschlafen hat. Ausgangspunkt dieser Revolution war Martin Fleischmann, der kürzlich im Alter von 85 Jahren gestorben ist. Fleischmann war Mitentdecker eines Phänomens, das als „Kalte Fusion“ bekannt geworden ist. Zeit zu trauern bleibt uns jedoch kaum, denn Fleischmanns Erben haben „aufgerüstet“. Deutschland wach auf!

Martin Fleischmann 1989
Martin Fleischmann 1989
(Bildquelle: www.deseretnews.com)

Martin Fleischmann, einer der beiden Entdecker des Phänomens, das ursprünglich als „Kalte Fusion“ bezeichnet und viele Jahre kontrovers diskutiert wurde, nun aber in Wissenschaftskreisen unter der Abkürzung LENR (Low-Energy Nuclear Reactions) eine unerwartete Renaissance erfährt, ist bereits am 3. August in seinem Haus in Tisbury (Großbritannien) im Alter von 85 Jahren gestorben. Fleischmann litt zuletzt an diversen gesundheitlichen Problemen wie Parkinson und Diabetes. Er hinterlässt seine Frau Sheila, zwei gemeinsame Kinder und acht Enkel.

Dem gebürtigen Karlsbader ist es mit zu verdanken, dass wir kurz vor einer Energierevolution stehen, die unser aller Leben in naher Zukunft fundamental verändern wird. Es gehört nicht viel dazu vorherzusagen, dass Fleischmann in den nächsten fünf Jahren zu den aussichtsreichsten Anwärtern auf einen Nobelpreis in Chemie oder Physik gehört. Leider wird Martin Fleischmann dies nun nicht mehr miterleben. Wir ziehen unseren Hut vor einem Wissenschaftler, dem die breite Anerkennung seiner herausragenden Arbeit in weiten Teilen der Gesellschaft Zeit seines Lebens versagt geblieben ist.

Was genau hat Martin Fleischmann entdeckt?

Die beiden Chemieprofessoren Martin Fleischmann und Stanley Pons beobachteten Ende der Achtzigerjahre in Laborversuchen eine Art „Fusionsprozess“ an einer Palladium-Elektrode bei Zimmertemperatur. Dabei entstand Wärme. Und zwar deutlich mehr, als sie an Energie hineingesteckt hatten, um den Prozess zu starten (sieh auch die Original-Pressemeldung der University of Utah vom 23. März 1989).

Heute weiß man, dass es sich bei LENR nicht um einen „Fusionsprozess“ handelt, sondern dass von einem komplexen „Transmutationsprozess“ ausgegangen werden muss, für dessen Ablauf es aber noch keine etablierte Theorie gibt. Alles deutet darauf hin, dass es sich hierbei um einen bisher völlig unbekannten Teilbereich der Physik (oder Chemie?) handelt, was auch einer der Gründe für den heftigen Widerstand ist, der Fleischmann und Pons in Fachkreisen lange Zeit entgegenschlug.

23 Jahre danach: Der LENR-Durchbruch steht kurz bevor

„Kalte Fusion“ erlebte schon einmal einen regelrechten Hype. Die Entdeckung von Fleischmann und Pons ging damals um die Welt. Doch als eine Reihe von Laboren meldeten, dass sie die Ergebnisse der beiden LENR-Pioniere nicht reproduzieren konnten, verkehrte sich der Enthusiasmus vieler Wissenschaftler ins Gegenteil und schon bald war von einem der größten Betrugsfälle der Wissenschaftsgeschichte die Rede. „Kalte Fusion“ war fortan stigmatisiert als „Junk Science“. Die Folge war, dass LENR-Forschung nicht mehr gefördert wurde und, wenn überhaupt, nur noch „unter dem Radar“ stattfinden konnte.

Jedoch nicht alle Wissenschaftler blieben erfolglos bei dem Versuch, das von Fleischmann und Pons beobachtete Phänomen zu reproduzieren. Sie forschten weiter, verbesserten die Versuchsaufbauten, stabilisierten den Transmutationsprozess und steigerten den Energie-Output. Inzwischen gibt es über 3800 wissenschaftliche Publikationen, die sich mit dem LENR-Phänomen beschäftigen und in Summe zu dem Schluss kommen: „Kalte Fusion“ ist real. Im Zuge dieser Erkenntnis ist auch das Rennen um die ersten kommerziellen Anwendungen längst eröffnet (wir berichteten).

NIWeek 2012: Franceso Celani und Peter Hagelstein vom MIT vor einem LENR-Reaktor
NIWeek 2012: Franceso Celani und Peter Hagelstein vom MIT vor einem LENR-Reaktor
(Bildquelle: newenergytimes.com)

Wie weit die LENR-Forschung inzwischen fortgeschritten ist, verdeutlicht eindrucksvoll die Vorführung eines Nickel-Wasserstoff-LENR-Reaktors auf der NIWeek an diesem Montag. Die NIWeek ist ein jährlich stattfindendes gutbesuchtes Technologieforum. 5000 Besucher des Forums konnten sich live davon überzeugen, wie der italienische LENR-Experte Francesco Celani mit seinem Reaktor über Stunden hinweg kontinuierlich 10 Watt Energie „aus dem Nichts“ erzeugte. Messfehler waren ausgeschlossen, denn der Sponsor der Veranstaltung, National Instruments, einer der größten Anbieter von Messequipment und System-Design-Software weltweit, stellte selbst alle für die Messungen notwendigen Gerätschaften zur Verfügung. Diese öffentliche Demonstration stellt nicht nur ein allgemeines Commitment von National Instruments zu LENR-Technologie dar, sondern signalisiert zugleich die strategische Positionierung des Unternehmens in einem rasant wachsenden Zukunftsmarkt.

Dr. Duncan über LENR & „Kalte Fusion“ auf der NIWeek 2012

Ach ja… wie wurde eigentlich der Tod von Martin Fleischmann und die Ereignisse auf der NIWeek in Deutschland wahrgenommen? Um es kurz zu machen: Überhaupt nicht. Deutschland schläft und steckt lieber Milliarden in eine dem Tode geweihte Energiewirtschaft.

Stoppt die „Energiewende“. Wir wollen eine „Energierevolution“. Wach auf Deutschland!

www.everyday-feng-shui.de

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