Machen Handystrahlen wirklich krank?

In einem aktuellen TV-Beitrag wird einmal mehr die Bedenklichkeit von elektromagnetischer Strahlung angezweifelt. Ärgerlich: Wie die Mobilfunkunternehmen die öffentliche Meinung beeinflussen.

Stefan Brönnle hat in seinem Beitrag über die neuesten Entwicklungen rund um das Thema Elektrosmog gerade erst darüber berichtet, dass die Front der bedingungslosen Mobilfunk-Befürworter langsam bröckelt. Grund dafür ist eine immer größer werdende Zahl an wissenschaftlichen Studien, in denen ein Zusammenhang zwischen elektromagnetischer Strahlung und verschiedenen Erkrankungen wie etwa Krebs oder Alzheimer hergestellt wird. Umso ärgerlicher ist es, wenn immer noch TV-Beiträge wie dieser produziert und „ausgestrahlt“ werden:

In Bezug auf die Argumentation in dem TV-Beitrag, können wir nur mit dem Kopf schütteln: Die Festlegung von mehr oder weniger beliebig gewählten Grenzwerten ist doch noch lange kein Grund, jegliche elektromagnetische Strahlung, die innerhalb dieser festgelegten Werte liegt, als unbedenklich einzustufen. Es fehlen schlichtweg die gesicherten Erkenntnisse aus Langzeitstudien. Die Mobilfunk-Technologie ist noch viel zu jung, als dass hier eine Entwarnung gegeben werden könnte.

Im Gegenteil: Aktuelle Studien wie etwa von A.C. Dode et al. / Science of the Total Environment, zeigen eher erschreckende, wenn auch nicht wirklich überraschende Ergebnisse. So konnten die brasilianischen Wissenschaftler im Rahmen einer zehnjährigen Langzeituntersuchung zeigen, dass Menschen, die innerhalb eines Radius‘ von 500 Metern um einen Mobilfunk-Sendemast leben, überdurchschnittlich häufig an Neoplasien (Tumoren) erkranken und auch an diesen Erkrankungen sterben.

Noch viel schlimmer als die Verharmlosung oder das Ignorieren aktueller wissenschaftlicher Studien ist in unseren Augen jedoch, dass Elektrosmog-Betroffene mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen werden. Elektrosensible werden, wie in dem TV-Beitrag gesehen, ausgegrenzt und der Lächerlichkeit preisgegeben. Die meisten Menschen mit Elektrosensibilität leben nämlich nicht in einem Wohnwagen weit abgeschieden von der Zivilisation, sondern irgendwo unter uns in einer normalen Wohnung und leiden häufig unter Kopfschmerzen und einer Vielzahl anderer diffuser Symptome, für die sich – wenn man lange genug sucht – natürlich auch anderen Ursachen finden lassen…

TV-Beiträge dieser Art sind deshalb schlechte Ratgeber, da sie von Sendern gekauft werden (sollen), die von zahlungskräftigen Werbekunden abhängig sind. Und zu diesen Werbekunden gehören nun einmal viele Mobilfunkanbieter.

www.everyday-feng-shui.de

2 Kommentare

  1. Der Fernsehbeitrag ist – gelinde gesagt – kalter Kaffee. Er nimmt wiederum ausschließlich bezug auf die thermischen Effekte. Natürlich werden keine Grenzwerte überschritten! Unsere grenzwerte sind so angelegt, dass sie praktisch nicht überschrietten werden können.
    Die Forderungen des Europarates gehen inzwischen ja dahin, die atherimischen Effekte besser zu untersuchen und hierfür Grenzwerte festzulegen.
    Der Fernsehbeitrag wäre vielleicht vor 10 jahren aktuell gewesen. Vielleicht stammt er ja aus einem angestaubten Archiv?

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