Mazda5: „Das Feng Shui Auto“ …und uns wird übel!

Die Automobilindustrie hat es wieder einmal nötig, ihre hubraumgewaltigen Klimakiller ins rechte Licht zu rücken. Anders ist für uns die Bezeichnung des neuen Mazda5 als „Das Feng Shui Auto“ jedenfalls nicht zu erklären. Schön, wenn der Würgereiz irgendwann nachlässt.

Aha. So sieht also "Das Feng Shui Auto" aus. Der Mazda5 in schwarz, der Farbe des Rußes.
Aha. So sieht also "Das Feng Shui Auto" aus. Der Mazda5 in schwarz, der Farbe des Rußes. (Foto: Michael Gil)

Liebe Feng Shui Mitstreiter, entschuldigt bitte unseren Militarismus. Aber das geht wirklich zu weit: Den neuen Mazda5 als „Das Feng Shui Auto“ zu bezeichnen, wie hier geschehen, wo unser Planet geradewegs auf eine Klimakatastrophe zusteuert, halten wir für mehr als vermessen. Um genauer zu sein: Das ist Marketing-Schrott der übelsten Sorte und kommt gleich nach dem Invader L60 („Der Feng-Shui-Verächter„). Selbst bei einem Verbrauch von „nur“ 8,3-5,2 l/100 km und einem CO2-Ausstoß von „lediglich“ 192-138 g/km im kombinierten Testzyklus, weiß inzwischen jedes Kind, dass Verbrennungsmotoren als einer der Klimakiller schlechthin gelten und ins Museum gehören.

Bei einer jährlichen Fahrleistung von 10.000 Kilometern (was für einen Familien-Van wenig wäre) kommen wir auf eine CO2-Emission von 1280-1920 Kilogramm pro Jahr! Hallo? Wenn nur jede zehnte chinesische Familie plötzlich ein solches Auto fahren würde, dann können wir Feng Shui Aliens den Laden hier auf der Erde dicht machen und nach einer anderen wenig entwickelten Spezies im Universum Ausschau halten, die wir dann mit unseren „abge-space-ten“ Ideen drangsalieren und davon zu überzeugen versuchen, sich nicht selbst umzubringen. Man man man.

Was tun, wenn der Benzinpreis weiter steigt?
Was tun, wenn der Benzinpreis weiter steigt?

Wir fordern die Automobilindustrie hiermit offiziell auf: Lasst die Finger von Feng Shui! Der Kontrast zu den eigentlichen Prinzipien hinter der asiatischen Harmonielehre und dem zügellosen Gewinnstreben der Fahrzeugbranche nebst ihrer Kungelei mit der Ölindustrie könnten größer nicht sein. Schließlich hat unsere Erde durch den weltweiten ottomotorisierten Individualverkehr und die dafür notwendige Infrastruktur die größten Narben schlechthin davongetragen. Das ist so gut wie unverzeihlich. Da hat Mazda als japanisches Unternehmen selbst in der aktuellen Situation keinen Mitleidsbonus von uns.

Die Frage ist außerdem: Warum die Bezeichnung „Das Feng Shui Auto“? Etwa weil der Kühlergrill stets fröhlich vor sich hinlächelt? Oder weil die Fünf in „Mazda5“ in Anlehnung an Die Fünf Elemente des Feng Shui gewählt worden ist? Oder weil das Sitzkonzept namens Karakuri facettenreich wie Rubiks Zauberwürfel ist und sich jederzeit „nach Herzenslust umgestalten“ lässt? Vermutlich ist es müßig darüber nachzudenken, was sich irgendwelche „Marketing-Spezis“ wieder in ihrem stillen Kämmerlein haben einfallen lassen, um einem unbekannten Fahrzeugmodell ein bestimmtes Image zu verpassen. Selbst wenn sich am Ende herausstellen sollte, dass ein übereifriger Redakteur der „Kleinen Zeitung“ die Mazda-Feng-Shui-Hochzeit an der Tankstelle verzapft hat:

Die Bezeichnung „Das Feng Shui Auto“ lassen wir vielleicht noch als Oxymoron durchgehen. Alles andere käme dem Versuch gleich, einen Pfau mit einer Wildsau zu kreuzen. Wir hoffen, ihr habt in Bio gut aufgepasst… Das geht nicht. Und zwar gar nicht.

www.everyday-feng-shui.de

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