Mehr Achtsamkeit im Alltag

So klappt’s mit mehr Achtsamkeit im Alltag

Achtsamkeit liegt im Trend: Viele üben sich im Achtsamkeitstraining, wollen achtsamer mit sich selbst umgehen, achtsamer essen oder regelmäßig meditieren. Doch was bedeutet Achtsamkeit eigentlich genau und weshalb ist sie im Alltag wichtig? Wie schafft man es, mehr Achtsamkeit in den eigenen Alltag zu integrieren?

Mehr Achtsamkeit für uns und andere
Wie schaffe ich es, mehr Achtsamkeit in meinen Alltag zu integrieren? (Foto: Marco Verch, CC BY 2.0 – Flickr)

Was bedeutet Achtsamkeit?

Achtsamkeit ist ein Wort, das uns vertraut erscheint: Wir denken automatisch an „Achtung“ oder „achtgeben“. Die englische Bezeichnung „mindfulness“ bringt es etwas genauer auf den Punkt: Achtsamkeit ist ein Zustand der Geistesgegenwart, bei dem wir hellwach alles um uns herum aufnehmen und uns der Situation voll bewusst sind. Achtsamkeit ist mehr als Konzentration und bedeutet, sich nicht von Gedanken oder Emotionen ablenken zu lassen und wertfrei wahrzunehmen. Das klingt gar nicht so besonders, aber tatsächlich funktioniert unser Gehirn im Alltag meist anders: Selten sind wir gedanklich im Hier und Jetzt und nehmen den aktuellen Moment bewusst wahr. Viel häufiger sind die Gedanken schon beim nächsten Punkt auf der To-do-Liste und wir schweifen ab – obwohl wir für Multitasking eigentlich gar nicht gemacht sind.

Warum ist Achtsamkeit wichtig?

Ein achtsamer Lebensstil wirkt sich positiv auf den Körper und die Seele aus. Positive Folgen können unter anderem sein:

  • Stressreduktion
  • positivere Einstellung
  • innere Ruhe
  • besserer Schlaf
  • weniger Kopfschmerzen

Regelmäßiges Achtsamkeitstraining kann dabei helfen, Stress zu reduzieren und bringt so psychische Vorteile mit sich. Negative Emotionen wie Aggression, Wut und Ärger werden reduziert, während gleichzeitig die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin steigt. Dies führt zu einer positiveren Grundeinstellung und kann Depressionen und Angsterkrankungen vorbeugen. Achtsamkeit bringt mehr innere Ruhe und einen Blick fürs Wesentliche mit sich. Wer unter Schlafstörungen leidet, kann diese mit Achtsamkeitsübungen in den Griff bekommen. Auch Spannungsschmerzen wie Kopfschmerzen oder Muskel- und Gelenkschmerzen können sich dank Achtsamkeitstraining verringern. Weitere körperliche Auswirkungen können ein ausgeglichener Blutdruck sowie ein verringertes Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte sein.

Mehr Achtsamkeit im Alltag

Bäume umarmen
Achtsamkeit kann jeder lernen! (Foto: University of Michigan, CC BY 2.0 – Flickr)

Das Wichtigste: Achtsamkeit kann jeder lernen. Es ist allerdings mit etwas Training verbunden: Wie alle neuen Verhaltensweisen und Gewohnheiten möchte auch achtsames Erleben regelmäßig praktiziert werden. Das hört sich jedoch komplizierter an, als es ist. Achtsamkeit ist nicht nur etwas für erfahrene Yogis, sondern vor allem für Anfänger ganz leicht mit täglichen Kleinigkeiten zu erlernen. 

Routinen einführen und überdenken

Jeden Morgen Zähne putzen, duschen und Kaffee trinken – das geht auch im Halbschlaf oder mit den Gedanken schon bei der Arbeit. Wer sich jedoch für eine der Tätigkeiten einmal ganz bewusst Zeit nimmt und in sich hineinhorcht, übt in diesem kleinen Moment bereits Achtsamkeit. Wie fühle ich mich während des Duschens? Ist das Wasser warm oder etwas zu kühl, welche Geräusche höre ich? Trinke ich den Kaffee eigentlich gern oder nur, weil ich ihn jeden Morgen trinke und es so gewohnt bin? Kleine Änderungen können hier helfen, die Routine neu zu entdecken. Die Möglichkeiten sind zahlreich: den Kaffee auf dem Balkon trinken, eine neue Zubereitungsart ausprobieren oder etwas früher aufstehen, um einige Minuten Zeit für sich selbst zu haben.

Bewusst essen

Abendessen vor dem Fernseher oder im Büro die Mittagspause am Schreibtisch verbringen – das kennen viele. Achtsames Essen bedeutet, die Mahlzeiten bewusst einzunehmen. Nebenbei läuft kein Fernseher, das Handy und die Zeitung liegen außer Reichweite. Wer langsam und bewusst isst, genießt mit allen Sinnen. Wie schmeckt das Essen und wie fühlt es sich auf der Zunge an?

Yoga ausprobieren

Beim Yoga steht das bewusste und wertfreie Erleben des Moments im Vordergrund. Der Sport ist außerdem ein Weg zu mehr Selbstliebe und Body Positivity. Für den Einstieg muss es nicht gleich ein regelmäßiger Gruppenkurs sein, sondern auch E-Books halten praktische Yoga-Übungen für Anfänger bereit.

Nichts überstürzen

Von heute auf morgen ein achtsames Leben führen zu wollen, ist kein realistischer Plan und erzeugt Druck. Doch genau diesen Stress gilt es zu vermeiden. Achtsamkeit heißt daher nicht, ab sofort jederzeit bewusst zu leben und ausgeglichen zu sein, sondern es bedeutet, einen Schritt nach dem anderen zu gehen und aufmerksam im Hier und Jetzt zu sein. Dass sich viele Achtsamkeits-Tipps ähneln, bedeutet, dass es sich um erprobte Methoden handelt. Nicht jeder kann und sollte alle gleichzeitig anwenden. Es lohnt sich jedoch, sich auch einmal auf etwas Neues einzulassen und beispielsweise bei der Meditation oder beim Yoga ganz neue Erfahrungen zu sammeln.

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