Mit Macht zum Glück

Es stimmt schon: Die Macht ist zwar mit dem weiblichen Artikel ausgestattet, aber alles andere an ihr erscheint männlich. Wer denkt schon beim Thema Macht an Frauen? Die Philosophin Rebekka Reinhard hat ein Buch über die Macht geschrieben – nur für Frauen!

In diesem Buch geht es allerdings nicht um die Macht, wie sie allgemein verstanden wird. Weder Muskelspiele noch das Herrschen und Bestimmen über andere Menschen sind die Themen von Rebekka Reinhard. Ihr geht es vielmehr um die Macht im Sinne des Machbaren. Also um die Macht als Möglichkeit, etwas im Leben zu verändern, zu gestalten und zu beeinflussen. Gerade in diesen Punkten sehen sich Frauen wahrscheinlich allzu oft machtlos. Dabei liegt gerade in dieser Macht der Schlüssel zu Glück und Freiheit, wie Rebekka Reinhard betont.

Frauen und der Perfektionismus

Frauen neigen zur freiwilligen Selbstausbeutung, stellt die Buchautorin fest. Und wahrscheinlich werden ihr viele Frauen selbstkritisch zustimmen. Es hat etwas mit dem weitverbreiteten Perfektionismus zu tun, der gerade bei Frauen allzu oft anzutreffen ist. Rebekka Reinhard erklärt dieses Phänomen mit einer Art des vorauseilenden Gehorsams. Dieser soll jeder möglichen Kritik am eigenen Handeln den Wind aus den Segeln nehmen. So kann der Perfektionismus in allen Lebenslagen vor Konflikten und Schuldgefühlen bewahren.

Geisha auf dem Festival Dell'Oriente 2015
Geisha auf dem Festival Dell’Oriente 2015 (Foto: Shadowgate / Flickr)

Zu Selbstausbeutung und Perfektionismus gesellen sich womöglich noch die eingeübten weiblichen Verhaltensmuster wie Lächeln, Nicken und Bescheidensein. Auf Dauer kann das nicht gut gehen. Es ist kräftezehrend, nervenaufreibend und unbefriedigend. Aber wie geht es anders? Rebekka Reinhard jedenfalls macht Mut, die Macht aus eigener Kraft zu ergreifen. Und zwar die Macht des Handelns.

Frühjahrsputz im Gehirn

Dazu empfiehlt die Buchautorin eine Art Frühjahrsputz im Gehirn. Dabei wird sozusagen das Grübeln weggeschrubbt und Platz geschaffen für das selbstbestimmte Denken. Denn gerade Frauen neigen zum Grübeln, wobei die Grübelei immer nur im Kreis herum führt. Grübeln führt demnach zur Ohnmacht, während das selbstbestimmte Denken ein Teil der im Buch beschriebenen Macht ist.

Der Buchtitel beschreibt ziemlich genau den Inhalt, enthält aber auch so etwas wie ein verschmitztes Lächeln. „Kleine Philosophie der Macht (nur für Frauen)“, heißt der Titel. Zwar richtet sich das Buch vermutlich tatsächlich vor allen Dingen an Frauen, denn es geht ja eben um Frauen und Macht. Allerdings dürfte es Männer besonders neugierig machen, wenn sich im Titel dieser Hinweis (nur für Frauen) findet. Und wenn Männer das Buch aufschlagen, werden sie sogar belohnt. Denn ihr Buch hat die Autorin mit einer Widmung versehen: „Für den modernen Mann“.

Ein Buch für Männer und Frauen

Ist es nun ein Frauen- oder ein Männerbuch? Weder das eine noch das andere. Rebekka Reinhards Philosophie der Macht möchte Menschen eine Hilfestellung geben, ihr Leben selbst zu gestalten und damit den Schlüssel zum Glück zu ergreifen. Dabei hatte die Autorin vielleicht hauptsächlich Frauen im Blick. Aber gerade der in der Widmung erwähnte „moderne Mann“ hat ja viele „typisch männliche“ Verhaltensmuster abgelegt. Nun tappt er vielleicht in genau die gleichen Fallen, in denen sich traditionell Frauen wiederfinden.

Die Lektüre dürfte also Frauen wie Männer gleichermaßen interessieren – und bereichern. Eine Leseprobe gibt es hier.

Quellen:

www.elle.de – Das Spiel der Macht
www.swr.de – Mut zur Selbstbestimmtheit

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