Modernes Aufstehen: Mit Duft aus den Federn

Es ist ein uraltes Hausrezept: Ein Apfel auf dem Nachttisch fördert den guten Schlaf. Der Duft der Frucht ist es, der beim Einschlafen hilft. Sogar im Schlaf nehmen wir Gerüche wahr. Je nach Duftnote entstehen daraus angenehme oder weniger schöne Träume.

Rosenduft fördert angenehme Träume
Rosenduft fördert angenehme Träume (Bildquelle: www.mattlihues.de)

Auch die Wirtschaft setzt auf Gerüche. In Supermärkten sollen die Kunden mit frischen Düften zum Kauf animiert. Auch in Büros werden Düfte versprüht. Das soll wahlweise die Kreativität oder die Konzentration fördern. In Japan, ist zu lesen, wird zu diesem Zweck schon seit Jahren Eukalyptus-Duft in Büros und Schulen versprüht.

Die Wirkung kann ich nur bestätigen: Jahrelang trug ich sehr gern einen Ohrring, den ich aus einer getrockneten Eukalyptusfrucht gefertigt hatte. Ich genoss den zarten Eukalyptus-Duft, der mich umhüllte und Erinnerungen an einen schönen Sommerurlaub weckte. Nun weiß ich endlich auch, was mir damals bei so mancher Prüfung im Studium half. Der Duft war es!

Spaß beiseite: Düfte haben einen enormen Einfluss aufs Wohlbefinden. Leider gilt besonders auch das Gegenteil. Wenn wir Gerüche als unangenehm oder gar stinkend empfinden, sind wir manchmal kaum in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen. Aber wie stark wirken Düfte während des Schlafens?

Düfte für gute Träume

Düfte können den Schlaf positiv oder negativ beeinflussen
Düfte können den Schlaf positiv oder negativ beeinflussen (Foto: kseast / Flickr)

Wenn wir schlafen, sind unsere Sinne zwar nicht ausgeschaltet. Salopp gesagt, funktioniert aber die Verbindung zum Gehirn nur eingeschränkt. Das hat seinen guten Grund. Schließlich soll sich der Mensch im Schlaf erholen. Von Licht und Lärm wissen wir, dass sie unseren Schlaf empfindlich stören können. Beim Geruch verhält es sich offenbar etwas anders. Was wir im Schlaf riechen, erreicht oft nur das Unterbewusstsein. So gibt es Untersuchungen über den Einfluss von Düften auf Träume. Das Ergebnis ist wenig erstaunlich: Rosenduft sorgt in den meisten Fällen für angenehme Träume, der Geruch fauler Eier bewirkt das Gegenteil.

„Wie man sich bettet, so schläft man“, wussten schon unsere Urgroßeltern. Vielleicht war ihnen auch schon bekannt, dass damit auch der Duft in der Raumluft gemeint ist. Immerhin gelten der eingangs erwähnte Apfel auf dem Nachttisch oder das Lavendelkopfkissen als überlieferte, altbewährte Einschlafhilfen.

Weniger Gedanken scheint man sich früher über das sanfte Aufwachen gemacht zu haben. Jedenfalls fällt mir dazu weder Hausrezept noch Sprichwort ein. Wahrscheinlich ist es eine Erscheinung der modernen Zeit, dass das allmorgendliche Aufstehen vielen Menschen Probleme bereitet. Besonders das Klingeln, Piepen, Rasseln oder Brummen des Weckers wird als sehr unangenehm empfunden.

Französische Erfindung

Ein junger französischer Erfinder hatte eine gute Idee: Er wollte nicht mehr länger von lauten Geräuschen, sondern sanft mit angenehmen Düften aus dem Schlaf geholt werden. So entwickelte Guillaume Rolland den „Sensor Wake“. Dieser Wecker arbeitet mit Duft statt mit Geräusch. Dazu wird abends die Kartusche mit der gewünschten Duftnote in den Wecker gesteckt, und zur eingestellten Weckzeit verströmt „Sensor Wake“ den gewählten Duft im Raum. Ab dem nächsten Jahr soll der Duftwecker auf dem Markt erhältlich sein. Laut Eigendarstellung haben Duft-Weck-Tests überzeugt. Ich bin gespannt auf die ersten Erfahrungsberichte.

Wer allerdings lieber natürliche statt naturidentische Düfte aus der Kapsel im Schlafzimmer verströmt wissen möchte, dem hilft keine technische Erfindung. Dazu braucht es einen lieben Frühaufsteher, der morgens je nach Vorliebe Kaffee oder Tee zubereitet, sodass sich der Duft zur passenden Zeit in der Wohnung ausbreitet. Allerdings hat auch das einen Haken: Die (schläfrige) Nase gewöhnt sich sehr schnell an wiederkehrende Gerüche. Gut möglich also, dass der angenehme Weckduft recht bald seine Wirkung verliert.

Quellen:

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