Tipps zum Verlegen von Laminatboden

Das Erneuern von Bodenbelägen ist keine alltägliche Arbeit, aber von geschickten Laien durchaus zu bewerkstelligen. Bevor man motiviert zur Sache schreitet, sollte man unbedingt die Grundlagen studieren.

Foto (C) chia ying Yang / flickr CC BY 2.0
Foto (C) chia ying Yang / flickr CC BY 2.0

Was ist ein Laminatboden?

Jeder redet davon, aber wer weiß genau, was das ist? Ein Kunststoffboden, schon klar, aber wie ist er zusammengesetzt? Laminatböden gibt es mit den verschiedensten Mustern – meist Imitaten von Holzparkett, Steinplatten oder Kork. Die ersten Laminatböden wurden in den 1980er-Jahren auf den Markt gebracht. Seit 2008 gibt es nicht nur glatte Laminate, sondern auch welche mit strukturierten Oberflächen, die täuschend echt aussehen. Jedes Laminat besteht:

1) aus einer beanspruchbaren, durchsichtigen Deckschicht (meistens Melaminharz).

2) einem Dekorpapier, das für das optische Erscheinungsbild zuständig ist. Wenn Fotos von Holzdielen verwendet werden, ist der Unterschied zu echten Holzböden kaum zu erkennen.

3) aus einer Trägerschicht, einer Holzwerkstoffplatte sowie

4) aus einem so genannten „Gegenzug“. Dieser sorgt dafür, dass sich die Sandwich-Platten nicht verziehen.

5) Zusätzlich können noch eine Korkschicht als Trittschalldämmung und ein Kraftpapier (Underlay zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit) eingearbeitet sein.

Unterschied zu Vinyl und PVC:

Während Laminatböden immer steif sind wie ein Holzbrett, handelt es sich bei Vinylböden meistens um elastische Beläge. Vinyl ist ein moderner Name für PVC. PVC ist ein thermoplastisches Polymer, das aus Vinylchlorid hergestellt wird. Der vielseitige Kunststoff ist nicht nur als Vollmaterial erhältlich, sondern auch mit einer steifen Unterkonstruktion. Im zweiten Fall ist die Ähnlichkeit mit Laminat sehr groß. Man verwendet Vinyl – wie das bekanntere PVC – vor allem in Feuchträumen. Holz neigt bekanntlich zu Verformungen, wenn es feucht wird. Vinylbeläge werden häufig zum Verkleben angeboten, währen Laminatbeläge meistens mit einem Klicksystem ausgestattet sind, das eine trockene Verlegung erlaubt.

Weitere Alternativen findet ihr hier: Ökologische Bodenbeläge – Arten und Anwendungsbereiche

Was ist eine schwimmende Verlegung?

Echte Holzböden und andere Naturmaterialien wie Bambus, Kork und Linoleum verändern ihre Form je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit, wenn sie nicht fest verklebt oder mit Nägeln fixiert sind. Dieses geringfügige Hin- und Herrutschen ist gemeint, wenn von „schwimmend“ verlegten Böden die Rede ist. Man kann auch von trockener Verlegung sprechen, weil kein Kleber oder Mörtel benötigt wird. Damit es zu keinen Spannungsrissen kommt, dürfen die Randstücke nicht präzise eingepasst sein, sondern es muss eine Bewegungsfuge übrigbleiben. Die Fugenbreite zwischen den einzelnen Paneelen kann variieren. Ist die Luft eher trocken, zieht sich das Holz zusammen und die Fugen werden breiter. Ist die Luft feucht, quillt das Holz auf und die Fugen werden schmäler. Je kleinteiliger ein Parkett ist, umso besser kann das Holz „arbeiten“.

Laminatdielen können dünner sein als Holzdielen

Dünne Holzdielen sind leider nicht formstabil genug, um sie schwimmend verlegen zu können. Daher muss bei Altbausanierungen oft geklebt werden, wenn kein dicker Bodenbelag Platz findet. Vollflächig geklebte Böden sind zwar sehr stabil und fühlen sich nicht so hohl an wie trocken aufgelegte Dielen. Aber es ist sehr mühsam, sie zu entfernen, wenn man den Belag irgendwann austauschen möchte. Außerdem ist es nicht ratsam, Klebebeläge in Eigenregie anzubringen. Klick-Systeme haben den Vorteil, dass man keine Profis anheuern muss, wenn man über handwerkliches Geschick verfügt. Bei echten Holzböden sind unter 12 Millimetern keine Dielen zu bekommen, die man schwimmend verlegen kann. Da bei Laminatböden nur eine dünne Deckschicht vorhanden ist, wird man bereits ab 7 Millimetern fündig.

Mehr dazu unter: Bodenbeläge mit maximal 10 Millimetern Stärke

Laminat selbst verlegen – so geht’s:

Tipp: Hier findet ihr eine detaillierte Verlegeanleitung für Laminatböden

Der Untergrund

Ein weiterer Vorteil bei schwimmender Verlegung ist, dass der Untergrund nicht ganz so glatt sein muss wie beim Kleben. Ungenauigkeiten bis 3 mm müssen nicht ausgeglichen werden. Bei Sanierungen ist zuerst der alte Belag zu entfernen. Wenn es sich um ein trocken verlegtes Klick-System handelt, geht das ganz einfach. Man benötigt nicht einmal Werkzeug, sondern kann die ineinander gesteckten Brettchen mit der Hand auseinanderziehen. Falls größere Unebenheiten vorhanden sind, müssen sie mit einer Ausgleichsmasse begradigt werden. Wenn der Laminatbelag keine integrierte Trittschalldämmung besitzt, sollte man zuerst eine dünne Dämmmatte (zum Beispiel Kork von der Rolle) auslegen. Je nach Unterboden kann auch eine PE-Folie erforderlich sein.

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