Trägheit ruhig mal genießen!

In der dunklen Jahreszeit leiden selbst viele unternehmungslustige Menschen unter Müdigkeit und Lustlosigkeit. Anstatt unsere Antriebslosigkeit zu bekämpfen, sollten wir sie öfter mal umarmen. Sehen wir sie doch als Einladung für eine entspannte Zeit der Erholung!

Dösen - das können Katzen sehr gut
Katzen können das besser als Menschen – einfach mal dösen | Foto: Redaktion

 

Obwohl es inzwischen nicht mehr ganz so früh dunkel wird, ist der Frühling noch weit. Ehrlich gesagt, an einem Tag wie dem heutigen kann ich mir nur schwer vorstellen, wie mich der Frühling später im Jahr aktivieren wird. Aber das wird kommen, das sagt mir die Erfahrung. Für heute gilt: Würde man mir für jedes ausgedehnte Gähnen zehn Euro geben, ich hätte schon heute Mittag genug verdient gehabt, um den Rest des Tages statt zu arbeiten auf dem Sofa zu dösen.

Vieles muss nicht sein

So läuft das leider nicht? Stimmt schon, aber ich will mich gar nicht beklagen. Wir haben im Alltag weit mehr Möglichkeiten zum Entspannen, als wir nutzen. Wir sind nur meist viel zu beschäftigt, um gemütlicher Trägheit und der damit verbundenen Erholung Zeit einzuräumen. Vieles von dem, womit wir unseren Tag füllen, könnten wir ohne ernsthafte Folgen sein lassen. Ganz besonders gilt dies für Freizeitaktivitäten.

Passivität, faul sein, Zeit vertrödeln – das ist alles nicht gut angesehen. Und wer schafft es schon, einfach mal nichts zu tun, ganz ohne schlechtes Gewissen? Immerhin gäbe es so vieles, was man tun könnte bzw. schon immer/lange mal machen wollte. Bei kaltem Winterwetter in der warmen Wohnung zu bleiben und uns die Decke über den Kopf zu ziehen, erfüllt demgegenüber oft besser unsere natürlichen Bedürfnisse. Wir tun uns einen großen Gefallen, wenn wir das akzeptieren.

Nicht gleich ein Wellnessprogramm daraus machen

Damit rufe ich nicht dazu auf, monatelang nichts zu unternehmen, was über das notwendige Pflichtprogramm hinausgeht, sondern sich der eigenen Bedürfnisse bewusst zu werden und sich Erholungszeiten zu gönnen, ohne dem Ganzen gleich ein Etikett wie Wellnessprogramm zu verpassen. Der eigenen Trägheit einfach öfter nachzugeben, wäre da schon ein guter Anfang.

Wer im Privatleben oft genug seine Faulheit auslebt, kann den Belastungen der modernen Arbeitswelt leichter trotzen. Der Stress im Job ist bei vielen Menschen in den letzten Jahren gewachsen. Das zeigt auch der gerade von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlichte „Stressreport 2012“. Termindruck, Multitasking, Überforderung, Wochenendarbeit, Pausen ausfallen lassen – die Ursachen für Belastungen sind vielfältig. Daher gibt es keine für alle passende Lösung. Es liegt jedoch auf der Hand, dass man bei Stress im Job nicht für zusätzlichen Druck in der Freizeit sorgen sollte.

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