Vermeidung von Elektrosmog: Bozen setzt neue Maßstäbe

Während das Thema Elektrosmog in Deutschland vielfach noch als „Glaubenssache“ in den Bereich der Religion abgeschoben wird, werden andernorts in Europa bereits konsequent die Grenzwerte gesenkt. Bestes Beispiel dafür ist die autonome Provinz Bozen in Südtirol. Ein Vorbild, welches zeigt, wie es auch gehen kann.

Weniger Elektrosmog als anderswo: Bozen in Südtirol
Weniger Elektrosmog als anderswo: Bozen in Südtirol (Foto: Jon Shave)

Im Gegensatz zu Deutschland, wo mit den Gesundheitsrisiken, die von elektromagnetischen Feldern ausgehen, noch viel zu arglos umgegangen wird, setzt man im europäischen Ausland bereits konsequent auf die Vermeidung von zu hohen Elektrosmog-Belastungen. In der autonomen Provinz Bozen in Südtirol zum Beispiel hat die staatliche Landesagentur für Umwelt jüngst per Gesetz die Elektrosmog-Grenzwerte deutlich gesenkt, obwohl sie in Italien im Vergleich zum europäischen Durchschnitt sowieso schon sehr niedrig waren.

Generell staunen wir darüber, was andernorts zum Schutz der Menschen bereits alles getan wird, während hierzulande in einem Großteil der Bevölkerung und bei den Umweltbehörden noch die Meinung vorherrscht, Elektrosmog sei Glaubenssache. Dabei verdichten sich auch in wissenschaftlichen Untersuchungen seit Jahren die Hinweise darauf, dass sich durch Exposition hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung bei Lebewesen nicht nur akut thermische Effekte, sondern auch athermische Langzeiteffekte zeigen. Eine Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse und kritische Berichte zum Thema Elektrosmog findet ihr hier: www.petition-electrosmog.be

Sind bestehende Grenzwertempfehlungen noch zeitgemäß?

Mobilfunksendemast an einem Sportplatz
Mobilfunksendemast an einem Sportplatz (Foto: Groupe ANT)

Grenzwertempfehlungen, die auf europäischer Ebene herausgegeben werden, beziehen sich auf die bereits gut untersuchten thermischen Effekte. In Bezug auf die athermischen Effekte wird zumindest auf bundesdeutscher Ebene darauf verwiesen, dass hierzu nicht genügend wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen und es somit keine Veranlassung gibt, Grenzwerte zu senken. In Bozen nimmt man die teils widersprüchlichen Forschungsergebnisse zu den Einflüssen von Elektrosmog zum Anlass, vorsichtig zu sein. Insbesondere auch deswegen, weil sich die Elektrosmog-Belastung durch die Einführung von Mobilfunkgeräten der vierten Generation (4 G Long Term Evolution LTE) in den nächsten Jahren weiter stark erhöhen wird.

Die Behörden in Bozen fahren diesbezüglich eine interessante Doppelstrategie. Einerseits setzt man auf Aufklärung der Bevölkerung, indem die Menschen vor Ort in umfangreichen Broschüren und an Tagen der offenen Tür im landeseigenen Labor für physikalische Chemie für das Thema Elektrosmog sensibilisiert werden.

Broschüre: „Elektromagnetische Strahlung und Gesundheit“

Download: Elektromagnetische Strahlung und Gesundheit – Teil 1
Download: Elektromagnetische Strahlung und Gesundheit – Teil 2

(Quelle: www.provinz.bz.it/umweltagentur)

Andererseits drängt der Gesetzgeber konsequent auf die Senkung und Einhaltung entsprechender Grenzwerte. Hier Druck auf die Privatwirtschaft aufzubauen, ist wichtig und stellt sich in Bozen vermutlich etwas einfacher dar als hierzulande, da Mobilfunksendeanlagen beispielsweise ausschließlich auf öffentlichen Gebäuden installiert werden dürfen. Auf diese Weise kann die Landesregierung die Bedingungen bei der Installation und für den Betrieb entsprechender Anlagen vorgeben.

Eine Dokumentation der Bozener Initiative zur Senkung der Elektrosmog-Belastung in Südtirol seht ihr in folgenden beiden Filmen:

Wir finden diese Entwicklung absolut begrüßenswert und würden uns wünschen, dass auch in Deutschland endlich sensibler mit dem Thema Elektrosmog umgegangen wird.

www.everyday-feng-shui.de

1 Kommentar

  1. Sehr geehrte Damen u. Herrn,
    ich hätte eine bitte an Sie, und möchte Sie bitten mir infos zu Strahlen-
    schutz-Elektroschutz im Haushalt zukommen zu lassen.
    Habe eine Wohnung gekauft und die wird jetzt neu gebaut, die Zwischenwände werden mit Kalksandsteine durchzogen und mit
    Kalk-Gipsmörtel verputzt. Meine bitte an Sie, was könnte ich dann am
    besten um mich vor allmöglichen Strahlen zu Schützen an den Wänden anbringen. Bitte nur seriöse empfehlungen.
    Sollte somit für Sie kosten entstehen, so teile sie mir ihre Kto. Nr mit.
    Mit Freundlichen Grüßen
    Ludwig Biegerl- 83278 Traunstein Fritz-Bechtoldstr.3

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*