Was sind meine drei wichtigsten Werte?

Wie wir uns fühlen, hängt maßgeblich von unseren Bewertungen ab. Ist das Wetter trüb, der Apfel faul oder der Postbote unfreundlich, leidet sofort das Gemüt. Wenn das Leben nicht glücklich verläuft, sollte man seine Werte hinterfragen.

Ein Gefühl von Freiheit, Foto (C) swarnendu ghoshdastidar / flickr CC BY 2.0
Ein Gefühl von Freiheit, Foto (C) swarnendu ghoshdastidar / flickr CC BY 2.0

Für den typischen Konsummenschen ist alles klar: Die wichtigsten Werte sind:

Wert 1) Anhaftungen – sprich die Kinder, der Partner oder die Partnerin, die Eltern, die Kollegen, die Partei, die Religion und nicht zu vergessen die Nachbarn, die möglichst neiderfüllt sein sollen. Denn nur so macht Wert 2) einen Sinn. Das Schrecklichste, was es gibt, ist aus der Reihe zu tanzen oder gar allein zu sein und einen eigenen Weg zu verfolgen. Alles, was die sozialen Bindungen in Frage stellt, führt in emotionale Krisen.

Wert 2) Materielles: Geld, Wohlstand, Haus, Auto, Urlaubsreisen, Prestigeobjekte zum Herzeigen und Neidischmachen der Nachbarn und Verwandten. Und wehe, diesen Bezugspersonen gefällt das nicht, womit man prahlen möchte! Dann ist ja die ganze Mühe umsonst und das Weltbild droht aus den Fugen zu geraten.

Wert 3) Bequemlichkeit: Automatische Türen, Haushaltsgeräte und Rasenmäher, Fernbedienungen, barrierefreie Stufenlosigkeit in allen Häusern, Fertiggerichte und vor allem Plastikprodukte, die leicht zu pflegen sind und ewig halten. Für alle wichtigen Entscheidungen im Leben sind andere Menschen verantwortlich: Lehrer, Seelsorger, Beamte, Sachverständige, Ärzte und Apotheker.

Diese drei Grundwerte des durchschnittlichen Konsumenten sind inkompatibel mit Werten wie Freiheit (dem Gegenteil von Wert 1), Spiritualität (dem Gegenteil von Wert 2) und Gesundheit (dem Gegenteil von Trägheit). Wenn es um Sozialkontakte, Prestige und Gemütlichkeit geht, haben Gesundheitsthemen keine Chance. Auch Kreativität ist völlig nachrangig, denn sie setzt ein unabhängiges Denken voraus.

Die bevorzugten Werte von Feng-Shui-Kunden und -Kundigen

Bei Menschen, die Artikel auf der Plattform von „Everyday Feng Shui“ lesen, darf man davon ausgehen, dass das Materielle nicht das Wichtigste ist im Leben, für das sie alles andere sausen lassen würden. Denn energetische Qualitäten sind vorrangig immateriell – auch wenn sie an Materie gebunden sind. Bei vielen Kunden sind es freilich der Umsatz und die Vermehrung des Wohlstandes, die oberste Priorität genießen, während Gesundheit erst dann eine Rolle spielt, wenn sie ernsthaft erkrankt sind. Auch bei Fengshui-Interessierten sind viele Menschen dabei, die jederzeit bereit sind, Abstriche bei ihrer Freiheit zu machen, nur um keine Eigenverantwortung übernehmen zu müssen. Sie hören lieber auf Wahrsager, lassen sich die Karten legen und und ihre Glückszahlen berechnen als auf ihre eigene Intuition zu vertrauen.

Jeder ist seines Glückes Schmied

Jemand, der nur die schlechtere Hälfte ist in einem Ehegespann oder nur ein Teil seiner Familie oder nur ein Rädchen im Getriebe seines Arbeitgebers, ist weitgehend machtlos und daher nicht fähig, sein Leben zu gestalten. Er ist ein Mit-Lebender, aber keiner, der von sich aus lebensfähig ist. Es kommt alles auf ihn zu und alles ergibt sich von selbst. Menschen, die eine Weltreise antreten und ihre bisherigen Bindungen zurücklassen, müssen oft erst lernen, ihr Leben mit Inhalten zu füllen. Denn es gibt jetzt niemanden mehr, der vorgibt, wann was zu tun ist. Auch frische Rentner haben oft große Probleme, damit klarzukommen, dass sie ab nun selbst bestimmen können, womit sie ihre Tage verbringen. Das soll nicht heißen, dass man keine sozialen Bindungen haben sollte. Aber diese Bindungen sollten Beziehungen aus freiem Herzen sein und daher auch jederzeit lösbar sein, falls sie ihre Gültigkeit verlieren. Eltern „haben“ Kinder ebensowenig wie Kinder Eltern „haben“ im Sinne von besitzen. Im Gegenteil: Das Heranwachsen von Kindern ist ein laufender Löslösungsprozess, der zugelassen werden will.

Yoga + intakte Natur, Foto (C) Stephen Bartels / flickr CC BY 2.0
Yoga + intakte Natur, Foto (C) Stephen Bartels / flickr CC BY 2.0

Meine persönlichen drei Werte, für die ich alles hintanstelle

Anhaftungen, Materielles und Bequemlichkeit sind Werte, die wir jederzeit verlieren können, weil sie von anderen Menschen abhängig sind. Ich entscheide mich daher für die folgenden Werte:

1) Die Gesundheit. Denn wenn ich mich wohl fühle und gesund bin, passt auch alles andere. Dann bin ich auch materiell versorgt und sozial integriert und die Natur ist in Ordnung.

2) Die Freiheit. Nur wenn ich frei bin, fühle ich mich wie ein vollwertiger Mensch. Das Besondere am Menschen ist schließlich sein einzigartiges Bewusstsein, mit dem er sich von anderen Menschen und Kreaturen unterscheidet.

3) Die Kreativität. Wenn ich kreativ sein kann, bin ich eine Schöpferin. Wer etwas erschaffen kann, hat automatisch auch Macht. Kreativität hört nie auf, sondern ist der Antrieb für eine nie enden wollende Weiterentwicklung.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

*Link zum Everyday-Feng-Shui Berater-Profil

1 Kommentar

  1. Sicher unsere Gesundheit ist das höchste Gut, das wir besitzen, wir sollten sie nicht unnötig vernachlässigen. Danke für den tolle Beitrag! :)

    mfg Melanie

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