Licht-Wirkung auf unseren Körper richtig nutzen

Licht ist wie Sauerstoff eines der Dinge, die der Mensch zum Leben braucht. Wer sich schon einmal an grauen Wintertagen schlapp und schlecht gelaunt gefühlt hat, weiß um den psychologischen Effekt von Licht – doch auch auf körperlicher Ebene ist das richtige Licht unverzichtbar. Hier wird erklärt, wie wir Licht für eine gute Gesundheit einsetzen können.

Seltener Anblick: Sonnenlicht an einem Wintertag
Seltener Anblick: Sonnenlicht an einem Wintertag. (Foto: Hrodebert Robertus)

So wirkt sich Licht auf den Körper aus

Wie gesund der Schlaf ist, hängt vom Hormon Melatonin ab. Es steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus und beeinflusst auch andere Hormone. Licht ist damit nicht nur praktisch, sondern die ganz unmittelbare Lebensenergie. Diese bezeichnet man im Feng Shui, der Lehre vom Zusammenspiel zwischen Mensch und Umwelt, als Qui.

Damit die Melatonin-Produktion gut funktioniert und der Körper natürlicherweise müde werden kann, ist entsprechende Beleuchtung nötig. Blaues Licht, wie es von Bildschirmen, Smartphones oder kaltem Kunstlicht ausgeht, aktiviert und funktioniert wie ein Wachmacher. Warmweißes Licht mit rötlicher Lichtfarbe hingegen regt die Melatonin-Produktion an, sodass der Körper sich auf Schlaf vorbereitet und entspannt.

Eine falsche Lichtumgebung kann schlechten Schlaf verursachen und damit der Gesundheit schaden – doch auf der anderen Seite kann das Licht auch klug eingesetzt werden, um erholsamen Schlaf und gute Laune zu fördern.

Licht geschickt einsetzen: Warum es sich lohnt

Natürlich kann nicht jede Alltagssituation beeinflusst werden, was die Beleuchtung angeht. Grelles Licht von Leuchtreklamen, flackernde Straßenlampen, grelles Bürolicht: Es gibt einige Faktoren, welche die Melatonin-Produktion täglich auf die Probe stellen.

Geschickt eingesetzt, kann Licht viel für unser Wohlbefinden tun
Geschickt eingesetzt, kann Licht viel für unser Wohlbefinden tun (Foto: Liam Smith / Flickr)

Zumindest in den eigenen vier Wänden gibt es jedoch Möglichkeiten, Licht clever zu nutzen. So kann der Körper rechtzeitig genug Melatonin produzieren und ist zur Schlafenszeit bereit für die Ruhepause. Auf lange Sicht ergibt sich dadurch tieferer, wertvoller Schlaf, von dem in weiterer Folge die körperliche und geistige Gesundheit profitiert.

Gute Beleuchtung zuhause

Grundsätzlich sollte die eigene Wohnung ein Ort der Entspannung sein. Dementsprechend ungünstig ist es, allzu viele kalte Lichtquellen zu nutzen, denn sie wirken aktivierend. Zu Licht mit hohem Blauanteil gehören sogenanntes Universalweiß und Tageslichtweiß.

Achten Sie darauf, in den eigenen vier Wänden viele Lichtquellen miteinander zu kombinieren. Auch die Feng Shui-Lehre rät dazu, statt einer einzigen Hauptbeleuchtung unterschiedliche (warme) Lichter so einzusetzen, dass sie sich gegenseitig ergänzen. Folgende Beleuchtungsmaßnahmen bieten sich für das Zuhause an.

Licht im Schlafzimmer

Eine wichtige Regel im Schlafzimmer, die im Zeitalter der Smartphones oft unter den Tisch fällt, lautet: möglichst kein blaues Licht in den Stunden vor dem Zubettgehen. Das heißt, dass sowohl Smartphone als auch Laptop, Computer oder Flachbildschirm idealerweise Pause haben sollten. Für die Leselampe auf dem Nachttisch empfiehlt sich warmweißes Licht mit höchstens 2700 Kelvin.

Das richtige Licht im Schlafzimmer hilft beim Einschlafen
Das richtige Licht im Schlafzimmer hilft beim Einschlafen (Foto: ecooper99 / Flickr)

Wichtig ist zudem, dass das Schlafzimmer ausreichend abgedunkelt werden kann. Rollläden oder Jalousien schirmen vor Mondlicht und Straßenlampenlicht ab, während der Raum mit dünnen Vorhängen auch nachts noch zu hell ist.

Damit man aber morgens nicht allzu abrupt aufwacht und Probleme hat, überhaupt aufzustehen, sind Lampen empfehlenswert, deren Lichtfarbe sich regulieren lässt oder die zumindest über einen Dimmer verfügen. So kann morgens eine kalte Lichtfarbe beim Wachwerden helfen. Alternativ erhöht ein Lichtwecker morgens schrittweise das bläuliche Licht, sodass der Körper auf natürliche Weise wach wird.

Licht im Wohnzimmer

Das Wohnzimmer ist ebenso wie der Schlafbereich ein Raum der Entspannung. Um das blaue Licht des Fernsehers auszugleichen, sollte daher ein Großteil der restlichen Lampen warmweißes Licht spenden. Hierfür bieten sich zum Beispiel warmweiße Salzsteinleuchten oder auch Stehlampen mit Papierschirm an. Eine ausgezeichnete Lösung bieten auch indirekt leuchtende LED Strips mit hoher Lichtqualität und warmen Lichtfarben. Hier gibt es bei den Lichtfarben eine große Auswahl wie z.B. auch Amber oder super warm weiß (2.200k). Wichtig ist dabei auf eine hohe Farbwiedergabe zu achten (mindestens CRI>90) und ggf. einen Dimmer einzusetzen.

Befindet sich im Wohnzimmer auch ein Arbeitsbereich, sollte dieser beleuchtungstechnisch klar abgegrenzt sein. Hier darf es also für mehr Konzentration eine tageslichtweiße Lampe sein, allerdings sollte der Lichtbereich durch Pflanzen oder Regale von Entspannungsorten wie dem Sofa abgetrennt sein. Lange Nächte am Schreibtisch sind aber natürlich trotzdem nicht die beste Idee.

Licht im Badezimmer

Je nach Tageszeit unterschiedliche Lichtstimmungen im Badezimmer verwenden.

Die Badezimmerbeleuchtung muss rötliche und bläuliche Lichtfarben vereinen. Denn wenn Sie nachts das Bad aufsuchen, wollen Sie schließlich nicht von kaltem Licht aus dem Halbschlaf gerissen werden! Das gilt übrigens auch für die Beleuchtung im Flur: Indirekte, sanfte Lichtquellen sind hier eine gute Wahl.

Im Badezimmer sollte also zum Großteil warmweißes Licht herrschen. Zum Aufwachen bei der morgendlichen Routine kann aber der Spiegel mit blauer Lichtfarbe beleuchtet werden. Achten Sie nur darauf, die Spiegelbeleuchtung nicht beim abendlichen Zähneputzen oder längeren abendlichen Badezimmeraufenthalten zu nutzen. Statten Sie Ihr Badezimmer daher unbedingt auch immer mit einer zweiten, schwächeren und vor allem wärmeren Lichtquelle aus. Nischenbeleuchtungen und indirekte LED Beleuchtungen von Möbeln oder Hängeschränken eignen sich hierfür hervorragend.

Licht und Farbgestaltung

Wie das Licht in einer Wohnung wirkt, hängt auch vom Farbkonzept der Einrichtung ab. Dabei gilt: Großflächige dunkle Farben schlucken Licht und entziehen der Wohnung damit Energie. Sinnvoller ist es, Wände und Möbel in hellen, neutralen Tönen zu halten und somit eine perfekte Einrichtungssymbiose zu schaffen, in der sich das Licht reflektieren und folglich ausbreiten kann.

Philip Platino
Philip Platino

Licht so einzusetzen, dass es zur rechten Zeit aktiviert bzw. entspannen lässt, erfordert etwas vorausschauende Planung. Auch Ihre Persönlichkeit spielt eine Rolle: Sind Sie grundsätzlich eher energielos oder im Gegenteil oft rastlos? Derartige Zustände können allein durch passende Beleuchtung durchaus verbessert werden. Es werde Licht – aber richtig!

Über den Autor:
Philip Platino ist Geschäftsführer des italienischen Beleuchtungsexperten Platinlux, welcher praktisch seit dreieinhalb Jahrzehnten ein fester Ansprechpartner im Bereich Lampen- und Beleuchtungskonzepte darstellt. Für Platino selbst ist die unterschiedliche Wirkung von Licht auf die Umgebung längst kein Geheimnis mehr und er versucht daher stehts, seine Expertise anderen Menschen weiterzugeben.

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Über Gastautor 13 Artikel
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