Zirbenholz, Lavendel, Baldrian und Co.: Mit natürlichen Mitteln zu besserem Schlaf

Wer mit Schlafproblemen zu kämpfen hat, weiß, wie belastend es sein kann, wenn Körper und Geist einfach nicht zur Ruhe kommen wollen und man sich stundenlang im Bett hin und her wälzt. Viele greifen dann allzu schnell zu Schlaftabletten, doch die Medikamente bergen gewisse Risiken und sind deshalb mit Vorsicht zu genießen. Stattdessen gibt es auch viele Mittel, die auf natürliche Weise einen gesunden Schlaf fördern.

Entspannter Schlaf in natürlicher Umgebung
Entspannter Schlaf in natürlicher Umgebung (Foto: Suso Sinmiedo, Flickr CC BY 2.0)

Auf natürliche Weise zu gesundem Schlaf gelangen

Schlafstörungen sind besonders frustrierend, weil sie Einfluss auf eine ganze Reihe von körperlichen und geistigen Funktionen haben. Wer regelmäßig unausgeschlafen ist, neigt beispielsweise zu Unfällen, Übergewicht, schlechterer Arbeitsleistung und Konzentrationsproblemen. Wenn der Stress zu groß wird, kommen dann oft chemische Schlafmittel zu Hilfe. Die Medikamente sind aber mit etlichen Risiken verbunden, denn sie greifen in den natürlichen Schlafzyklus ein und können sogar abhängig machen.

Pflanzliche Mittel sind hingegen wesentlich sanfter. Sie fördern das Einschlafen auf natürliche Weise, indem sie beruhigend auf Körper und Geist wirken. Dabei besteht keine Gefahr, abhängig zu werden und auch Nebenwirkungen sind in der Regel keine zu erwarten. Zudem sind die Hausmittel frei im Handel erhältlich – und das auch wesentlich günstiger als verschreibungspflichtige Medikamente. Die Natur bietet dabei verschiedene Möglichkeiten, um behutsam in den Schlaf zu gleiten.

Baldrian

Valeriana Officinalis oder Echter Baldrian
Valeriana Officinalis oder Echter Baldrian (Foto: Michael Pierce, Flickr CC BY 2.0)

Baldrian ist ein allseits bekanntes natürliches Heilmittel bei Angstzuständen und Depressionen. Aufgrund seiner beruhigenden Wirkung wird das Kraut seit jeher gerne als Schlafmittel eingesetzt. Im Gegensatz zu chemischen Präparaten ist Baldrian ungefährlich und sorgt auch nicht für Trägheit am nächsten Tag.

Damit die Pflanze ihre volle Wirkung entfaltet, ist allerdings ein bisschen Geduld notwendig. Es kann durchaus 2-3 Wochen dauern, bis die Effekte des Baldrians spürbar sind. Am besten wirkt die Pflanze dabei in Form einer allabendlichen Tasse Tee. Dazu muss nur 1 TL Baldrian mit heißem Wasser aufgegossen und etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen getrunken werden. Alternativ gibt es aber auch Baldrianbäder oder -tinkturen.

Lavendel

Wirkt beruhigend: Duftender Lavendel
Wirkt beruhigend: Duftender Lavendel (Foto: Katsunojiri, Flickr CC BY 2.0)

Die violette Blume kommt häufig bei Aromatherapien zum Einsatz, weil ihr Duft sehr beruhigend wirkt. Gerade bei Unruhe, Stress, Angst oder Schlafstörungen kann der Geruch für die nötige Entspannung sorgen und beim Einschlafen helfen. Ein Duftöl oder -kissen aus Lavendel hat außerdem den Vorteil, dass Mücken ferngehalten werden, weil sie den Geruch der Pflanze nicht mögen. Doch auch ein Lavendelbad oder eine Tasse Lavendelblütentee kann abends dabei helfen, zu entspannen.

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Zirbenholz

Die Zirbe wächst vorwiegend in den Alpen und ihr Holz wird dort seit langem für seinen charakteristischen Duft geschätzt. Zirbenholz enthält ätherische Öle, die entspannen und für eine längere Erholungsphase im Schlaf sorgen. Auf diese Weise kommt das Nervensystem besser zur Ruhe und Stress wird abgebaut.

Die wohl wirksamste Methode, um die guten Eigenschaften des Holzes voll auszukosten, ist ein hochwertiges Massivholzbett aus Zirbenholz. Auf diese Weise kann der angenehme Duft der Zirbe jeden Tag genossen und dadurch die Schlafqualität verbessert werden. Wer lieber kleiner anfangen will, kann sich auch erst einmal ein Zirbenkissen zulegen und neben dem Kopf platzieren, um die Wirkung auszutesten.

Milch mit Honig

Warme Milch mit Honig ist ein altbewährtes Hausmittel, um die Nerven zu beruhigen und in angenehme Träume zu versinken. Zwar enthält Milch die Aminosäure Tryptophan, die vom Körper in das Schlafhormon Melatonin umgewandelt wird, doch die Dosis dafür ist eigentlich viel zu gering, um tatsächlich einschläfernd zu wirken. Stattdessen gehen Forscher davon aus, dass die warme Milch in Kombination mit Honig vorwiegend einen psychologischen Effekt hat. Vor allem, wenn das Glas Milch vor dem Schlafengehen zum Ritual wird, signalisiert es dem Körper, dass es jetzt Zeit ist, zur Ruhe zu kommen.

Als vegane Alternative kann übrigens auch Mandelmilch mit Gewürzen wie Vanille oder Zimt getrunken werden. Auch hier ist Tryptophan enthalten, doch ähnlich wie bei der Kuhmilch wirkt das Getränk wohl ebenfalls eher auf psychologischer Ebene.

Ashwagandha

Withania somnifera, auch Schlafbeere oder Winterkirsche genannt
Withania somnifera, auch Schlafbeere oder Ashwagandha genannt (Foto: Dinesh Valke, Flickr CC BY-SA 2.0)

Ashwagandha, oder auch Schlafbeere genannt, ist eine Heilpflanze aus der ayurvedischen Kräuterheilkunde, die ihrem Namen gemäß traditionell bei Schlafproblemen eingesetzt wird. Die Pflanze hilft dem Körper, besser mit Stress umzugehen, indem sie die vermehrte Ausschüttung des Stresshormons Cortisol verhindert. Als Nahrungsergänzungsmittel ist Ashwagandha frei im Handel erhältlich und kann beispielsweise in Kapselform eingenommen werden. Als empfohlene Dosis gilt dabei eine Dosis von etwa 300-500 mg pro Tag.

Alternativ gibt es aber auch ein Ashwagandha-Pulver, das aus den gemahlenen Wurzeln der Pflanze stammt. Mit heißem Wasser aufgekocht kann es beispielsweise als Tee getrunken werden, mit warmer Milch und etwas Honig und Kakaopulver zubereitet schmeckt es sogar noch besser.

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Auch die Ernährung spielt eine Rolle

Was wir während des Tags über zu uns nehmen hat erheblichen Einfluss auf unsere Nachtruhe. So gibt es gewisse Dinge, die für ein gesundes Schlafverhalten wenig förderlich sind und deshalb möglichst vermieden werden sollten. Dazu gehören aufputschende Mittel wie Koffein oder Nikotin, die spätestens 4-6 Stunden vor dem Zubettgehen nicht mehr konsumiert werden sollten. Auch Alkoholkonsum kann stimulierend wirken und für einen unruhigen Schlaf sorgen.

Sehr reduziertes buddhististes Essen, bei dem es eindeutig nicht auf die Menge ankommt, sondern auf die Qualität. (Foto: Thejas)
Reduziertes buddhististes Essen, bei dem es nicht auf die Menge ankommt, sondern auf die Qualität. (Foto: Thejas)

Mit den richtigen Essgewohnheiten lässt sich ein schlafloses Herumwälzen im Bett ebenfalls vorbeugen. Gerade üppige oder fette Mahlzeiten am Abend können Verdauungsstörungen verursachen, die den Schlaf stören. Abends sollte deshalb vorwiegend auf leichte und gut verdauliche Kost gesetzt werden. Wer sich dann noch bei ein paar der oben beschriebenen pflanzlichen Mitteln bedient, ganz gleich ob in Form von Tee, Nahrungsergänzungsmitteln oder Milch, kann Schlafproblemen schon bald Lebewohl sagen.

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