E-Control durch Smartmeter: Wem nützen die Überwachungsgeräte?

Sie zählen nicht nur den Strom, sondern sammeln auch Verbraucherdaten. Außerdem verbrauchen sie selber Strom und treiben damit den Stromverbrauch in die Höhe.

Foto: VIA Gallery / flickr CC BY 2.0
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So ein Unfug, könnte man nun meinen. Wozu soll denn das gut sein? Das Ding soll die Konsumenten zur Beobachtung ihres Stromverbrauchs anregen. Da kann man nur hoffen, dass einige Kunden beim Strombeobachten bemerken, dass sie unterm Strich nichts gewinnen, wenn sie Geld für Überwachungsgeräte ausgeben. Und dass diese Ausgaben auch nicht im Sinne des Umweltschutzes sein können. Es läuft ja doch immer alles darauf hinaus, dass man alte Dinge wegwerfen soll, um mehr Umsatz zu generieren. Gibt es immer noch Leute, die das nicht durchschauen?

Die Installation ist Pflicht in Österreich

Das Gerät wird als „Erziehungsmaßnahme“ verkauft für Menschen, die nicht imstande sind, sparsam mit Elektrizität umzugehen. Und was ist mit denen, die sowieso weit weniger verbrauchen als der Durchschnitt? Werden sie dazu animiert, ihren Verbrauch zu erhöhen? Für wie blöd und unmündig werden wir gehalten? Kann es überhaupt sein, dass unser Konsumverhalten ständig überwacht wird und wir uns ermahnen lassen müssen, wenn wir nicht der Norm entsprechen? Alle 15 Minuten werden Daten an den Stromlieferanten gesendet, der genau Bescheid weiß, wie oft man duscht, die Wäsche wäscht oder das Licht brennen hat. Ob man überhaupt zu Hause ist oder Freunde zu Besuch hat. Ob man am Sonntag die Bohrmaschine in Betrieb nimmt und wie lange man schläft. Wenn jemand extrem sparsam mit Strom umgeht, sind allerlei Unterstellungen möglich. Man könnte zum Beispiel meinen, dass ein Rohköstler, der seinen E-Herd monatelang nicht in Betrieb hat, nur auswärts isst.

Cui bono?

Über die wahren Hintergründe kann nur spekuliert werden. Ein Gerät, das zur Stromüberwachung geeignet, ist, kann leicht zur Totalüberwachung ausgebaut werden, weil die Software nicht im Haus des Kunden, sondern beim Betreiber installiert ist. Außerdem muss man bei allen Firmen, die Daten sammeln, annehmen, dass sie neue Geschäftsfelder auskundschaften möchten. Kein Stromanbieter überwacht seine Kunden, um weniger Strom zu verkaufen! Die Geräte werden ferngesteuert und man verliert als Kunde jeden Überblick, welche Programmierungen aktuell laufen. Die Hardware bei „normalen“ digitalen Zählern und „intelligenten“ Zählern ist dieselbe. Daher ist jeder kann jeder digitale Zähler mit Spionagesoftware beschickt werden. Nach den ersten Erfahrungen mit Smartmetern bringen die Geräte keine nennenswerte Stromeinsparung. Im Gegenteil: Die Zähler sind derart ungenau, dass bei vielen Kunden der Verbrauch erschreckend in die Höhe geschnellt ist! Laut einer Studie an der Universität Twente in den Niederlanden wiesen digitale Stromzähler in mehr als der Hälfte der Fälle zu hohe Verbrauchswerte aus.

Vernichtende Kritik vom Rechnungshof

Im Jänner 2019 präsentierte der österreichische Rechnungshof dem Parlament einen umfassenden Bericht zur Smart Meter Einführung. Unter anderem soll es keine schlüssige Kosten-Nutzung-Analyse geben und Fragen des Datenschutzes sind nicht ausreichend geklärt. Außerdem liegen weder rechtliche noch gesundheitliche Nachweise vor, dass der entstehende E-Smog unbedenklich ist. Die Geräte wurden eingeführt, ohne sich vorher mit der Sicherheit der Informations- und Kommunikationstechnik zu befassen. Zudem ist die Messgenauigkeit ist nicht gewährleistet. Diverse Aktivierungen und Deaktivierungen spielen keine Rolle, wenn sie jederzeit ferngesteuert geändert werden können. Die flächendeckende Einführung von Smart-Metering macht nach wirtschaftlichen Überlegungen keinen Sinn. Näheres zum Rechnungshofbericht ist hier nachzulesen.

Foto: Angy DS / flickr CC BY 2.0
Foto: Angy DS / flickr CC BY 2.0

Petition Stop smartmeter

Die Organisation „Stop Smartmeter“ ist ein österreichweites Netzwerk, das sich gegen den Smartmeter-Zwang einsetzt. Die wichtigsten Argumente auf den Punkt gebracht:

  • Der Kunde muss die Wahl haben, ob er einen Nutzen in dem Gerät sieht oder nicht.
  • Die detaillierte Überwachung des Stromverbrauchs ist ein Eingriff in die Privatsphäre.
  • Durch den Zählertausch entstehen unnötige Kosten.
  • Der Smartmeter bringt für die meisten Konsumenten keinerlei Nutzen.
  • Die Belastung durch Erhöhung des Elektrosmogs gefährdet die Gesundheit.
  • Die automatische Datensammlung ist nicht grundrechtskonform.

Auf der Seite www.stop-smartmeter.at findet man Tipps und Formulare, wie man sich gegen die Installation zu Wehr setzen kann. Die Verhinderung ist offenbar nicht ganz einfach, aber möglich! Ein Stromanbieter soll einer Verweigerin im Burgenland sogar den Strom abgedreht haben! Grundsätzlich kann man sich gegen die Digitalisierung der Zähler nicht wehren, aber man kann darauf bestehen, dass alle sonstigen Datenübermittlungen ausgeschaltet werden.

Die Situation in Deutschland

Auch in der BRD sind die Smartmeter verpflichtend, jedoch für gewöhnliche Haushalte erst ab 2020 vorgesehen.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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