Hügelbeete: Eine Bereicherung für jeden Garten

Man könnte sie auch bepflanzte Komposthaufen nennen. Oder Hochbeete ohne Einfassung. Sie sind aus der Permakultur nicht wegzudenken, fördern die Kreislaufwirtschaft und wirken auch optisch attraktiv.

 

Die künstlichen Erdhügel oder -Wälle bestehen aus mehreren Schichten Gartenabfällen wie Grassoden, Strauchschnitt, Altholz, alter Gartenerde und Laub. Zur Verfeinerung kann man Sägespäne, Steinmehl, Häckselmaterial und fertigen Kompost einbringen. Eine Abwandlung des Hügelbeetes ist die Kräuterspirale. Bei entsprechender Ausformung können die Wälle sogar als Sichtschutz dienen oder Hangflächen ausgleichen. Wegen ihrer Größe und auffälligen Erscheinung sollte man sie auf jeden Fall in die Gartenplanung miteinbeziehen und nicht unbedacht anlegen. Mit viel Fantasie lassen sich tolle Formen gestalten und Akzente setzen!

 

Viele ökologische Vorteile

  • Die Anbaufläche wird vergrößert.
  • Durch die Zersetzung des Materials entsteht Wärme, die das Wachstum der Pflanzen fördert und die Anbauzeit verlängert.
  • Man muss keine Biomasse wegwerfen, sondern kann sie wieder in den Garten einarbeiten.
  • Das Erdreich bleibt locker.
  • Die Anlage hält zirka 6 Jahre lang, ohne Umstechen und Düngen.
  • Es besteht keine Gefahr von Staunässe.

 

Was gedeiht besonders gut auf Hügelbeeten?

  • Kürbisse
  • Gurken
  • Zucchini
  • Mangold
  • Salate
  • Kohl-Gewächse
  • Kräuter
  • Zwiebeln
  • Sellerie
  • Fenchel
  • Tomaten
  • Erdbeeren
  • Melonen
  • Paprika

Wurzelgemüse ist erst in den Folgejahren sinnvoll, wenn der Boden ordentlich verrottet ist. Da es in der Mitte des Beetes trockener ist als am Rand, gehören Tiefwurzler in die Mitte und Flachwurzler an den Rand. Zusätzlich kann man Sickermulden vorsehen, die das rasche Ablaufen des Wassers verhindern.

 

Tipps für die Planung

Der Durchmesser darf bis zu 150 Zentimetern betragen und die Länge bis zu vier Metern, um das Beet gut bearbeiten zu können. Bei der Höhe kann man von maximal einem Meter ausgehen, sonst werden die Seitenflächen zu steil. Damit das Ganze nicht wie ein Abfallhaufen aussieht, empfiehlt sich eine exakte Form, egal ob geometrisch oder geschwungen. Bei länglichen Beeten ist darauf zu achten, dass die langen Seiten nach Osten und Westen zeigen. Auf der Nordseite entsteht ein Schattenbereich und dieser sollte möglichst klein ausfallen.

Kräuterspirale mit groben Steinen, Foto (C) Samuel Mann / flickr CC BY 2.0
Kräuterspirale mit groben Steinen, Foto (C) Samuel Mann / flickr CC BY 2.0

 

Ein guter Zeitpunkt für die Anlage eines Hügelbeetes ist der März, wenn der Garten nach dem Winter aufgeräumt wird. Für den Boden und für die Tierwelt ist es günstig, wenn man die Gewächse vom Vorjahr erst im Frühling entfernt – auch wenn das nicht so sauber aussieht. So bleiben die Wurzeln und Samen geschützt und bis März ist alles verdorrt, was nicht mehr lebt. Wenn man das Hügelbeet bereits im Spätherbst anlegt, kann es sich bis April setzen, was auch kein Nachteil ist. Allerdings kann das Material abrutschen, wenn es viel regnet oder schneit und noch keine Wurzeln vorhanden sind, die das Ganze zusammenhalten. Eine Abdeckung mit Laub oder Stroh schützt den nackten Boden vor Erosion.

 

Eine kurze Bau-Anleitung

Zuerst wird ein passender und gut besonnter Platz gesucht. Danach wird der Umriss markiert und die Grasnarbe flach abgehoben. In die entstandene Vertiefung kann man zuerst klein geschnittene Äste legen. Ein feinmaschiges Gitternetz schützt den Aufbau vor Wühlmäusen. Darüber kommt eine Schicht mit dem Erdaushub oder den umgedrehten Grassoden. Darauf gibt man eine Lage Laub oder Stroh. Als vierte Schicht nimmt man Tiermist oder groben Kompost. Die oberste Schicht wird aus Gartenerde und reifem Kompost gebildet. Danach drückt man das Ganze an, flacht den Gipfel ein wenig ab und zieht eine Wasser-Rille herum. Zuletzt wird der Haufen gut angegossen und die Bepflanzung kann beginnen.

Der Übergang zwischen dem Hügel und dem übrigen Garten kann fließend verlaufen. Man kann den Hügel aber auch umsäumen, zum Beispiel mit Steinen, Klinkern oder Altholz. Die Einfassung dient nicht nur optischen Zwecken, sondern unterstützt auch den Zusammenhalt der Anhäufung. Der Kern aus Holzresten sackt mit der Zeit zusammen und daher wird der Hügel von Jahr zu Jahr flacher.

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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