Die wichtigsten Pflanzenerden und Substrate

Was in Gartenzentren angeboten wird, ist meist wenig aussagekräftig. Man kann grob gesagt zwischen „Universalerde“ und „Spezialerden“ wählen. Was es damit auf sich hat, soll dieser Artikel klären.

Foto: Maja Dumat, flickr CC BY 2.0
Foto: Maja Dumat, flickr CC BY 2.0

Anzucht-Erde

Für das Vorziehen von kleinen Jungpflanzen sollte man keine nährstoffreiche Erde verwenden, sondern ein „mageres“ Gemisch aus Gartenerde, Sand und feinem Kompost. Auch Kokosfasern sind sehr gut geeignet. Wichtig ist, dass das Substrat luftig, locker und fein-krümelig ist, damit die Wurzeln Fuß fassen können. Wenn die Erde zu grob ist, kann man sie verfeinern, indem man sie durch ein Sieb schüttelt. Ist die Erde zu stark gedüngt, werden weniger Wurzeln gebildet. Um etwaige Unkrautsamen zu vernichten, kann man die Anzucht-Erde dämpfen oder im Backrohr sterilisieren, aber in der Praxis ist es kein Problem, wenn hie und da ein ungeplantes Beikraut aufgeht, das man leicht wieder entfernen kann.

Komposterde

Kompost ist das dunkelbraune Zerfallsprodukt von organischen Gartenabfällen. Reifer Kompost ist fein-krümelig. Halbreifer Kompost enthält noch gröbere Stücke, zum Beispiel von Holzästen, die noch nicht vollständig verrottet sind. Der gröbere Kompost hat den Vorteil, dass er luftiger ist. Die im Handel angebotene Komposterde besteht meist nicht aus reinem Kompost, sondern enthält Füllstoffe und zusätzliche Düngemittel. Im Allgemeinen versteht man unter Komposterde eine nährstoffreiche Humus-Erde.

Zuschlagstoffe

Ihre Aufgabe ist es, das Substrat lockerer, stabiler und luftiger zu machen sowie die Speicherung von Wasser zu verbessern. Zu den bekanntesten Füllstoffen gehören Blähtonkugeln, Ziegelsplitt, Vermiculite, Perlite, Bentonit, Sand, Holzfasern, Gesteinsmehl, Vulkangestein, Lignit, Rindenhumus und Kokosfasern. Sowohl die mineralischen als auch die organischen Zuschlagstoffe können zur Bodenverbesserung beitragen.

Mineralische Substrate

Im Gegensatz zu den humosen, dunklen, leicht sauren Erden sind diese Substrate kalkhaltig, eher basisch, sandig oder steinig. Sie besitzen eine helle Farbe und sind für Pflanzen geeignet, die eine gute Wasserspeicherung oder einen lockeren Boden brauchen, aber wenig Nährstoffe benötigen. Bei der Verwendung in Töpfen und Kübeln werden die Pflanzen mit Flüssigdünger versorgt. In Innenräumen wirken mineralische Substrate sauberer als organische Erden, denn Bodentierchen, Trauermücken, Fäulnis und Schimmel sind hier nicht zu befürchten.

Gemischte Erde

Die meisten Erden, die im Gartenhandel erwerblich sind, sind humose Erde gemischt mit Blähmineralien und anderen Zuschlagstoffen. Sie haben eine lockere und formstabile Konsistenz, die viel Luft an die Wurzeln lässt. Man nennt sie Universalerde, Mehrzweckerde, Blumenerde oder Gemüseerde.

Torf

Das Naturmaterial Torf besteht aus toten Pflanzenresten, die sich in Moorgebieten abgelagert haben. Es hat eine leichte, lockere und fasrige Struktur, ist relativ formstabil und kann gut Wasser speichern. Im Gegensatz zu normalem Kompost löst er sich nicht so schnell auf. Er enthält außerdem weniger Nährstoffe. Durch Beimengung von Torf wird der PH-Wert der Erde saurer – was vor allem für Pflanzen wichtig ist, die einen sauren Boden benötigen. Da Torf ein begrenzt vorhandener Rohstoff ist, werden bei torffreien Erden Ersatzstoffe wie Holzfasern, Kokosfasern und Rindenhumus verwendet. Im Prinzip tut es auch dunkle Walderde, falls man welche zur Verfügung hat.

Lehm

Der natürlich gewachsene Mutterboden hat oft einen hohen Lehmanteil. Das hat Vor- und Nachteile. Lehm speichert Wasser und trocknet nicht so leicht aus wie ein sandiger Boden. Wenn er jedoch antrocknet, kann er sehr hart und klumpig werden. Die Beimischung von Ziegelsplitt, Kies und Sand macht den Boden nicht weicher, aber etwas luftiger. Um den Boden dauerhaft aufzulockern ist eine gute Durchsetzung mit Bodenlebewesen erforderlich. Dies erreicht man, indem man regelmäßig Laub, Grasschnitt und Kompost einbringt. Ein nackter Lehmboden kann im Sommer so heiß werden, dass sich Risse bilden und viele Bodentierchen absterben. Daher ist es bei Lehmböden besonders wichtig, dass die Oberfläche nicht brach liegt, sondern ständig gemulcht wird oder bepflanzt wird. Die Pflanzen sollten möglichst tiefe Wurzeln entwickeln. Neben Nutzpflanzen – vor allem Leguminosen – sind Gründünger-Pflanzen empfehlenswert. Im Laufe der Jahre sollte sich der helle, klebrige Lehm in dunkle, lockere Gartenerde verwandeln. Auch eine Beschattung mit Bäumen und Sträuchern kann hilfreich sein.

Terra Preta, Schwarzerde, Bodenaktivator

Diese besonders fruchtbare Erde hat eine sehr dunkle Farbe und wirkt als organischer Langzeitdünger. Mehr dazu: Terra Preta: Kohlrabenschwarze, fruchtbare Erde

Spezialerden

Man erhält sie für Orchideen, Rosen, Rhododendren, Kakteen, Zitruspflanzen, Teiche und vieles mehr. Manche Pflanzen wie Orchideen gedeihen nicht in normaler Erde. Orchideen sind Luftwurzler und brauchen ein Substrat, das wie ein Schwamm wirkt und zugleich die Wurzeln zusammenhält. Auch Heidelbeeren wachsen nicht in gewöhnlicher Gartenerde, sondern brauchen eine saure Walderde.

Linktipps:

Pflanzenerde – Ein wichtiger Träger für das Wachstum

Lehmboden verbessern und auflockern

Torf und Alternativen

Anzuchterde selber machen: So geht`s

Komposterde kaufen oder selber herstellen?

Mineralisches Substrat für Kakteen und Sukkulenten

Spezialerde: Welche braucht man wirklich?

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Über Johanna Fritz 132 Artikel
Johanna ist freiberufliche Grafik-Designerin und Künstlerin. Sie berät das Team von Everyday Feng Shui bei der Website-Gestaltung und unterstützt bei redaktionellen Themen rund ums Wohnen und Einrichten. Johanna ist unser "Stil-Guru" und ihr erreicht sie unter j.fritz@everyday-feng-shui.de

1 Kommentar

  1. Mir fehlen bei den Zuschlagstoffen dieVor- und Nachteile dieseer Stoffe. Ansonsten fand ich den Artikel gut.
    Grüße A. Schultze

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