Nachhaltige Schnecken-Abwehr im Garten

Die Bekämpfung ist eigentlich nur notwendig, wenn das natürliche Gleichgewicht verloren gegangen ist. Doch was kann man tun, wenn die gefürchteten Nacktschnecken überhand nehmen?

Foto (C) Tauralbus / flickr CC BY 2.0
Foto (C) Tauralbus / flickr CC BY 2.0

 

Den Nutzen erkennen

Schnecken sind in der freien Natur ein Teil des Ökosystems. Sie tragen zum Abbau von Organismen bei und richten keinen Schaden an. Denn Abbauprozesse sind genauso wichtig wie Wachstumsprozesse. Gegen Wegschnecken hat wohl auch niemand etwas einzuwenden. Die so genannten „Nacktschnecken“ jedoch haben wenige Freunde, weil ihr Nutzen nicht offensichtlich ist. In der Natur passiert nichts ohne Grund. Man darf annehmen, dass die Tierchen nur Pflanzen beseitigen, die entweder am falschen Ort stehen oder nicht robust genug sind, um in freier Natur überleben zu können. Es ist ganz allgemein so, dass sich Schädlinge über Pflanzen hermachen, die überdüngt sind, zu dicht stehen, zu wenig Licht bekommen, nicht mehr lange leben können oder aus denaturiertem Saatgut stammen. Irgendwie müssen die überzähligen Pflanzen ja verschwinden. Man spricht zwar von „Vermehrung“ aber eigentlich handelt es sich immer nur um eine Verjüngung und Fortpflanzung. Alles, was zu viel ist oder nicht in das Biotop gehört, muss sterben.

 

Den Garten- und Ernährungsplan hinterfragen

Müssen wir denn überhaupt so viele Früchte ernten und essen? Wie wäre es, wenn wir mehr Samen und Sprossen ziehen würden, statt Wurzeln und Blattwerk? Wäre es nicht sinnvoller, auf die Salatblätter zu verzichten und stattdessen die Salatsamen zu ernten? Wir züchten Salat nur um der Blätter wegen und werfen ihn weg, sobald er zu „schießen“ anfängt. Außerdem sind Monokulturen ein gefundenes Fressen für jeden Schädling. Mischkulturen sind viel weniger anfällig. In gewöhnlichen Wiesen sind kaum Schnecken zu sehen, sondern sie vermehren sich nur dort, wo sie von bestimmten „Kulturpflanzen“ angelockt werden.

 

Resistente Sorten verwenden

Alte Sorten können sich besser gegen Schnecken wehren, weil sie Abwehrstoffe produzieren. Dieser natürliche Pflanzenschutz ist aus vielen Kulturpflanzen herausgezüchtet worden. Wir können aus den Erfahrungen lernen und müssen anfällige Sorten kein zweites Mal anbauen!

 

Diese Maßnahmen nehmen Schnecken den Schrecken

  1. Mulchen: Mulch-Schichten sind relativ trocken und grobkörnig und daher unbequem für Schnecken, aber gemütlich für deren Fressfeinde.
  2. Steckzwiebeln zwischen anfälliges Gemüse setzen.
  3. Komposterde vor der Verwendung dämpfen, um etwaige Schnecken-Eier zu vernichten.
  4. Bretter auf die Erde legen, die den Schnecken als Unterschlupf dienen. Man braucht die Bretter dann nur noch umzudrehen und die Tiere einzusammeln.
  5. Schnecken einsammeln nach jeden Regen, in der Früh und am Abend. Was man nachher damit macht? Tja, das ist Geschmackssache. Eine gewaltfreie Möglichkeit ist, sie in einem Wald auszusetzen. Man kann sie auch in der Sonne trocknen und danach auf den Kompost werfen. Da der Schleim sehr hartnäckig ist, sollte man beim Einsammeln Handschuhe tragen. Wer Hühner, Fische oder Enten besitzt, kann die Schnecken als Tierfutter verwenden.
  6. Den Mutterboden unter der Humus-Schichte mit Karton abdecken: Die Schnecken können nur überleben, wenn sie sich verkriechen können, sobald es zu trocken wird. Sie sind tagsüber kaum aktiv, wenn es nicht gerade regnet, sondern nutzen die Nachtstunden für ihre Beutezüge.
  7. Spezielle Schnecken-Zäune: Sie soll verhindern, dass die Tiere in die Beete klettern. Das macht jedoch nur bei Hochbeeten Sinn, aber nicht, wenn die Schnecken aus dem Boden kommen oder Schnecken-Eier im Kompost sind.
  8. Matten, Bänder oder Pellets aus Schafwolle: Die Wolle verhindert ähnlich wie Karton, dass Unkraut und Tiere durchwandern können.
  9. Schnecken-Krägen: Da die Pflanzen vor allem in der Anzucht-Phase gefährdet sind, kann man enge Schutz-Röhren darüber stülpen. Diese gibt es fertig kaufen oder man kann irgendwelche alten Behälter verwenden, die einen scharfen Rand und keinen Boden haben.
  10. Schnecken-Barrieren: Dafür ist alles geeignet, was eine trockene und raue Oberfläche besitzt. Spitzes Streugut wie Eierschalen oder Splitt ist für die Weichtiere schwer zu überwinden.
  11. Kaffeesatz verdirbt den Schnecken zwar den Appetit, ist aber kein Wundermittel. Man kann den Kaffeesud unter die Pflanzen geben oder ins Gießwasser mischen. Diese Prozedur muss täglich durchgeführt werden.
  12. Mulchen mit trockenen Minze-Blättern ist angeblich sehr erfolgreich. Mit frischer Minze funktioniert es nicht.
  13. Laufenten fressen zwar gerne Schnecken, zertrampeln jedoch viel und hinterlassen Mist. Außerdem nehmen sie gerne Salat als „Beilage“.

 

Was fressen Schnecken am liebsten?

Bei folgenden Pflanzen ist besondere Vorsicht geboten, denn sie gelten als „Schnecken-Magneten“:

  • Salat und Spinat
  • Gurken
  • Klee
  • Brennnesseln
  • Blumenkohl, Kohlrabi, Wirsing, Weißkohl, Rotkohl, Chinakohl
  • Karotten
  • Radieschen
  • Erdbeeren
  • Chrysanthemen
  • Paprika und Chili
  • Kürbisse
  • Bohnen
  • Erbsen
  • Rettich
  • Spargel
  • Linsen
  • Buchweizen
  • Kartoffel
  • Senf
  • Basilikum
  • Petersilie
  • Dill
  • Majoran
  • Zitronenverbene
  • Tagetes
  • Lupinen
  • Rittersporn
  • Dahlien
  • Sonnenblumen
  • Astern
  • Glockenblumen
  • Taglilien
  • Ringelblumen
  • Schwertlilien
  • Schafgarbe
  • Salbei

 

Was mögen Schnecken am wenigsten?

  • Löwenzahn
  • Gras
  • Lavendel
  • stachelige und dornige Pflanzen
  • bittere Pflanzen
  • Artischocken
  • Chicoree
  • Endivie
  • Feldsalat
  • Fenchel
  • Knoblauch
  • Mangold
  • Radicchio
  • Rhabarber
  • Rote Bete
  • Rucola
  • Schnittlauch
  • Sellerie
  • Zwiebeln
  • Wucherblume (Mutterkraut)
  • Fast alle Kräuter

 

Wer sind ihre natürlichen Feinde?

Die spanische Wegschnecke kommt angeblich nicht aus Spanien, sondern aus Mitteleuropa. Je biologischer ein Garten ist, umso weniger können sich Schnecken vermehren. Nein, die Fressfeinde kann man in keiner Tierhandlung kaufen! Man kann nur Unterschlupf-Möglichkeiten schaffen, um sie anzulocken. Wer genug Nützlinge hat, muss sich um die Schnecken keine Gedanken mehr machen. Die folgenden Fressfeinde haben es auf die Schnecken selbst oder auf ihre Eier abgesehen:

  • Igel
  • verschiedene Käfer
  • Weberknechte
  • Tausendfüßler
  • Kröten
  • Blindschleichen
  • Molche
  • Lurche
  • Salamander
  • Schildkröten
  • Eidechsen
  • Spitzmaus
  • Maulwurf
  • Tigerschnegel
  • Vögel: Amseln, Drosseln, Störche, Krähen, Raben und Elstern

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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