Permakultur in Kooperation mit der Natur

Die naturnahe Kreislaufwirtschaft macht weniger Arbeit und bringt mehr Ertrag als konventioneller Gartenbau, wenn wir umsichtig und einfühlsam mit den Pflanzen kooperieren.

Der Mensch ist ein Teil der Natur, Foto (C) OTELO Offenes Technologie Labor / flickr CC BY 2.0
Der Mensch ist ein Teil der Natur, Foto (C) OTELO Offenes Technologie Labor / flickr CC BY 2.0

 

Permakultur ist die deutsche Übersetzung von permanent agriculture“ und bedeutet so viel wie dauerhafte Landwirtschaft. Was genau darunter zu verstehen ist, interpretiert jeder Permakultur-Gärtner ein wenig anders. Im Prinzip geht es darum, so zu wirtschaften, dass keine Abfälle entstehen und keine zusätzlichen Mittel in Form von Kunstdünger oder synthetischen Baustoffen erforderlich sind. Im Idealfall wird nur das Material verwendet, das der Garten selbst hergibt. Dabei ist es natürlich erlaubt, sich mit Nachbarn auszutauschen. Auch wenn man ohne Zukäufe nicht ganz auskommt, versucht man alle Nebenprodukte, die bei der Pflanzenzucht entstehen, wieder in den Garten einzubauen. Dazu gehören zum Beispiel Unkraut, Altholz, Grünschnitt, Tierkot und auch menschliche Exkremente. Die Natur ist im Gleichgewicht, wenn der Mensch dafür sorgt, dass ein geschlossener Kreislauf entsteht und dauerhaft erhalten bleibt.

 

Naturnah und nachhaltig wirtschaften

Es gibt viele Möglichkeiten, mit Permakultur zu beginnen. Dafür ist nicht unbedingt ein ausgetüftelter Plan – auch Permakultur-Design genannt – erforderlich. Man kann auch erste Erfahrungen sammeln mit eine halbwilden Parzelle, indem man ungenießbare Pflanzen durch samenfeste Kulturpflanzen ersetzt. Eine naturnahe Permakultur ist nie eine Monokultur, sondern immer eine Mischkultur, wo verschiedene Pflanzen dicht nebeneinander wachsen dürfen. Wenn man Glück hat, etablieren sich die Kulturpflanzen in der natürlichen Gesellschaft mit den Wildpflanzen und das Ökosystem bleibt mehrere Jahre lang stabil, ohne viel Arbeit zu bereiten. Es genügt, hie und da ein paar „Unkräuter“ herauszuziehen, die Überhand nehmen oder die man nicht nutzen möchte. Bekanntlich sind die meisten „Beikräuter“ genießbar, wenn man sie zu schätzen weiß und in den Speiseplan integrieren kann. Wildkräuter sind wesentlich robuster und geschmacksintensiver als Kopfsalat und brauchen keine Pflege.

 

Ein kooperatives Verhältnis aufbauen

Pflanzen sind kooperativer als man glauben möchte. Sie verstehen, was man mit ihnen vorhat und passen sich an, soweit es ihnen möglich ist. Solange man Wildpflanzen als Feinde betrachtet und ihren Nutzen nicht erkennt, kann man freilich mit ihrer Kooperation nicht rechen. Ein Biotop ist nichts Konstantes, sondern von Natur aus flexibel. Eine Wiese bleibt nur so lange eine Wiese, solange man sie mäht. Sobald sich die Umstände und Verhältnisse ändern, verändert sich auch die Pflanzengesellschaft. Es ist daher ganz natürlich, dass der Mensch eingreift, denn der Mensch ist ein Teil der Natur. Die Aufgabe des Menschen ist es, seine betreuende und gestaltende Rolle anzunehmen – allerdings nicht willkürlich, sondern im Einklang mit der Natur. Pflanzen zeigen uns ihre Bedürfnisse und erklären uns, wie die Natur funktioniert. Wenn wir sie liebevoll und aufmerksam behandeln, richten sie sich gerne nach unseren Wünschen und bedanken sich mit prächtigem Gedeihen.

Mulchen mit Heu oder Stroh gehört zu den Permakultur-Standards. Foto (C) Samuel Mann / flickr CC BY 2.0
Mulchen mit Heu oder Stroh gehört zu den Permakultur-Standards. Foto (C) Samuel Mann / flickr CC BY 2.0

 

Pflanzengemeinschaften bringen höhere Erträge

Wer nun denkt, dass Permakultur zwar gut und schön ist, aber wenig praktikabel und sicher nicht ertragreich, täuscht sich gewaltig. In einer natürlichen Pflanzengesellschaft wird der Boden optimal genutzt und die Ernte kann deutlich ergiebiger ausfallen als bei Monokultur. Mischkulturen sind nicht nur gesünder, sondern bringen auch mehr Pflanzen hervor. Dies wurde in einer Langzeitstudie an der Universität Zürich nachgewiesen und im Fachblatt „Nature“ veröffentlicht. Die Überlegenheit kommt dadurch zustande, dass die Natur keine Nische auslässt, sondern jeden Lebensraum nutzt, um ihn mit Organismen zu besetzen. Bei konventionellen Kulturen liegt viel Erde brach und es entstehen viele Lücken – nicht nur horizontal, sondern auch vertikal. In der Natur ist ein Bewuchs immer mehrschichtig aufgebaut, während es in gewöhnlichen Gärten meist nur eine „Etage“ gibt, in der etwas wächst. Auch in der zeitlichen Abfolge erlaubt sich die Natur keine Auszeiten. Sobald sich eine Pflanze in die Knolle zurückzieht, wächst schon die nächste nach. Außerdem haben Schädlinge keine Möglichkeit, sich auszubreiten, wenn ihre Futterpflanzen nicht nebeneinander, sondern weit verstreut stehen.

 

  

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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