Welche Aufgaben hat der Mensch gegenüber Pflanzen?

Pflanzen sind zweifellos Lebewesen und keine leblosen Dinge. Ihre Fähigkeit, aus anorganischen Stoffen organische Substanzen zu produzieren, ist die Voraussetzung für jedes menschliche Leben auf diesem Planeten.

Ausschnitt aus dem Gebäudekomplex Ta Prohm bei Angkor Wat, Foto: Allie_Caulfield / flickr CC BY 2.0
Ausschnitt aus dem Gebäudekomplex Ta Prohm bei Angkor Wat, Foto: Allie_Caulfield / flickr CC BY 2.0

Wenn die Menschen nicht wären, wäre überall ein Dschungel

In Europa gibt es – von ein paar Naturschutzgebieten abgesehen – keine Urwälder mehr. Die meisten Pflanzen wachsen nicht ohne Menschen auf, sondern mehr oder weniger kultiviert. In echten Urwäldern erfolgen keinerlei menschliche Eingriffe. Es werden keine Bäume gefällt und keine Tiere gejagt oder gefangen. Es gibt keine Pfade und keine Hinweistafeln. Hier stehen und liegen gewaltige Baumriesen herum. Das Gelände ist kaum begehbar und das Dickicht ist derart verwachsen, dass man ohne Buschmesser nicht vorankommt. Der Boden ist nicht eben und überschaubar, sondern eine wilde Landschaft aus vermodertem Altholz, Laub, Moos, Farnen und Sträuchern. Die Artenvielfalt in einem Dschungel ist enorm und noch weitgehend unerforscht. Alle anderen Naturräume, die wir als „natürlich“ erachten, sind von Menschen gestaltet.

Pflanzen besitzen einen Lebensfunken zwischen Keimen und Absterben

Vieles deutet darauf hin, dass Pflanzen nicht nur Lebewesen sind, die von einem innewohnenden Geist aufrechterhalten werden, sondern dass sie auch ein Bewusstsein haben und über Botenstoffe miteinander kommunizieren. Auf jeden Fall beherrschen sie eine Art von Gebärdensprache, die auch der Mensch verstehen kann. Wenn man sie im Zeitraffer betrachtet, merkt man, dass sie ein recht bewegtes Leben führen und nicht nur wachsen, sondern auch diverse Tänze und Drehbewegungen durchführen. Die Art, wie sie ihre Blätter anordnen, sagt etwas über die Schwingung aus, die am Standort vorherrscht. Chaotisch und zerzaust wirkende Pflanzen sind kein gutes Zeichen. Idealerweise bilden Pflanzen harmonische Gesellschaften, die zauberhafte Ensembles kreieren.

Die Aufgaben der Pflanzen

  • Umwandlung von anorganischen Stoffen (Erde, Mineralien, Wasser, Luft, Licht) in organische Substanzen, die Kohlenhydrate, Fett, Eiweiß, Vitamine und Hormone enthalten
  • Nahrung für Menschen und Tiere
  • Herstellung von Natur-Heilmitteln
  • Kooperation mit Insekten und vielen anderen Kleinlebewesen
  • Kooperation mit Menschen bei Züchtungen, Gartenanbau und landwirtschaftlichen Pflanzenkulturen
  • Produktion von Sauerstoff – allerdings nur tagsüber. In der Nacht, wenn kein Licht zur Energiegewinnung vorhanden ist und daher kein Kohlenstoffdioxid umgewandelt werden kann, brauchen Pflanzen Sauerstoff und geben Kohlenstoffdioxid ab.
  • Reinigung der Luft durch Bindung von Staub und Schadstoffen
  • Verdunstung von Wasser
  • Unterstützung von Menschen, die Erholung oder Therapie benötigen
  • Lieferung von Faserstoffen für Textilien: Hanf, Baumwolle, Leinen (Flachs) und Jute
  • Baustoffe: Holz, Bambus, Schilf, Stroh, Kork
  • Rohstoffe für Flechtwaren: Seegras, Taglilienblätter, Weide, Rattan, Palmblätter, Bananenblätter, Kokosblätter, Kokosrinde, Sisal
  • Papierwaren: Papyrus, Zellulose, Reispapier
  • Energieversorgung: Pflanzenöle, Holz, Biomasse, Biomeiler (Wärme aus Kompost)

Die Aufgaben der Menschen

  • Die Erhaltung der Gesundheit der Pflanzen
  • Die Erhaltung der Artenvielfalt und Ökosysteme
  • Die Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts
  • Respekt vor allen Pflanzen, ihren Bedürfnissen und Eigenheiten
  • Die Anerkennung der Pflanzen als lebende und sensitive Wesen
  • Vermeidung von Ausbeutung und Misshandlung von Pflanzen (keine Verstümmelungen, keine unnötigen Verletzungen)
  • Schaffung von artgerechten Lebensbedingungen (Keine Monokultur!)
  • Wertschätzung und gefühlvolle Zuwendung
  • Kooperation und Kommunikation mit Pflanzen
  • Die Vermehrung und Verbreitung von Pflanzen
  • Die Haltung von Pflanzen in Permakultur-Kreisläufen
  • Die Förderung von ausdauernden, mehrjährigen Pflanzen
  • Das Aufforsten von waldlosen Gebieten
  • Die Bepflanzung von Brachen und unnötig versiegelten Flächen

Um den Boden weder auszulaugen noch zu überdüngen, sollte jede Landwirtschaft so erfolgen, dass keine Kunstdünger notwendig sind. Jeder gute Biogärtner kann mit den Kompost- und Mulchmaterialien auskommen, die er auf den eigenen Flächen erzeugt. Ohne Zukauf von bedenklichen Stoffen wie Torf, Hornmehl, Tiermist und Baumrinden.

Pflanzen stehen in der Hierarchie weiter oben

Man darf davon ausgehen, dass Pflanzen eine höhere Schwingung haben als Menschen und Tiere. Denn sonst könnten sie uns nicht ernähren. Alle Menschen und sämtliche Tierarten sind von Pflanzen abhängig. Obwohl wir Pflanzen kultivieren, gelingt es uns nicht, sie vollständig zu zähmen. Sie bleiben im Detail unberechenbar und wachsen, wie und wo sie wollen. Und das ist gut so. Pflanzen mögen den Kontakt mit aufmerksamen Menschen, aber sie sind nicht unbedingt auf Menschen angewiesen, wenn es sich um Wildpflanzen handelt. Pflanzen können in vieler Hinsicht unsere Lehrer sein. Gehen wir daher behutsam mit ihnen um, denn es ist nicht selbstverständlich, dass die ihren Lebensraum mit uns teilen. Allerdings müssen wir keine Scheu haben, sie zu nutzen. Die Pflanzen wissen, dass sie nicht ewig leben und uns teilweise als Nahrung dienen.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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Geomantie.Netzwerk Graz + Umgebung

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