Ausgeglichene Kommunikation: Worauf kommt es an?

Die Fähigkeit, ausgewogen zu kommunizieren, ist einer der wichtigsten Grundpfeiler für Erfolg. Wie findet man die Balance finden zwischen gegensätzlichen Kommunikationsformen?

Eine Miene sagt oft mehr als tausend Worte. Foto: Stiller Beobachter / flickr CC BY 2.0
Eine Miene sagt oft mehr als tausend Worte. Foto: Stiller Beobachter / flickr CC BY 2.0

Vielredner versus Wenigredner

Zugegeben: Gute Zuhörer sind eher beliebt als Leute, die pausenlos reden, ohne ihrem Gegenüber eine Chance zu geben, sich ebenfalls einzubringen. Es kann aber auch sehr nervig und ermüdend sein, wenn jemand höchstens freundlich ist, aber nichts Nennenswertes von sich gibt. Wer keine Informationen preisgibt, wirkt nicht vertrauenswürdig. Das Gespräch gewinnt keine Dynamik und man hat am Ende das ungute Gefühl, zu viel erzählt zu haben. Gespräche mit schweigsamen Menschen sind langweilig und man hat keine Lust, sie fortzusetzen. Der Kontakt droht an Bedeutung zu verlieren oder komplett einzuschlafen.

Die Vielredner kennt jeder aus eigener Erfahrung. Wenn man sie nicht unterbricht, kann locker eine halbe Stunde vergehen, in der man keine Lücke findet, um irgendwas einzuwerfen. Da Unterbrechungen unhöflich sind, bleibt einem nichts übrig, als irgendwann STOPP zu sagen. Es ist wichtig, aufmerksam und vollständig zuzuhören. Aber wenn jemand einen Monolog oder Vortrag hält, dann ist das genaugenommen gar kein Gespräch, sondern eine Beschallung wie aus dem Radio – nur mit dem kleinen Nachteil, dass der Abstellknopf fehlt. Vielredner möchten nichts erfahren, sondern beeindrucken und dominieren. Sie sind davon überzeugt, dass sie mehr wissen und daher den Auftrag haben, andere Menschen zu belehren. Wäre diese Überheblichkeit nicht vorhanden, könnten Vielredner und Wenigredner ganz gut zusammenpassen. Aber der zurückhaltende Typ wird hoffnungslos unterdrückt und daher alsbald das Weite suchen. Scheue Redner brauchen besonders viel Aufmerksamkeit und Ermutigung und keinesfalls eine Lawine an Besserwisserei.

Unverblümte Offenheit versus Fassadentechniken

Zu den Fassadentechniken gehören langes Schweigen, Vermeiden von Gefühlen, die Verwendung von Fremdwörtern, das Ablenken vom Thema, ausweichende Blicke, Andeutungen mit vielen Fragezeichen, nichtssagende Aussagen, das Breittreten von Belanglosigkeiten und das Drehen im Kreis. Antworten bleiben entweder komplett aus oder werden durch Umschweife verweigert. Jeder Satz wird auf die Goldwaage gelegt oder überhaupt abgebrochen. Der Sprecher möchte keinen Blick hinter seine Kulissen gewähren und betrachtet die Unterhaltung als anstrengende Arbeit. Es kann aber auch sein, dass ein Schwall an Eigenlob vom Stapel gelassen wird, um die Zuhörer einzuschüchtern und Nachfragen zu verhindern. In beiden Fällen handelt es sich um eine Kommunikationsform, die für nichts offen ist.

Hier haben sich zwei Gleichgesinnte getroffen. Foto: Matthias Uhlig / flickr CC BY 2.0
Hier haben sich zwei Gleichgesinnte getroffen. Foto: Matthias Uhlig / flickr CC BY 2.0

Menschen, die ihr Herz auf der Zunge tragen, möchten hingegen jeden Gedanken und jede Gefühlsregung teilen. Vor lauter Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit vergessen sie, dass vieles von dem, was sie sagen, nicht relevant ist, unnötig ist oder sogar verunsichernd oder verletzend wirkt. Vor allem Kinder und sehr alte Menschen sagen oft Dinge, die unzumutbar wären, wenn man sie ernst nehmen würde. Wenn ein mauernder Typ an eine unbekümmerte Plaudertasche gerät, entsteht eine große Verwirrung. Um auf einen grünen Zweig zu kommen, müssten beide erkennen, dass es beim Kommunizieren nicht um Äußerungen geht, sondern um den Austausch.

Imponiergehabe versus Mitleidheischerei

Man sollte grundsätzlich nicht negativ über sich selbst reden und auch nicht unnötig Probleme wälzen. Denn das, was man aussendet, zieht Kreise. Manche Menschen neigen dazu, sich klein zu machen, um den anderen zu signalisieren, dass sie keine Gefahr darstellen und nicht als Konkurrent wahrgenommen werden möchten. Im Prinzip handelt es sich um eine Konfliktvermeidungsstrategie. Man möchte weder auffallen noch anecken, sondern sich ducken. Solange sich die anderen besser vorkommen, sind keine Missgunst-Attacken zu befürchten. Die etwas herablassende Behandlung wird weggesteckt, weil der Tiefstapler ja weiß, dass es ihm nicht ganz so schlecht geht, wie er tut. Er wirft ganz bewusst Probleme in den Raum, an denen die andern herumhacken können. Es kann auch sein, dass der Tiefstapler Mitleid, Sympathie und Hilfsangebote möchte. Er zeigt sich gerne mit den schäbigsten Klamotten, jammert viel und lässt es sich nicht anmerken, dass er eigentlich ziemlich entspannt ist und nur für Unterhaltung sorgt.

Wenn ein selbstgefälliger Hochstapler auf einen Tiefstapler trifft, der mit Vorliebe Negatives aufbauscht, dann wird es interessant. Beide halten den jeweils anderen für verrückt, denn wie kann man nur so blöd sein, sich Feinde zu schaffen durch schamlose Protzerei? Oder absichtlich negative Eigenwerbung verbreiten? Der Hochstapler möchte bewundert werden und eine angesehene Position einnehmen. Er möchte kein liebenswerter Looser sein, sondern sein Revier vergrößern und den bestmöglichen Ruf erwerben. Besonders interessant wird es dann, wenn der vermeintliche Looser erfolgreicher ist als der Angeber. Die beiden können einander überhaupt nicht verstehen und die Kommunikation ist zum Scheitern verurteilt. Eine Annäherung ist nur möglich, wenn beide aufhören, einander was vorzumachen.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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