Die kleinen Traumata des Alltags bewältigen

Traumata passieren nicht nur in der Kindheit, sondern es gibt viele alltägliche Erlebnisse, die das Vertrauen in die Menschheit zerstören. Oft erfolgen sie unterschwellig und beinahe unbemerkt – so wie die vielen Betrugsversuche per Email, die im Spam-Ordner landen.

Foto (C) Shang Ning / flickr CC BY 2.0
Foto (C) Shang Ning / flickr CC BY 2.0

 

Warum Traumata so schädlich sind

Schmerzhafte Erfahrungen, die wir nicht richtig gespürt haben, kehren so lange wieder, bis wir sie nicht mehr verdrängen können. Traumata sind daher gleichzusetzen mit negativen Programmierungen, die jede Menge Unheil nach sich ziehen, wenn sie nicht frühzeitig aufgelöst werden. Die Ebene (oder Dimension), in der unverarbeitete Schmerzen gespeichert werden, kann man „Schmerz-Körper“ nennen. Der Schmerz-Körper wird zum Beispiel berührt, wenn wir uns „angetriggert“ fühlen durch das Verhalten anderer Menschen, die es gar nicht böse meinen. Wir reagieren völlig übertrieben und höchst emotional und steigern uns in Dramen hinein, die völlig haltlos erscheinen und bei unbeteiligten Menschen nur Verwunderung auslösen.

 

Was die Seele schockiert und verletzt

Wenn man viel mit Menschen zu tun hat, sind kleine Verletzungen fast an der Tagesordnung. Man kann sich oft nicht anders wehren, als sie zu ignorieren oder auszublenden, sie zu überspielen, sich abzuschotten und Kontakte abzubrechen. Die „Täter“ handeln meist völlig unbewusst, weil sie ihre eigenen Beschränkungen und Bewertungen auf andere Menschen übertragen. Es ist daher nicht möglich, die Täter zu bekehren und die Verletzungen auf diese Weise abzustellen. Wahrscheinlich ist es uns selber auch nicht bewusst, wie oft wir Aussagen machen, die anderen wehtun. Zu diesen Alltagskränkungen gehören:

  • Täuschung, Lüge, Betrug, Desinformation, Verschweigen von wichtigen Informationen
  • Ausbeutung, Diebstähle und Übervorteilung
  • Aufdringlichkeiten, Nötigung, Grenzverletzungen, Vandalismus, Distanzlosigkeiten und Übergriffe
  • Anonyme Netzwerk-Teilnehmer, die sich quasi einen Sack über den Kopf ziehen oder mit falschen Identitäten auftreten
  • Verstellte Stimmen von Meinungsforschern und Kassierern/innen
  • Kommentare und Bewertungen von Internet-Trollen
  • Drohungen,  Beleidigungen, Verleumdungen, Machtspielchen, Erpressungen und Beschimpfungen
  • Ausgrenzungen und Verurteilungen, Mobbing, Kontaktverbote
  • Einschränkungen der Bewegungs- und Meinungsfreiheit
  • Missgunst, Neid und Verwünschungen
  • Vereinnahmungen, Rücksichtslosigkeiten und Respektlosigkeiten
  • Gebrochene Versprechen, Nichteinhaltung von Vereinbarungen
  • Häusliche Gewalt, Bevormundungen, Erniedrigungen (üblich zum Beispiel zwischen Chef und Lehrling), Anschreien oder generell brüllend laute Stimmen
  • Teilnahmslosigkeit und unterlassene Hilfeleistungen
  • Ablehnung und Verachtung
  • Konkurrenzdruck und Vergleiche mit anderen Menschen
  • Ständiger Verkehrslärm, überlaute Flugzeuge und Baumaschinen
  • Erdbeben, Überschwemmungen, Blitzschlag, Stromausfall, Erschütterungen und Explosionen
  • Körperliche Verletzungen und Unfälle
  • Schreckmomente, Gruselfilme und -Romane

Sind das alles nur Bagatellen, die höchstens Kleinkinder aus dem Lot bringen? Wohl kaum! Ich behaupte, dass sie sich andauernd schädlich auswirken, wenn man sie zur Gewohnheit werden lässt und gar nicht mehr als Verletzungen wahrnimmt.

Foto (C) Paul / flickr CC BY 2.0
Foto (C) Paul / flickr CC BY 2.0

 

Schleichende Traumata

Schleichende Traumata wirken fatal, weil sie uns in einer Weise verändern, die wir kaum wahrnehmen. Es ist wie bei Tieren, wenn sie ihre angeborene Neugierde und Offenheit verlieren und zunehmend kontaktscheu werden. Am Ende glaubt jeder, sie seien von Natur aus Fluchttiere, aber es ist fraglich, ob das stimmt. Denn wenn sie von klein auf lernen, dass sie vertrauen dürfen, ergreifen sie nicht beim leisesten Windzug die Flucht. Wenn man beispielsweise als Frau ständig sexualisiert oder auf das Aussehen reduziert wird, dann kann das je nach Veranlagung verschiedene Folgen haben. Ähnliches passiert bei diversen gesellschaftlichen Normen mit starkem Anpassungsdruck. Sie führen zu einer Persönlichkeitsstörung, die gar nicht bemerkt wird.

 

Was kann man tun?

  • Den Schreck bewusst wahrnehmen, statt ihn beiseite zu schieben – auch wenn er banal erscheint. Gerade die subtilen Verletzungen wirken besonders giftig.
  • Sich Zeit nehmen, um die Erfahrungen fühlend zu verarbeiten. Wir wollen Schmerzhaftes nicht fühlen, weil es weh tut. Aber ohne Negatives zu fühlen, können wir uns nicht davor schützen.
  • Was lässt sich daraus lernen? Bei dieser Frage ist es von Vorteil, wenn man nicht festgefahren reagiert, sondern fähig ist, verschiedene Perspektiven einzunehmen.
  • Die Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass es zu keiner Wiederholung kommt. So mancher Gewohnheitstäter wird sich vielleicht wundern, wenn man sein Verhalten nicht mehr toleriert – aber nur auf diese Weise sind ehrliche Begegnungen möglich. Wer nicht betrogen werden möchte, sollte sich fragen, wie offen und aufrichtig er selber ist.
  • Für Kontrasterfahrungen sorgen: Es ist nicht natürlich, täglich mit 20 Betrugsversuchen konfrontiert zu werden – auch wenn das inzwischen normal ist. Um etwas anderes zu erleben, kann man zum Beispiel das Internetsurfen beschränken und öfter in den Wald gehen. Wir müssen nicht alles mit uns machen lassen, was uns energetisch herunterzieht.

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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