Pflanzensprache: Wie kommunizieren Pflanzen?

Wie funktioniert die Kommunikation zwischen den Pflanzen? Die grünen Gesellen haben mehr Möglichkeiten, sich zu verständigen, als allgemein bekannt ist.

Foto: Art (RUS) Potosi / flickr CC BY 2.0
Foto: Art (RUS) Potosi / flickr CC BY 2.0

Haben Pflanzen Gefühle?

Pflanzen sind auf jeden Fall sensitiv und wenn sie schwach oder lädiert aussehen, darf man annehmen, dass sie sich auch so fühlen. Ob sie regelrecht Schmerzen empfinden können, ist fraglich. Sie besitzen kein Nervensystem, aber feine Adern an ihren Blättern und Stielen. Über diese Adern ist die Übertragung von Reizen möglich. Wir können Empathie empfinden für eine Pflanze und an ihrem Ausdruck ablesen, wie es ihr gerade geht. Die Energie einer Pflanze ist nicht darauf beschränkt, dass sie als Organismus lebensfähig ist, sondern sie wirkt auch in abgeschnittenen und getrockneten Teilen. Das Sterben erfolgt meistens sehr schnell und lässt sich nicht aufhalten, wenn eine Pflanze ihren Geist aufgegeben hat. Andererseits sind Pflanzen, die unbedingt weiterleben wollen, kaum umzubringen. Das Gefühlsspektrum scheint anders gefächert zu sein als bei Menschen. Regelrechte Schmerzen sind nicht zu erkennen, wohl aber viele Formen von Schwäche, Stagnation, Verkümmerung, Krankheit, Entartung und Siechtum.

Pflanzen besitzen vitale Energiefelder

Die Aura einer Pflanze wird durch allerlei Schnitte und Verstümmelungen ebenso eingeschränkt wie durch lebensfeindliche Bedingungen.Große Bäume können sehr weitreichende Energiefelder aufbauen und wie starke Persönlichkeiten dastehen. Bei älteren Exemplaren wird der Charakter immer deutlicher sichtbar. Es entstehen viele Formationen und „Zeichnungen“ an Ästen und Rinden, die man interpretieren kann, indem man nach Analogien sucht. Im Fengshui geht man davon aus, dass Lebewesen und Objekte, die ähnlich aussehen, auch einen ähnlichen, geistigen Hintergrund besitzen. Das eigentliche Energiezentrum einer Pflanze befindet sich unterhalb der Erde. Wir bekommen die vielen Wurzelhaare und feinen Verästelungen nie genau zu sehen, die zusammen mit Pilzen und Kleinstlebewesen ein lebhaftes Netzwerk bilden. Die Spitzen der Wurzelhaare sind ständig in Bewegung und schieben sich im Boden voran. Der grüne, oberirdische Teil, fungiert hauptsächlich als Solaranlage.

Pflanzen sind intelligenter als gedacht

Pflanzen sind lernfähig und können sich an ungewohnte Bedingungen anpassen. Jeder Gärtner weiß, dass man Pflanzen abhärten und an stressende Umgebungen gewöhnen kann. Sie wissen immer genau, wann es Zeit ist, zu keimen, zu sprießen, zu blühen, zu reifen, auszusamen und sich in die Knolle zurückzuziehen. Sie können Chemikalien erkennen und sich sowohl zeitlich als auch geographisch orientieren. Jede Pflanze ist ein Individuum mit einem speziellen Charakter. Sie besitzt eine Art von Sehsinn, mit der  sie Begrenzungen, Rankhilfen und Nachbarpflanzen frühzeitig wahrnimmt, sowie auf Licht reagiert. Pflanzen haben elf verschiedene Lichtsensoren, während Menschen nur zwei besitzen. Man darf daher annehmen, dass Pflanzen ihre Bezugspersonen nicht nur schemenhaft wahrnehmen können.

Optische Botschaften und Gebärdensprache

Pflanzen sind keine steifen Gesellen, sondern ständig in Bewegung. Wir bemerken das oft nicht, weil die Bewegungen relativ langsam erfolgen. Nur selten passiert das Einrollen, Zuklappen, Drehen und Neigen der Blätter so schnell, dass wir ohne Zeitraffer dabei zusehen können. Auch Blüten können aktive Bewegungen ausführen. Bei zu starker Hitze oder Sonneneinwirkung werden die Blätter schnell schlapp. Natürlich reagieren Pflanzen auch auf Kälte, Regen und Wind, Dürreperioden und anhaltende Nässe. Die Äste und Triebe sind manchmal eng zusammengeschlagen und dann wieder hoch und weit ausgebreitet. Veränderungen sehen wir außerdem bei der Farbe, beim Glanz und an der Oberflächenstruktur: Die Blätter können blasser, dunkler, bräunlich, gelblich oder rötlich werden, durchsichtig, dickfleischig, verschrumpelt, rissig, leuchtend, haarig oder fleckig.

Aussenden und Empfangen von Duftnoten

Forscher kennen bereits tausende von feinen Duft-Vokabeln, die Pflanzen benutzen. Menschen und Tiere können von pflanzlichen Geruchsstoffen, Terpenen und Terpenoiden profitieren, ohne die Pflanzen zu berühren. Manche Insekten und auch größere Tiere werden direkt von den Duftmischungen der Pflanzen angelockt oder vertrieben.

Chemische Botenstoffe

Dass Pflanzen Hormone produzieren können, ist allgemein bekannt. Inzwischen weiß man, dass sie chemische Substanzen auch als, Gift, Betäubungsmittel und Botenstoffe benutzen, um Fressfeinde zu vertreiben und ihre Artgenossen zu warnen. Außerdem können sie Nährstoffe produzieren und über das Wurzelwerk mit anderen Pflanzen austauschen. In Wäldern ist praktisch jeder Baum mit dem unterirdischen Netzwerk verbunden.

Foto: mynikfoto / flickr CC BY 2/0
Foto: mynikfoto / flickr CC BY 2/0

Kommunikation über die Wurzeln, Wood Wide Web

Das eigentliche Herzstück der Pflanzen sind weder der Stamm noch die Äste oder Blätter, sondern die Wurzeln. Aber nicht alle Arten vertragen einen radikalen Rückschnitt. Freilandpflanzen und Waldpflanzen sind stabiler, weil sie mehr Möglichkeiten haben, mit Nachbarpflanzen und Mikroorganismen zu kooperieren. Das unterirdische „Wood Wide Web“ gilt als das Internet des Waldes.

Laute und Klänge

Pflanzen lieben harmonische Musik und können Worte nicht nur „hören“, sondern auch lesen. Sie erkennen offenbar die Gedanken und Absichten eines Menschen, noch ehe er zur Tat schreitet. Das Reden mit den Pflanzen kann durchaus erfolgversprechend sein. Pflanzen können sogar eigene Töne erzeugen, indem sie leise Knackgeräusche produzieren, die Menschen nicht hören können.

Anzeigen von Gefahren

Sonnenbrände, Fraßspuren, Risse und Knicke, Quetschungen, Sturmschäden und Hagellöcher geben Hinweise auf Schwierigkeiten, Bedrohungen und Gefahren. Die meisten Pflanzen sind bis zu einem gewissen Grad schnittverträglich, verändern jedoch ihr Wuchsverhalten nach dem Schnitt.

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Irmgard Brottrager
Über Irmgard Brottrager 758 Artikel
Irmgard Brottrager ist Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur, Fachredakteurin und Fengshuiberaterin in Graz. Sie beschäftigt sich vorzugsweise mit Aufgaben, die mit dem Menschen und seinem Umfeld zu tun haben. Irmgard erreicht ihr unter i.brottrager@everyday-feng-shui.de

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