Grenzen setzen mit Psychologie- und Feng-Shui-Tricks

Distanzlose Menschen, die ihre Grenzen nicht kennen, sind lästige Zeitgenossen. Wie wird man mit respektlosen und aufdringlichen Mitmenschen fertig, ohne das Kriegsbeil auszugraben?

Foto: Thomas Kohler / flickr CC BY 2.0
Foto: Thomas Kohler / flickr CC BY 2.0

Ursachen für Grenzverletzugen

Warum neigen manche Menschen dazu, ihre Mitmenschen zu bedrängen? Dafür gibt es viele mögliche Ursachen, von denen hier nur einige genannt werden können:

·        Der Mensch hat kein Gespür für Reviere und Grenzen und kommt anderen daher unbewusst zu nahe. Oft sind diese Menschen derart mit sich selbst beschäftigt, dass sie andere Menschen kaum wahrnehmen oder nur als Hindernisse betrachten.

·        EGO-zentrierter Charakter, der andere Menschen beiseite schiebt. Beispiel: Vordrängen an der Supermarktkasse ohne Rücksicht auf diejenigen, die bereits länger warten und es vielleicht auch eilig haben.

·        Überheblicher oder narzisstischer Charakter.

·        Menschen, die unter Kontaktsucht leiden oder Zurückweisungen nicht ertragen können.

·        Bewusste Rang- und Machtspielchen, verbunden mit der Absicht, die Mitmenschen zu dominieren und zu unterdrücken.

·        Die bewusste Absicht, das eigene Revier zu erweitern, oder bereits geraubtes Revier zu verteidigen.

·        Bewusste Feindseligkeit bis hin zu quälendem Sadismus.

·        Es hat einen bestimmten Grund, warum Kinder und attraktive Frauen öfter belästigt werden als Männer: Sie wirken weicher, wehrloser und attraktiver. Viele Grenzverletzer geben einem unreflektierten Sog nach und nähern sich dem Objekt der Begierde, um es zu beäugen und von seinem Liebreiz zu profitieren.

·        Unterschiedliche Wertvorstellungen: Durch die Andersartigkeit des Nachbarn werden die eigenen Werte in Frage gestellt. Intolerante Menschen neigen dazu, alles zu bekämpfen, was unverständlich oder bedrohlich wirkt. Beispiel: Jemand, der auf dem eigenen Gelände kein Staubkorn und keinen Grashalm duldet, geht gegen den vermeintlichen Wildwuchs im Nachbargarten vor.

·        Unterschiedliche kulturelle Prägungen: Südländer haben oft kein Verständnis für die Distanzbedürfnisse von Nordeuropäern.

·        Achtlosigkeit: Zum Beispiel weggeworfene Zigarettenstummel oder falsch abgestellte Fahrräder.

 Abgrenzung mit psychologischen Mitteln

·        Grundsätzlich respektabel auftreten und auf joviale Anbiederungen nicht eingehen. Es kommt selten vor, dass man bereits bei der allerersten Begegnung überrumpelt wird. Notorische Grenzverletzer probieren, wie weit sie gehen können. Daher ist es wichtig, von Anfang an klare Grenzen zu setzen und sich auf keine unangenehme Annäherung einzulassen.

·        Im Gespräch die Führung übernehmen und bei dreister Anrede nicht antworten. Man hört es am Tonfall, wie ein Gruß gemeint ist.

·        Wenn bereits Anzeichen von Respektlosigkeit vorhanden sind, sollte man konsequent mit Zurückweisungen reagieren. Bei besonders frechen Zeitgenossen muss man eventuell Hilfe holen oder sich an geeigneter Stelle beschweren.

·        Niemand muss sich für seine Empfindungen rechtfertigen oder eine Zurückweisung begründen! Jeder hat von Natur aus das Recht, selbst zu bestimmen, ob er Kontakt möchte oder nicht, und wie weit dieser Kontakt gehen darf. Niemand ist verpflichtet, stets offen und freundlich und ansprechbar zu sein. Es genügt, keine Lust zu haben oder sich nicht wohl zu fühlen.

·        Kontakte, bei denen sich der Abstand nicht stimmig anfühlt, sind generell zu meiden oder zu reduzieren. Man kann diesen Menschen weniger Aufmerksamkeit schenken oder kurz angebunden reagieren oder leiser grüßen, um unliebsame Gespräche zu unterbinden.

·        Sollte es zu massiven Übergriffen und Handgreiflichkeiten kommen, ist fast jedes Mittel recht, um das Revier zu verteidigen.

·        Da respektlose Menschen meist Wiederholungstäter sind, darf man nicht nachlässig werden.

 

Abgrenzung mit Feng-Shui-Methoden

·        Die Abgrenzung beginnt bei der Kleidung und Körpersprache. Es ist nicht ratsam, sich mit nachlässiger Kleidung zu zeigen, wenn man übergriffige Nachbarn hat.

·        Alle räumlichen Grenzen und Gemeinschaftsräume sollten klar und sauber gehalten werden. Versuche, die Grenzen aufzuweichen oder zu überschreiten oder gemeinsame Flächen zu übernehmen, müssen frühzeitig gestoppt werden.

·        Menschen, die verbal übergriffig werden, planen meist auch räumliche Übergriffe. Hier ist besondere Achtsamkeit geboten. Wenn man weiß, worauf es der Nachbar abgesehen hat, kann man sich gezielt schützen. Im Extremfall kann es sogar sein, dass der Nachbar einziehen will oder den Garten übernehmen möchte oder sein Zweitauto parken möchte.

·        Bei leichten Übergriffen genügen mündliche und schriftliche Hinweise – zum Beispiel in Form von Tafeln und Aushängen.

·        Bei mittelschweren Übergriffen wirken Zäune und andere Barrikaden.

·        Werden die Barrikaden überschritten oder zerstört, sollte man die Vorfälle anzeigen oder bei der Hausverwaltung melden oder in anderer Weise publik machen. Oft sind die Täter unbekannt, weil sie ihre Vandalenakte in der Nacht ausführen. Sie entfernen Verbotschilder, reißen Pflanzen aus, schneiden Löcher in Hecken oder beschmieren den Asphalt vor der Eingangstür. Häufig handelt es sich um frustrierte Hundebesitzer, die sich nicht vertreiben lassen wollen, oder um Menschen, die gewisse Übergriffe als Gewohnheitsrechte betrachten.

·        Die Wehrhaftigkeit eines Anwesens hängt von vielen Faktoren ab, die im Ernstfall zu überprüfen sind. Es ist schwierig, ein Revier zu verteidigen, das bereits seit Jahrzehnten als Passage oder Parkplatz oder Hundewiese benutzt wird von Unbefugten.

·        Die Übergriffe können bis in den Untergrund reichen, indem diverse Versorgungsleitungen über das eigene Grundstück laufen, nachdem sie von einem früheren Eigentümer erlaubt wurden. Es kann auch sein, dass ein Nachbar sein Abwasser über die Grenze fließen lässt oder dass wuchernde Ausläuferpflanzen auftauchen.

·        Ein gut abgegrenzter Eingang ist freundlich gestaltet, aber nicht direkt erreichbar. Er sollte gut einsehbar und leicht zu überwachen sein.

·        Um das eigene Revier zu markieren und zu verteidigen, sind bewusst gestaltete Schwellenbereiche günstig. Der Besucher sollte auf den ersten Blick erkennen, dass das Haus von einer starken Persönlichkeit bewohnt wird, die ihr Revier beansprucht.

·        Bei Gemeinschaftshäusern ist es von Vorteil, selbst aktiv zu werden, indem man gestalterische Ideen einbringt und eventuell auch die Pflege von gemeinsamen Flächen übernimmt. Aktive Menschen genießen automatisch einen höheren Rang, weil sie bedeutsamer sind für das Gemeinwohl als Mitbewohner, die sich nur passiv oder destruktiv verhalten.

·        Kein Teil des Hauses, des Gartens oder des Parkplatzes sollte so aussehen, als würde er niemandem gehören. Am Parkplatz können Nummern, Schranken oder Namensschilder hilfreich sein.

·        Je öfter man sich im Freien blicken lässt, umso besser. Zur Not wird auch mit Hunden oder Überwachungskameras signalisiert, dass die Grenzen kontrolliert werden.

Mehr über die Gestaltung von Eingängen nach Feng Shui könnt ihr hier nachlesen.

 

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Über Irmgard Brottrager 810 Artikel
Irmgard Brottrager ist Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur, Fachredakteurin und Fengshuiberaterin in Graz. Sie beschäftigt sich vorzugsweise mit Aufgaben, die mit dem Menschen und seinem Umfeld zu tun haben. Irmgard erreicht ihr unter i.brottrager@everyday-feng-shui.de

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