Leben von Luft und Liebe: Ist Lichtnahrung dauerhaft möglich?

Man nennt sie Lichtesser, Pranier, Bretharians oder Hungerkünstler. Essen tun sie jedoch alle. Was und wie viel? Das ist angeblich völlig unwichtig, denn sie tun es nur zum Spaß.

https://www.youtube.com/watch?v=jqxxT6_gHAw&t=400s

 

Silke Leopold und Henry Lop haben auf La Palma einen Lichtnahrungskünstler gefunden, der bereit war, ein Interview zu geben. Der dunkelhäutige Mann namens Elitom Elamin hat sogar einen eigenen Youtube-Kanal. Er hat seine Ernährung nicht von heute auf morgen umgestellt, sondern war zuerst Rohköstler, bevor er immer mehr seinen Lichtnahrungs-Weg fand. Er hat seinen Körper an das Fasten gewöhnt und isst angeblich nur selten etwas. Wie so oft sind die Informationen zu spärlich und unvollständig, um sich ein Bild machen zu können. Er glaubt, dass Ernährungsformen nur Glaubenssysteme sind und daher keine besser ist als die andere. Mit dem Wegfall der Nahrungsbeschaffung wächst die zeitliche und finanzielle Freiheit. Je weniger wir und mit Lebensmitteln beschäftigen müssen, umso mehr Energie bleibt für andere Lebensinhalte. Diese Vorstellung mag unattraktiv klingen für Menschen, bei denen das Essen zum wichtigsten Teil ihres Lebensinhaltes geworden ist. Viele können sich ein Sozialleben ohne gemeinsames Essen und Trinken nicht vorstellen. Mehrwöchige Fasten-Phasen haben in vielen Kulturen eine Tradition, doch die Frage ist, ob man DAUERHAFT auf herkömmliche Lebensmittel verzichten kann?

 

Weniger essen ist mehr

Jeder, der die Erfahrung gemacht hat, dass weniger essen mehr Lebensqualität bringt, ist auf dem richtigen Weg, findet Elitom Elamin. Egal, ob man nur einmal am Tag isst oder einmal in der Woche fastet oder die Kalorienaufnahme halbiert. Der Körper gewöhnt sich an die verringerte Nahrungsmittelzufuhr und passt seinen Stoffwechsel an. Es gibt offenbar verschiedene Arten, wie der menschliche Stoffwechsel funktionieren kann. Sonst wäre es nicht möglich, in Regionen mit völlig unterschiedlichem Nahrungsangebot zu überleben. Ob alle Ernährungskonzepte gleich gesund sind, ist eine andere Frage. Lichtnahrung ist vielleicht möglich in einem bestimmten Umfang, aber über die langfristigen Auswirkungen weiß man wenig. Die meisten Menschen, die auf diesem Gebiet experimentieren, brechen diese Ernährungsform ab, weil das Aussehen darunter leidet. Es besteht der Verdacht, dass Pranierismus zu frühzeitiger Alterung führt und daher nur kurzfristig interessant ist. Außerdem wird oft berichtet, dass die Lichtnahrung nur in gesunder Umgebung funktioniert und in Großstädten nicht möglich ist. Es handelt sich auf jeden Fall um eine Ernährung, bei der man an seine Grenzen gerät. Die Reserven werden aufgezehrt und Prana (Chi) als Energiequelle lässt sich nicht löffeln wie Griesbrei, sondern setzt einen stressfreien Lebensstil voraus.

 

 

In der Ruhe liegt die Kraft

Es ist logisch, dass der Stoffwechsel viel Energie braucht und dass wir unseren Körper entlasten können, wenn wir weniger essen und nur Lebensmittel konsumieren, die leicht verdaulich sind. Jeder kennt die Kraft, die aus der Regeneration kommt, wenn wir uns ausruhen, meditieren oder schlafen. Das Nichtstun bringt oft mehr als alle sportlichen Bemühungen um körperliche Ertüchtigung. Das Thema Lichtnahrung erinnert uns daran, dass wir uns nicht nur vom Essen ernähren, sondern von diversen anderen Energieträgern, die nicht materieller Natur sind. Alles, was heilsam ist, nährt uns in gewisser Weise, denn es sorgt für Wachstum und Erneuerung. Umgekehrt sollte alles, was wir zu uns nehmen, egal ob durch den Mund oder durch andere Organe, auch heilsam sein. Es gibt zweifellos andere Energiequellen als Essen, die uns nähren können. Jeder weiß aus eigener Erfahrung, dass wir umso weniger Hunger haben, je harmonischer und beglückender das Umfeld ist. Wenn die Sonne scheint und die Temperaturen stimmen und wir uns fließend bewegen können, meldet der Körper weniger Bedürfnisse als an einem kalten, stressigen Wintertag im Großstadt-Dschungel. Um den Frieden in der Außenwelt zu erleben, muss der Mensch allerdings gelernt haben, den Frieden in sich selbst zu finden.

 

So faszinierend, das Thema auch ist …

Ich habe relativ viel darüber gelesen, gesehen und gehört im Laufe der Jahre, und auch mit Personen Mails getauscht, die sich der Lichtnahrung verschrieben haben. Aber es blieb immer alles sehr diffus, so wie auch die verlinkten Videos in diesem Beitrag. Mein Eindruck ist, dass es sich um eine Art Hungerkunst handelt, die längerfristig wenig Vorteile bietet. Die meisten Pranier essen nebenbei und lassen sich nicht in die Karten blicken. Ich bin mir sicher, dass jeder Mensch zum Teil von Lichtnahrung lebt. Es gibt einige bekannte Pranier, deren Aussehen mich eindeutig abschreckt. Die Haut scheint gelblich-dunkel zu werden nach jahrelangem Nahrungsentzug, und auch der Alterungsprozess scheint sich zu beschleunigen. Über Ernährungsformen kann man nur streiten, solange man sich nicht die Ergebnisse ansieht, die sich körperlich manifestieren. Ich möchte hier keine Namen nennen, aber wenn ein Lichtnahrungslehrer behauptet, dass Lichtnahrung verjüngt, dann muss er diese Versprechung mit seinem eigenen Aussehen beweisen. Bei Elitom Elamin fällt mir auf, dass die Augäpfel, die eigentlich weiß sein sollten, dunkel sind. Das sieht nicht gesund aus! Auch die Fingernägel sollten rosiger sein. Außerdem scheint die Energieaufnahme ohne Essen viel länger zu dauern als mit Essen. Denn der Aufenthalt in der frischen Luft, die Bewegung, die Atmung, die Chi-Praktiken und Meditationen sind essentiell, um sich ausreichend mit Prana aufzuladen.

 

 

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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