Sind Ermittlungen mit der Wünschelrute seriös?

Wünschelruten und Einhandruten haben einen etwas besseren Ruf als Pendel, obwohl sie nach demselben Prinzip funktionieren. Gibt es irgendwelche Nachweise für die Verlässlichkeit dieser Instrumente oder sind sie völliger Humbug?

Foto (C) Oliver Hallmann / flickr CC BY 2.0
Foto (C) Oliver Hallmann / flickr CC BY 2.0

Die Begriffe Geomantie und Radiästhesie werden meistens gleichgesetzt, obwohl sie unterschiedliche Bedeutungen haben. Radiästheten bzw. Radiästhesisten sind ungefähr dasselbe wie Wünschelrutengeher, während sich Geomanten ganz allgemein mit so genannten „Erdenergien“ beschäftigen.

Woran erkennt man einen seriösen Wünschelrutengeher?

Bei radiästhetischen Untersuchungen handelt es sich grundsätzlich immer nur um Vermutungen mit einer gewisser Trefferquote, aber auch Fehlerquote. Ein vertrauenswürdiger Rutengeher tut nicht so, als wären seine Annahmen immer richtig. Er verspricht keine Wunder und schon gar keine Heilerfolge. Jede „Mutung“ – wie es im Fachjargon heißt – ist lediglich ein Versuch, etwas zu spüren, was sich auf andere Weise nicht ermitteln lässt. Viele Menschen glauben gerne an Pendler und Rutengeher, weil sie damit ihre Eigenverantwortung abwälzen können. Sie suchen Antworten auf Fragen, die sie selber nicht beantworten können oder wollen. Oft sind diese Fragen falsch gestellt und von einem bestimmten Wunschdenken geprägt, das mit der Realität nicht vereinbar ist. Auf falsche Fragen kann es keine richtigen Antworten geben. Ein seriöser Pendler hinterfragt daher jede Frage und nutzt das Vertrauen seiner Klienten nicht aus, um ihnen das zu bestätigen, was sie gerne hören möchten. Vor allen gibt ein Pendler niemals Prognosen für die Zukunft ab. Außerdem verkauft er keine Produkte gegen diverse Befindlichkeitsstörungen, die auf „Erdstrahlen“ zurückgeführt werden.

Warum kommen verschiedene Rutengeher zu verschiedenen Ergebnissen?

Jeder Mensch ist auf Grund seiner individuellen Schwingung unterschiedlich resonanzfähig. Das eigentliche Messinstrument ist der Körper. Die Wünschelrute und das Pendel verstärken nur, was der Körper anzeigt. Da fast jeder Mensch körperliche Blockaden hat, ist seine Feinfühligkeit mehr oder weniger eingeschränkt. Es ist fast unmöglich, irgendetwas völlig neutral wahrzunehmen, weil man seine Vorurteile nie ganz ausschalten kann. Selbst wenn man ganz bewusst keinen Gedanken denkt, sind im Unterbewusstsein immer noch jede Menge Filter, Bewertungen und Einstellungen vorhanden, die das Ergebnis beeinflussen. Jeder nimmt das wahr, was er für richtig hält. Ein seriöser „Hellseher“ kann nur sagen, dass er eine bestimmte Vorstellung hat und etwas vermutet. Leider treten die meisten Wünschelrutengeher mit einer überzogenen Selbstsicherheit auf, weil unsichere Kunden überzeugende Ergebnisse erwarten. Fast jeder Radiästhet tut so, als wären seine Annahmen gesichert oder gar erwiesen, nur weil das Pendel einen Ausschlag macht. Radiästhetische Messinstrumente sind derart labil gelagert, dass sie nicht lange ruhig bleiben können, sondern irgendwie ausschlagen MÜSSEN, wenn man sie locker hält.

Wünschelrutengeher im Test

Das österreichische Testmagazin „Konsument“ hat im Jahr 2002 verschiedene Wünschelrutengeher getestet. Das Ergebnis kurz zusammengefasst: Die Mehrzahl der Mutungen war völlig unbrauchbar. Die Treffsicherheit entsprach ungefähr dem durchschnittlichen Zufall. Bei einigen wenigen Rutengehern jedoch war die Treffsicherheit überdurchschnittlich hoch. Aber auch diese „Strahlenfahnder“ machten Fehler. Hundertprozentiges Vertrauen ist also selbst beim besten Radiästhesisten unangebracht. Es ist nicht möglich, mit einem Pendel oder einer Rute irgendwas zu messen oder zu beweisen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn mit der Rute Krankheitsursachen gesucht werden. Im Allgemeinen muss man davon ausgehen, dass Mutmaßungen mit einem Pendel, Biotensor oder mit einer Wünschelrute nur vage Versuche sind, um etwas zu spüren oder zu deuten, was nicht greifbar ist.

Das „Brunnenprojekt“ des Europäischen Zentrums für Umweltmedizin

Im Jahr 2001 wurde eine Studie durchgeführt, bei der radiästhetische Brunnen-Sucher getestet wurden. Hier lag die Erfolgsquote bei erstaunlichen 97 Prozent. Zum einen hat das sicher damit zu tun, dass die Wahrscheinlichkeit, auf Grundwasser zu stoßen, auch ohne Pendel sehr hoch ist. Zum anderen sagt dieses Ergebnis nichts darüber aus, ob eine Bohrung fünf Meter entfernt besser oder ungünstiger gewesen wäre. Schließlich hatte man früher fast auf jedem Grundstück einen Hausbrunnen. Unterirdisches Wasser ist flächendeckend fast überall vorhanden.

Persönliche Erfahrungen taugen nicht als wissenschaftliche Erklärungen

Die Theorien, die bei diversen Wünschelrutenkursen als Lehrmeinungen weitergegeben werden, sind im Grunde nicht mehr als Legenden. Über Dinge, die man weder sieht noch offensichtlich spürt, kann man alles Mögliche erzählen. Selbst wenn man unterschiedliche Energie-Qualitäten erkennen kann in der Natur und in gebauten Räumen, ist es weder logisch noch zielführend, diese „Strahlungen“ auf bestimmte geologische Strukturen zurückzuführen. Jeder Ort hat eine bestimmte Schwingung, aber diese ist nicht mathematisch messbar, sondern sehr komplex und vielschichtig. Es ist besser, diese einfach mit offenen Sinnen wahrzunehmen und auf sich wirken zu lassen – möglichst im Austausch mit anderen Menschen. Wer zu den seltenen Radiästheten gehört, die mit ihren Instrumenten zusätzliche Hinweise finden, kann diese Hilfsmittel gerne benutzen. Man sollte sich jedoch immer nur auf die eigenen Wahrnehmungen verlassen und jede Vermutung mit Vorsicht genießen. Es gibt sicher Menschen, die feinere Antennen haben als andere, und auch geübter sind beim Aufspüren von Schwingungen. Aber Mutungen, die nicht von zahlreichen Menschen ebenso wahrgenommen werden, sind nicht gesichert, sondern bleiben Vermutungen.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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Geomantie.Netzwerk Graz + Umgebung

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