3 grüne Wildkräuter im Superfood-Vergleich

Löwenzahn, Brennnesseln und Bärlauch gehören zu den gesündesten Wildpflanzen. Doch können die wuchernden Unkräuter mit dem seltenen Knoblauchspinat mithalten?

verblühter Löwenzahn, Foto (C) gravitat-OFF / flickr
verblühter Löwenzahn, Foto (C) gravitat-OFF / flickr

 

Allen drei Wildkräutern gemeinsam ist, dass sie wesentlich gehaltvoller sind als hochgezüchtete Salatsorten aus dem Supermarkt. Alle drei sind vollwertige Lebensmittel und in der freien Natur zu finden.

Brennnesseln

Die wehrhaften Pflanzen wachsen oft an unschönen Plätzen. Sie genießen keinen guten Ruf, sondern gelten als hässliches und hartnäckiges Unkraut, das man mit bloßen Händen nicht angreifen sollte, weil sonst mit brennenden Schmerzen und Quaddeln zu rechnen ist. Man sieht sie häufig an halbwilden Stellen, neben dem Straßenrand, auf Brachflächen und im Gestrüpp, in der Nähe von Gemäuer und zwischen schmutzigem Gerümpel. Gerne werden sie auch von Insekten besucht und die haarigen Blätter mit den spitzen Zacken sehen nicht gerade appetitanregend aus. Der Umgang mit den störrischen Blättern erfordert etwas Geschick, aber wenn man weiß, wie man sie wirksam entschärft, ist alles halb so wild.

Der Geschmack ist ziemlich eigen und etwas gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlimmer als der von Spinat. Die Blätter sind frisch und roh zu genießen, zum Beispiel im Smoothie, in der Suppe oder im Salat. Sie sind aber auch getrocknet und gemahlen zu verwenden, wobei die Samen besonders wertvoll sind. Neben dem hohen Wasseranteil sind fast alle essentiellen Mineralien und Vitamine enthalten, vor allem viel Vitamim C, Eiweiß, Silizium und Beta-Carotin. Die Brennnessel hat eine lange Tradition als Naturheilmittel und wird vor allem bei Stoffwechselstörungen empfohlen.

 

Löwenzahn, Butterblume, Kuhblume, Pusteblume

Die gezahnten Blätter enthalten 89 Prozent Wasser und sind daher zum Entsaften geeignet. Außer den Stängeln ist die ganze Pflanze essbar, auch die Blüten und die langen Pfahl-Wurzeln. Letztere werden nach zwei Jahren ausgegraben, getrocknet und gemahlen. Die hübsche Pflanze mit den gelben Blüten wächst fast überall und ist kostenlos auf jeder Naturwiese erhältlich. Sie hat etwas mehr Vitamine als Brennnesseln und weniger Mineralien. Die jungen Blätter schmecken leicht bitter, die älteren sind weniger schmackhaft, aber auch genießbar. Löwenzahn gehört zu den Pflanzen mit der größten Menge an Vitamin K (zusammen mit Petersilie, Sauerampfer, Kresse, Schnittlauch, Gerstengras und Brennnesseln). 100 Gramm denken den täglichen Vitamin-K-Bedarf zu 650%. Hervorragende Werte sind auch bei Beta-Carotin und Vitamin A zu vermerken. Das super gesunde Wildkraut ist eine beliebte Gartenpflanze in Frankreich und Italien. Bei uns wird sie viel zu wenig genutzt und nur ganz selten angebaut. Dabei ist sie ganzjährig im Überfluss vorhanden, denn die Stöcke sind winterhart und stellen bei Frost zwar ihr Wachstum ein, sterben aber nicht ab.

Das vielseitige Superfood sättigt nicht nur, sondern hat viele heilsame Nebenwirkungen. Es wird in der Volksmedizin vor allem gegen Gallensteine, Leber- und Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Außerdem wirkt es blutreinigend und harntreibend.

 

Bärlauch, Knoblauchspinat, wilder Knoblauch, Waldknoblauch

Die wilde Lauchpflanze ist nur im Frühling verfügbar und nur an bestimmten Plätzen. Sie gedeiht am besten in feuchten Auwäldern und an schattigen Bachrändern. Die Blätter bestehen zu 92,6% aus Wasser. Die Nährstoffdichte ist sehr hoch, aber nicht ganz so hoch wie bei Brennnesseln und Löwenzahn. Hervorragend sind vor allem der Schwefel- und Vitamin-C-Anteil. Für den Vitamin-K-Gehalt habe ich keinen Wert gefunden, aber er dürfte ähnlich hoch sein wie bei Löwenzahn und Brennnesseln, denn Bärlauch ist ein Hauptbestandteil von Vitamin-K-Präparaten.

Bärlauch verleiht Bärenkräfte, glaubten die alten Germanen, weil auch Bären gerne Bärlauch verspeisen. Er riecht dezent nach Knoblauch und wird in der Küche wie Schnittlauch verwendet. In der Volksmedizin ist er für seine entgiftenden und verdauungsfördernden Wirkungen bekannt. Er soll auch die Quecksilber- und Cadmium-Ausleitung fördern.

Bärlauch mit Blüten, Foto (C) Maja Dumat / flickr
Bärlauch mit Blüten, Foto (C) Maja Dumat / flickr

 

Alle Angaben pro 100g Brennnessel roh Löwenzahnblätter Bärlauch roh
Kohlehydrate (g) 1,31 2,44 2,93
Fett (g) 0,61 0,62 0,3
Eiweiß (g) 7,37 3,13 0,9
Ballaststoffe (g) 3,11 3 2,18
Vitamin A  (µg) 400 1317 200
Beta-Carotin (µg) 2400 7900 1200
Vitamin B1 (µg) 200 190 130
Vitamin B2 (µg) 150 170 60
Vitamin B3 (µg) 800 800 700
Vitamin B5 (µg) 300 250 110
Vitamin B6 (µg) 160 200 200
Vitamin B7, Biotin (µg) 0,5 0,7 0,9
Folsäure  (µg) 30 40 17
Vitamin B12 (µg)
Vitamin C (mg) 333 67 150
Vitamin D (µg)
Vitamin E (µg) 800 2500 250
Vitamin K (µg) 600 700 ja
Calcium (mg) 713 168 76
Kalium (mg) 475 501 326
Magnesium (mg) 80 37 22
Phosphor (mg) 138 66 50
Schwefel (mg) 40 17 61
Eisen (mg) 4,12 3,38 2,87
Jodid  (µg) 3 3 2
Kupfer  (µg) 240 260 80
Mangan (mg) 1,26 0,92 0,32
Zink (mg) 1,02 0,83 0,27
Bor (mg) ja 10 ja
Selen ja
Kobalt ja ja ja
Silizium, Kieselsäure ja ja
Methionin (mg) 119 61 13
Tyrosin (mg) 234 85 39
Arginin (mg) 359 163 167
Omega 3 Fettsäure (mg) ja ja
Saponine ja ja ja
Chlorophyll ja ja ja

 

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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