Unkraut bekämpfen mit natürlichen Mitteln

In der Permakultur gibt es keine Unkräuter, sondern nur Beikräuter. Die meisten von ihnen sind überaus nützlich, weil sie den Boden verbessern, essbar sind oder die Oberfläche vor dem Austrocknen schützen.

Löwenzahn lässt sich Gott sei Dank nicht ausrotten. Foto (C) Ecogood / flickr CC BY 2.0
Löwenzahn lässt sich Gott sei Dank nicht ausrotten. Foto (C) Ecogood / flickr CC BY 2.0

1) Aufessen

Die meisten Unkräuter meinen es nicht böse, sondern sind sogar essbar und sehr gesund. Wer die „Beikräuter“ näher kennt, wird ihre Vorzüge zu schätzen wissen und sie als nicht versiegende Nahrungsquelle betrachten. Vor allem Löwenzahn, Brennnesseln, Giersch und Vogelmiere sind bewährte Wildkräuter für Salate und Smoothies.

 

2) Pappkartons auflegen

„Permakulturisten“ jäten nicht, sondern belegen ihre Beete mit (möglichst unbedruckten) Pappkartons. Vorher werden die Rasensoden entfernt. Um Samen und Jungpflanzen in die Erde zu bringen, bohrt man einfach Löcher in den Karton. Die Rasensoden kann man in Hochbeeten, Hügelbeeten oder auf Komposthäufen verwerten. Wer keine Kartons hat oder lieber Geld ausgeben möchte, kann auch ein Unkrautschutzvlies verwenden, das im Handel erhältlich ist. Das Spezialgewebe hält länger als der „Pappendeckel“ (auf gut österreicherisch), ist aber nicht biologisch abbaubar. Außerdem helfen beide Materialien nichts, wenn die Unkrautsamen von oben kommen.

 

3) Zupfen im Frühling

Wenn man die Beikräuter, die man nicht essen kann oder nicht haben möchte, frühzeitig und samt Wurzeln aus der Erde zieht, hat man in den Folgemonaten weitgehend Ruhe. Später artet die Jäterei in einen regelrechten Kampf aus, weil die Wurzeln viel zu kräftig geworden sind. Was sich nicht leicht herausziehen lässt, kann man mit einer kleinen Schaufel ausgraben. Sofern die Beetflächen nicht allzu groß sind, macht diese Methode wenig Arbeit.

 

4) Jäten mit Spezialwerkzeugen

Wer das Zupfen im Frühling verpasst hat, kann mit speziellen Harck- und Jät-Werkzeugen nachhelfen. Sie besitzen eine langen Stiel, damit man bequem arbeiten kann. Und entweder eine Form von Krallen oder kleine Schaben, mit denen man locker unter das „Herz“ der Pflanze fahren kann, ohne den gesamten Wurzelballen auszugraben. Je kleiner und leichter das Werkzeug ist, umso besser. Voraussetzung für diese Methode ist, dass der Abstand zwischen den Kulturpflanzen groß genug ist. Flächendeckend gesäte Kulturen lassen sich damit nicht pflegen. Außerdem kann man kein Unkraut beseitigen, das dicht neben den Kulturpflanzen emporkommt.

 

5) Bodendecker pflanzen

Ausdauernde Bodendecker gehören im Frühling zu den ersten Pflanzen, die sich ausbreiten. Die meisten haben nur flache Wurzeln und lassen sich leicht herausziehen, wenn man freie Stellen für Kulturpflanzen benötigt. Damit zarte Setzlinge nicht sofort überwuchert werden, kann man sie eine Zeitlang mit Hülsen oder „Krägen“ schützen. Leere WC-Papierrollen eigenen sich perfekt dafür. Später stören die Bodendecker die Kulturpflanzen nicht mehr, weil diese viel tiefere Wurzeln entwickeln.

 

6) Mulchen

Unter Mulch versteht man jede Art von Streugut für den Erdboden. Für den Garten sind Laub, Stroh, Heu, Grünschnitt, Sägespäne, Kieselsteine und zerkleinerte Blätter (zum Beispiel von Beinwell) geeignet. Rindenmulch und Holzhäcksel können den PH-Wert des Bodens verändern. Sie sollten daher nicht im Gemüsebeet, sondern nur auf Wegflächen oder unter Sträuchern angebracht werden. Das Mulch-Material deckt den Boden ab und verhindert, dass Licht an die darunterliegenden Samen und Wurzeln gelangt. Damit kein Schimmel entsteht, sollten die Mulch-Schichten nicht zu nass und nicht zu dick sein. Der Boden bleicht feucht und die Verdunstung ist durch die Abdeckung stark eingeschränkt. Gießen wird beinahe überflüssig und bei starken Regenfällen wird der Humus nicht weggeschwemmt. Auch die kleinen Tierchen im Boden freuen sich über die lockere und feuchte Konsistenz der Erde.

Weitere Vorteile sind die Wärmespeicherung sowie der Schutz vor Überhitzung im Hochsommer. Das Streugut zersetzt sich im Laufe der Monate und wird auf diese Weise zum Dünger. Je älter die Mulch-Masse ist und je mehr Samen enthalten sind, umso leichter können Unkräuter Fuß fassen. Daher wird die Mulch-Schichte mindestens einmal im Jahr erneuert. Da Grasschnitt in fast jedem Garten vorhanden ist, ist es kein besonderer Aufwand, ihn zum Mulchen zu verwenden, statt auf den Kompost oder in die Biotonne zu werfen.

 

Brennnessel mit Samen, Foto (C) Tauralbus flickr CC By 2.0
Brennnessel mit Samen, Foto (C) Tauralbus flickr CC BY 2.0

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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