Bodendecker-Pflanzen: pflegeleicht, nützlich und schön

Am Boden kriechende Pflanzen sind nicht nur eine Augenweide, sondern erfüllen auch wichtige Funktionen im Garten.

Sedum-Arten bilden oft wunderschöne Blüten-Teppiche. Foto (C) Patrick Standish / flickr CC BY 2.0
Sedum-Arten bilden oft wunderschöne Blüten-Teppiche. Foto (C) Patrick Standish / flickr CC BY 2.0

 

Ich gebe es zu: Ich bin ein Fan von Bodendeckern. Und mache mir damit nicht immer Freunde. Denn für viele Menschen ist ein Garten nur „ordentlich“, wenn man nackte Erde sieht und keine Beikräuter. In der Permakultur jedoch sind nackte Böden verpönt. Bodendecker sind die schönere Alternative zum Mulchen mit Grasschnitt, Stroh oder Häckselmaterial, finde ich. Sie sind durchwegs Flachwurzler und stellen daher keine Konkurrenz zu tiefer wurzelnden Pflanzen dar. Sie halten den Boden saftig, bieten Unterschlupf für Kleinlebewesen und bilden eine wirksame Barriere gegen höheres Unkraut. Und das sind noch gar nicht alle Vorteile! Denn sie sparen auch Zeit beim Rasenmähen, sind häufig genießbar und benötigen keinerlei Pflege. Da sie sich von selbst vermehren und das Wachstum sich in Grenzen hält, sind sie auch für extensive Gründächer und Rasengitter-Parkplätze geeignet. Und selbst wenn man sie nur aus optischen Gründen anbaut, machen die Polster- und Teppich-Pflanzen viel her. Duftende Gattungen wie Gundermann, Kamille und Feldthymian verströmen noch zusätzliche Reize.

Cranberries, auch Moosbeeren genannt, wachsen auch in unseren Breiten. Foto (C) Andrea Pokrzywinski / flickr CC BY 2.0
Cranberries, auch Moosbeeren genannt, wachsen auch in unseren Breiten. Foto (C) Andrea Pokrzywinski / flickr CC BY 2.0

 

Nachfolgend eine kleine Übersicht über bekannte Sorten. Viele Bodendecker haben schöne Blüten, sind essbar oder gehören sogar zu den traditionellen Heilpflanzen. Ausführliche Beschreibungen findet man im Internet.

 

essbar Blüten Heilpflanze immergrün
Gundelrebe ja violett ja nein
Vogelmiere ja weiß ja bedingt
Scharbockskraut ja gelb ja nein
Haselwurz nein purpurrot ja, aber giftig nein
Giersch ja weiß ja nein
Sauerklee ja weiß / rosa ja nein
Moos nein rot / grün nein ja
Sedum-Arten teilweise verschiedene teilweise ja
Portulak ja gelb ja bedingt
Immergrün nein blau giftig nein
Erdbeeren ja weiß ja nein
Moosbeeren ja rosa / rötlich ja nein
Goldnessel ja gelb ja nein
Jiaogulan ja gelbgrün ja nein
Quendel ja violett ja nein
Bachbunge ja blau ja bedingt
Rasenkamille ja weiß ja nein
Günsel ja blau ja nein
Tagetes teilweise gelb / orange ja nein
Heidekraut ja rötlich ja ja

 

 

Die Gundelrebe

Man nennt sie auch „Gundermann“ und sie wächst als Wildpflanze auf vielen gewöhnlichen Wiesen. Die Bezeichnung „Rebe“ kommt daher, dass sie ähnliche Ausläufer bildet wie Weinreben. Die essbaren Blätter sind sehr würzig und daher nur in kleinen Mengen genießbar. Wenn man die Gundelrebe im Rasen hat und das Gras möglichst hoch abschneidet, bleibt der niedrige Bodendecker unbeschadet und kann sich im Laufe der Jahre durchsetzen. Das ausdauernde Beikraut erscheint jedes Jahr wieder und ist daher sehr pflegeleicht. Es entsteht ein duftender Kräuter-Rasen, der nur noch selten gemäht werden muss.

 

Die Vogelmiere

Die feingliedrige Vogelmiere gehört wie die Gundelrebe zu den Beikräutern, die oft verkannt und verschmäht werden. Die Blätter können samt Stängeln und Blüten gegessen werden und schmecken mild im Salat. Die Pflanzen sind sogar bedingt wintergrün – solange es nicht allzu kalt ist. Sie gehören auf jeden Fall zu den ersten, die im Frühling sprießen, und zu den letzten, die sich im Winter zurückziehen. Sie bedecken „nackte“ Beete, aber auch Balkon-Kübel und gedeihen sogar in Wohnräumen.

 

Das Scharbockskraut

Das Wildkraut mit den glänzenden, herzförmigen Blättern ist nur im Frühling genießbar, bevor die gelben Blüten sich zeigen. Es gehört zu den allerersten Frühlingsboten, wenn die Wiesen noch braun sind. Und zieht sich bereits im Juni zurück – um im nächsten Frühjahr verlässlich wieder zu erscheinen. Die ursprüngliche Waldpflanze mag einen feuchten und schattigen Standort. Die Haselwurz sieht ähnlich aus, ist aber giftig und heißt daher auch Brechwurz.

 

Der Giersch

Wer ihn nicht kennt, verflucht ihn, weil er zu den hartnäckigen „Unkräutern“ gehört. Das Dreiblatt, wie es auch genannt wird, ist ein feines Wildkraut und kann als Ersatz für Petersilie verwendet werden.

 

Der Sauerklee

Sauerklee-Sorten können etwas höher werden und sehen am besten zusammen mit Moos aus. Besonders dekorativ ist der brasilianische Sauerklee, der auch im Zimmer gedeiht.

 

Sedum-Arten

Zu den Sedum-Arten gehören zum Beispiel die Hauswurz und die Fetthenne. Sie werden gerne auf Flachdächern und in Steingärten verwendet, weil sie wenig Feuchtigkeit benötigen und toll aussehen.

 

Kriechende Gehölze

Hier sind vor allem Efeu, wilder Wein, Wacholder und Mispeln zu erwähnen. Sie können sich teppichartig ausbreiten, sind aber schwer zu entfernen, wenn man sie später wieder loswerden möchte.

 

 

 

 

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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