Duschen und Baden, Vor- und Nachteile

Sind die allgegenwärtigen Glas-Duschen ein Modetrend oder ein echter Wellness-Fortschritt? Was ist angenehmer, nützlicher, preiswerter, platzsparender, gesünder für die Haut und besser für die Umwelt?

 Foto (C) Irmgard Brottrager
Foto (C) Irmgard Brottrager

 

Für viele stellt sich diese Frage gar nicht, weil es gar keine Wanne in der Wohnung gibt. Der Trend ist also eindeutig. In der Früh muss es schnell gehen. Für Wannenbäder haben berufstätige Menschen keine Zeit. Und wenn mehrere Personen Schlange stehen vor dem Badezimmer, muss jeder binnen 15 Minuten fertig sein. Wannen benötigen außerdem mehr Platz. Obwohl das heute nicht mehr stimmt, denn die Duschen sind viel größer geworden und Wannen gibt es auch im Kleinformat. Bei genauerer Betrachtung handelt es sich wohl vielmehr um einen Modetrend als um einen funktionellen Vorteil. Denn billig sind die allgegenwärtigen Vollglas-Duschen ja auch nicht gerade. Um das Geld bekommt man schon eine SEHR schicke Wanne, in der man zusätzlich noch duschen kann.

 

Was ist gesünder für die Haut?

Das Reinigungsprinzip beim Duschen und Baden ist grundsätzlich sehr unterschiedlich. Beim Duschen wird etwas fortgespült, meist unter Zugabe von austrocknenden Duschgels. Auch wenn man sich mit purem Wasser abbraust, ist Duschen energetisch gesehen ein Loslösungsprozess. Manche stellen sich zusätzlich vor, wie alles von ihnen abperlt, was sie stresst oder belastet. Wasserfall-Duschen wecken vielleicht romantische Visionen, aber das Leitungswasser ist nun mal kein klarer Gebirgsbach voller Mineralien und negativer Ionen. Duschen kann erfrischen, und wenn das Wasser heiß ist, auch erwärmen. Es hilft beim Wachwerden und kurbelt die Durchblutung an. Die Brause-Armatur ist außerdem unentbehrlich beim Haarewaschen. Früher hat man die Haare im Waschbecken waschen können, aber die modernen Armaturen sind zu niedrig, um irgendwas darunter zu bekommen außer Hände. Welchen Sinn diese mickrigen Wasserhähne haben, ist bis heute nicht geklärt. Trotzdem werden sie überall angeboten und auch gekauft.

Wannen bieten die Möglichkeit, die Haut nicht nur abzuwaschen, sondern ihr auch etwas hinzuzufügen. Zum Beispiel Mineralien in Form von Basenbädern. Oder Düfte durch Zugabe von ätherischen Ölen. Auch kurmäßige Anwendungen, zum Beispiel mit Tonerde, sind möglich. Wannenbäder können eine Wohltat sein nach langen Reisen oder anstrengenden Tätigkeiten. Sie fördern mehr die Entspannung, wirken beruhigend und einschläfernd. Allerdings liegt man beim Baden im eigenen Sud während man beim Duschen nur mit frischem Wasser in Berührung kommt. Wer ohne kurzes Abbrausen aus der Wanne steigt, wird sich aufgequollen, aber nicht gereinigt fühlen.

 

Was ist besser für die Umwelt?

Duschen brauchen eindeutig weniger Wasser, glauben die meisten. Das stimmt aber nur, wenn man nicht länger als zehn Minuten duscht. Für drei Minuten werden zirka 40 Liter Wasser benötigt, während eine Wanne zirka 120 Liter verschlingt. Und wer sagt denn, dass man die Wanne randvoll machen muss? Kleinere Wannen mit 150 bis 160 cm Länge und Sitzwannen sind nicht verschwenderischer als große Duschen mit vielen Düsen. Bei Whirlpools und XL-Badewannen muss auch der Boiler entsprechend dimensioniert sein. Ist es sinnvoll, ständig so viel Warmwasser bereit zu halten, das nur selten gebraucht wird? Andererseits: Eine Wanne kann man eventuell auch zu zweit benutzen, was wiederum Wasser spart.

 

 Foto (C) Irmgard Brottrager
Foto (C) Irmgard Brottrager

 

Warum nicht beides?

Was spricht eigentlich dagegen, Duschen und Badewannen zu kombinieren? Mit Sicherheit wenig, denn die meisten Wannen-Besitzer praktizieren das sowieso. Das einzige Problem ist, dass es wenig schöne Angebote gibt am Markt. In der Praxis hat man eine Badewanne mit flexibler Dusche-Armatur und einen Vorhang als Spritzschutz. Das sieht halt nicht ganz so toll aus wie eine Nurglas-Dusche mit Wasserfall-Brause, die zwar den Kopfscheitel sauber hält, aber unten herum nicht zur Sache kommt. In manchen Trend-Duschen sind auch seitlich Düsen eingebaut, aber da sie nicht höhenverstellbar sind, ist der Nutzen ziemlich fragwürdig. Vor allem langhaarige Menschen haben keine Lust, täglich wie ein begossener Pudel aus der Kabine zu steigen. Wenn genug Platz im Badezimmer ist, kann man sowohl eine Wanne als auch eine Dusche einbauen. Ansonsten lohnt es sich, darüber nachzudenken, wie man beide Funktionen mit gutem und sinnvollem Design vereinen kann. Bei Glasduschen ist zu bedenken, dass man sie nach jedem Gebrauch reinigen muss, damit die tolle Optik erhalten bleibt. Und ist die Transparenz wirklich von Vorteil? Ältere Menschen haben meist andere Sorgen als sich möglichst sexy zu zeigen. Für sie steht eher die Sicherheit im Vordergrund: Wie gelangt man überhaupt in das Gehäuse, ohne auszurutschen und hinzufallen? Nicht alles, was im Trend liegt, macht das Leben besser!

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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