Hanf als alternative Medizin, Energiepflanze und Baustoff

Hanf ist eine der vielseitigsten und wertvollsten Pflanzen auf dem Planeten. Sie wurde in China bereits vor 10.000 Jahren angebaut. Neben ihren wunderbaren feinstofflichen Qualitäten liefert sie Rohstoffe für unzählige Produkte.

Hanfgarn, Foto (C) Tara S / flickr
Hanfgarn, Foto (C) Tara S / flickr

 

Die Legalität von Cannabis ist von der EU nicht geregelt sondern Ländersache. In diesem Artikel geht es nicht um die Verwendung von Hanf als Rauschmittel, sondern um seriöse Verwendungszwecke. Für gesundheitsbewusste Menschen sind Genussmittel aller Art kein Thema, egal ob legal, illegal oder apothekenpflichtig. Wer etwas sucht, um sich zu betäuben oder zu trösten, wird immer etwas finden. Zu den Genussmitteln gehören neben Tabak und Alkohol auch Kaffee, Zucker, Mehlspeisen und vieles mehr, was kurzfristig die Stimmung aufhellt, die Wahrnehmung verändert und das Leben scheinbar leichter macht. Diese Mittel haben Suchtpotential, wirken säurebildend und haben auf einem basenüberschüssigen Ernährungsplan nichts zu suchen. Wegen der berauschenden Wirkung der weiblichen Blüten wird unglaublich viel Wirbel gemacht, so als hätte die Pflanze nichts anderes zu bieten. Die männlichen Pflanzen und der Rest der weiblichen Pflanzen sind völlig harmlos. Der Anbau ist leider streng reglementiert. In Belgien zum Beispiel darf man nur eine einzige Pflanze besitzen, in Kalifornien sind sechs Stück erlaubt. Wer mehr erwerben oder anbauen möchte, braucht eine Sonderbewilligung. Produkte aus Hanf sind meist nur über spezialisierte Händler erhältlich. Aber auch in Bioläden, Reformhäusern und bei Öko-Versandhäusern kann man fündig werden.

 

Medizinische Anwendungen

Die Verwendung von Hanf als Heilmittel hat eine uralte Tradition. Die Pflanze enthält sehr viele Inhaltsstoffe mit pharmazeutischem Wert, die viel zu wenig untersucht werden. Vor allem die Inhaltsstoffe THC und CBD scheinen als Schmerzmittel, Schlafmittel und sogar gegen Krebs zu wirken. In manchen Ländern wie Israel, Österreich, Deutschland, Tschechien und den Niederlanden sind Hanfmedikamente unter ärztlicher Kontrolle zugelassen. In den USA sind bereits über 20 Bundesstaaten zur offenen Legalisierung übergegangen – teilweise nur als Therapiemittel, teilweise auch als Genussmittel. Früher war Cannabis eines der wichtigsten Schmerzmittel überhaupt. Die Liste der Indikationen ist lang und umfasst auch Symptome wie Spasmen, Übelkeit und Migräne.

 

Lebensmittel aus Hanf oder mit Hanf-Bestandteilen

  • Hanfsamen geschält und ungeschält
  • Hanföl
  • Hanftee
  • Hanfmehl
  • Hanf-Aufstriche und Pestos
  • Hanf-Nudeln
  • Hanf-Schokolade
  • Hanf-Milch und Trinkhanf wird aus den Kernen der Hanfsamen gewonnen.
  • Hanfara (Hanfmilchpresskuchen) ist ein Nebenprodukt der Hanf-Milch-Erzeugung mit 30% Eiweiß und 6% Fett. Es eignet sich als Backzutat für Kekse, Brot und Kräcker.
  • Hanf-Proteinpulver mit 50% Eiweiß gehört zu den wertvollsten pflanzlichen Protein-Quellen.

 

Hanfsamen (C) Jason Rogers / flickr
Hanfsamen (C) Jason Rogers / flickr

 

Pflege- und Reinigungsprodukte

  • Körperpflege-Cremes
  • Badezusätze
  • Hautöle und -Lotions
  • Duschgels und Shampoos
  • Waschmittel und Reiniger auf der Basis von Hanf-Tensiden

 

Hanf-Produkte für Tiere und Pflanzen

Hanf-Schäben nennt man den Holzanteil im Stängel, der nach der Fasergewinnung übrig bleibt und zu Häcksel verarbeitet wird. Getrocknete Schäben sind sehr saugfähig und hygienisch, sowie als Gartenmulch und Tiereinstreu geeignet. Hanfmulch soll sogar gegen Schnecken wirken.

  • Hanfschrot und Hanf-Leckerlis als Tierfutter, vor allem für Hunde und Pferde
  • Hanf-Mulch und Hanf-Kompost

  

Hanfgarn

Textilien aus Hanfgarn sind besonders reißfest und dreimal so strapazierfähig wie Baumwolle. Das Material ist auch als biologischer Leder-Ersatz für vegane Schuhe und Taschen geeignet.

  • Kleidung
  • Schuhe und Einlegesohlen
  • Socken
  • Seile
  • Möbelbezüge
  • Taschen, Rucksäcke und Beutel
  • Futons und Matratzen
  • Dichtungshanf für technische Abdichtungen
  • Nussmilchbeutel

 

Papier und Baustoffe

  • Für die Dämmstoff- und Papier-Herstellung werden Hanf-Fasern verwendet. Hanfpapier ist besonders haltbar und griffbeständig. Es ist unter anderem für Banknoten, Bibeln und wichtige Dokumente geeignet.
  • Hanfstroh ist in Form von Quarder- und Rundballen im Handel.
  • Dämmwolle aus Hanf.
  • Hanf-Dämmplatten sind schwer brennbar und in verschiedenen Stärken erhältlich. Sie werden als Wärmedämmung, Trittschalldämmung und Schalldämmstoff eingesetzt.
  • Hanfziegel und -Bretter bestehen aus Hanfschäben, die mit Kalk oder Zement gemischt sind.

 

Industriehanf und Energiegewinnung aus Hanf

Energiepflanzen werden speziell zur energetischen Nutzung angebaut. Hanf könnte neben Mais, Raps, Sonnenblumen, Zuckerrüben, Elefantengras und Topinambur zu den wichtigsten Energiepflanzen zählen, wird aber wegen der Anbaueinschränkungen kaum genutzt. Die Pflanzen wachsen sehr schnell und brauchen nur 100 Tage bis zur Erntereife. Sie benötigen keine Pestizide und verbessern den Boden. Durch die verholzenden Stängel entsteht viel Biomasse, die zum Beispiel in Biogasanlagen verwendet werden kann. Der nachwachsende Rohstoff ist sehr anspruchslos und könnte daher an vielen Orten regional angebaut werden kann.

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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