Sind Kartoffeln wirklich gesund?

Rohe Erdäpfel enthalten das giftige Alkaloid Solanin. Doch wird das mit dem Kochen völlig unschädlich gemacht? Und wie sieht es mit den grünen Stellen aus, mit den Schalen, Augen und Keimen?

Junge Kartoffeln mit zarter Schale, Foto (C) Christian Guthier/ flickr CC BY 2.0
Junge Kartoffeln mit zarter Schale, Foto (C) Christian Guthier/ flickr CC BY 2.0

 

Weitere Verdachtsmomente

  • Wirken Kartoffeln schleimbildend?
  • Führen sie zu Blähbauch?
  • Machen sie dick?

 

Warum sind Kartoffelschalen besonders ungesund?

Erdäpfel isst man am besten mit Schale, ist immer wieder zu hören. Denn in und unter der Schale befinden sich die meisten Nährstoffe. – Ist das wahr? – Alkaloide sind basische Bitterstoffe, die Stickstoff enthalten und die Frucht vor Schädlingen schützen. In diese Kategorie gehören neben dem Nervengift Solanin auch Morphin, Chaconin und Strychnin. Grüne Stellen in der Schale deuten auf einen hohen Solanin-Gehalt hin. Wenn die Kartoffeln nicht dunkel und kühl gelagert werden – was im Supermarkt normal ist – ist mit einem Anstieg der Giftstoffe zu rechnen. Die Giftigkeit ist eine Frage der Dosis. Junge und dunkel gelagerte Erdäpfel sind weniger belastet als ältere, die bereits Keime bilden. Es sind sogar Todesfälle bekannt, die durch extrem giftige Kartoffeln verursacht wurden. Leichtere Vergiftungen äußern sich durch Bauchschmerzen, Übelkeit und Kopfweh.

 

Wie viel Solanin verträgt ein Mensch?

Durchschnittliche Kartoffeln enthalten 20 bis 100 Milligramm Alkaloide pro Kilogramm. Diese Werte können bei falscher Lagerung ansteigen. Laut WHO ist ein zart gebauter Mensch, der 50 Kilogramm wiegt, mit 50 Milligramm Alkaloide bereits in toxischen Bereich. 3 bis 6 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht können sich tödlich auswirken. Würde dieser Mensch also 1,5 Kilogramm Erdäpfel auf einmal essen, müsste er bereits um sein Leben bangen. Da bis zu 200 Milligramm pro Kilogramm Kartoffeln zugelassen sind, besteht im schlechtesten Fall bereits bei 0,75 Kilogramm Lebensgefahr! Gar nicht zu reden von Kartoffeln, die den Grenzwert von 200 Milligramm pro Kilogramm überschreiten! Besonders gefährdet sind Kinder und zierliche Frauen mit wenig Körpergewicht. Ein bis zwei Knollen mit Schale können ausreichen, um ein Kleinkind ins Jenseits zu befördern. Außerdem wird schwangeren Frauen abgeraten, Kartoffeln zu essen, weil das ungeborene Kind geschädigt werden könnte.

 

Was kann man tun, um die Verträglichkeit zu verbessern?

Todesfälle sind zwar sehr selten, aber leichte Vergiftungen kommen häufig vor. Wenn Kartoffeln bitter schmecken und Verdauungsbeschwerden verursachen, sollte man sie lieber bleiben lassen. Vor allem sollte man Kartoffeln nicht auf Vorrat kaufen, wenn man keine idealen Lagermöglichkeiten besitzt. Sie könnten sonst mehr schaden als nutzen. Kleine Kartoffeln sind gefährlicher als große, weil sie relativ mehr Schale besitzen. Bio-Kartoffeln sind nicht gesünder, weil sie nicht weniger Alkaloide aufweisen. Beim Kochen geht ein Teil der Schadstoffe in das Kochwasser, weshalb man das Wasser auf jeden Fall wegschütten sollte. Rohe Kartoffeln sind in geringen Mengen genießbar, aber nicht zu empfehlen, weil die Kartoffelstärke schwer verdaulich ist. Solanin ist grundsätzlich hitzebeständig. Es wird durch Kochen nicht unschädlich, sondern nur ausgeschwemmt. Keime und Augen sollte man immer wegschneiden, weil sie besonders viele Alkaloide enthalten.

So sollte man Kartoffeln nicht lagern! Foto (C) Bob / flickr CC BY 2.0
So sollte man Kartoffeln nicht lagern! Foto (C) Bob / flickr CC BY 2.0

 

Wirken Kartoffel schleimbildend?

Kartoffeln stehen auf der Liste der schleimbildenden Lebensmittel laut Arnold Ehret. Zwar nicht ganz oben, sondern ziemlich weit unten hinter Nüssen, Hirse, Amaranth und Quinoa. Ganz oben stehen Milchprodukte. Danach kommen Fleischprodukte, Fisch, Eier, Buchweizen, Reis, Hülsenfrüchte, Sojaprodukte und Getreideprodukte. Bei Buchweizen und Hülsenfrüchten kann man den Schleim ausschwemmen, indem man die Körner einweicht, ankeimen lässt und mehrmals durchspült.

 

Kann ein Blähbauch von Kartoffeln kommen?

Wenn sich der Bauch nicht mehr einziehen lässt, kann man von Blähbauch sprechen. Der Genuss von Kartoffeln kann dazu führen, dass der Bauch binnen Minuten anschwillt. Wer zu Blähbauch neigt, sollte Kartoffeln ebenso meiden wie Milchprodukte, Reis, Brot, Süßigkeiten und Teigwaren. Kohlenhydratreiche Lebensmitteln sind nicht leicht verdaulich, sondern liegen relativ lange im Verdauungstrakt.

 

Verursachen Kartoffeln Übergewicht?

Kartoffeln enthalten viel Stärke und sind daher für eine kohlenhydratarme Ernährung nicht geeignet. Vor allem Kartoffeln kombiniert mit Fett sind eine ungünstige Kombination, wenn man unerwünschte Pfunde loswerden möchte. Mit der klebrigen Kartoffelstärke lassen sich übrigens nicht nur Suppen binden, sondern auch Kleister herstellen.

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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