Wie schädlich sind Nachtschattengewächse?

Ernährungsexperten sind sich nur in einem einig: Gemüse ist gesund! Ja, wirklich? Und was ist mit den Nachtschattengewächsen? Neben Kartoffeln stehen auch Paprika, Tomaten, Auberginen, Chili und Goji-Beeren im Visier.

Auberginen, Foto: Tony Hisgett / flickr CC BY 2.0
Auberginen, Foto: Tony Hisgett / flickr CC BY 2.0

Sogar der bekannte Humanmediziner und Buchautor Ruediger Dahlke erklärte in einem Interview, dass er Nachtschatten-Gemüse weglässt. Ob Kartoffeln wirklich gesund sind, wurde bereits in einem eigenen EFS-Artikel beleuchtet.

Nachtschatten-Gemüse kann schädlich sein – muss es aber nicht

Nachtschatten-Gewächse enthalten Giftstoffe, die Entzündungen auslösen können. Manche Menschen vertragen diese Stoffe besser, andere weniger. Die Verträglichkeit ist unter anderem von der Blutgruppe abhängig. Besonders gefährdet sind Menschen mit Autoimmunerkrankungen und durchlässigem Darm. Wer sich nicht sicher ist, ob er Nachtschattengemüse verträgt oder nicht, sollte mal eine Zeitlang bewusst auf darauf verzichten. Wenn dann diverse Beschwerden besser werden, ist es ratsam, Tomaten und & Co vom Speiseplan zu streichen. 

Giftige und weniger giftige Nachtschattengewächse (Solanaceae) 

Wenn man die Angehörigen dieser Pflanzenfamilie näher betrachtet, muss man feststellen, dass man sich in gefährlicher Gesellschaft befindet. Die Namen der Pflanzen sprechen für sich. Selbst Solananceae mit essbaren Früchten sind teilweise giftig. Die Blätter von Tomaten, Paprika und Kartoffeln sind bekanntlich nicht genießbar. Einige Arten wie die Tollkirschen wirken sogar tödlich giftig, wenn man sie in größeren Mengen verzehrt.

  • Tollkirsche: Lebensgefährlich vor allem für Kinder. Nicht nur die Beeren, sondern alle Pflanzenteile sind stark giftig.
  • Engelstrompete: Die dekorative Zierpflanze kann allein durch ihren Duft zu allerlei Symptomen führen – bis hin zu tödlichem Atemstillstand. Alle Teile, inklusive Wurzeln und Samen sind stark giftig.
  • Schwarzer Nachtschatten: Er sieht aus wie Kartoffelpflanzen oder Physalis und ist recht häufig in der Natur zu sehen. Die Giftigkeit ist umstritten, denn die Pflanze gehört zu den traditionellen Heilpflanzen. Auf keinen Fall sollte man die Kerne der schwarzen Beeren essen.
  • Schwarzes Bilsenkraut, Hexenkraut: Die Pflanze hat eine berauschende Wirkung, die zu starken Vergiftungen und Atemlähmung führen kann. Also Finger weg von dieser „Zauberpflanze“!
  • Petunie: Die beliebten Balkonblumen können nicht nur Menschen zu schaffen machen, sondern auch Haustiere vergiften.
  • Stechapfel: Bereits in geringen Mengen stark giftig und in größeren Mengen lebensgefährlich.
  • Bocksdorn, Gojibeeren: Gojibeeren zählen zu den vielgepriesenen und hochpreisigen Superfoods. Sie enthalten reichlich Atropin – ein giftiges Tropan-Alkaloid, das in größeren Mengen zur Bewusstlosigkeit und Atemlähmung führen kann.
  • Alraune: Die traditionelle Ritual- und Zauberpflanze enthält die toxischen Alkaloide Hyoscyamin und Scopolamin. Sie kann eine tödliche Atemlähmung hervorrufen.
  • Nicandra, Giftbeere, Blaue Physalis: Gehört zu den gefährlichen, psychoaktiven Pflanzen mit giftigen Nebenwirkungen. Besonders giftig sind die Wurzeln.
  • Physalis, Lampionpflanze, Blasenkirsche, Andenbeere, Judenkirschen, Kapstachelbeeren: Bei dieser Pflanze mit den vielen Namen und hübschen Früchten kommt es auf die Sorte an. Wer auf  Nummer Sicher gehen will, sollte sie lieber nicht in großen Mengen essen.
  • Tollkraut: Die krautige Pflanze ist ähnlich giftig wie die Tollkirsche.
  • Spaltblume, Bauernorchidee, Schizanthus: Alle Pflanzenteile sind stark giftig.
  • Tabak: enthält giftiges Nikotin.
  • Melanzani, Auberginen, Eierfrüchte: Das beliebte Gemüse ist unreif und roh als leicht giftig einzustufen. Moderne Züchtungen sind unbedenklich, wenn man sie schält. Vor dem Kochen sollte man den ungesunden Pflanzensaft herausziehen, indem man die Frucht in dünne Scheiben schneidet und mit Salz bestreut.
  • Unreife Tomaten: Leicht giftig.
  • Grüne Paprika: Leicht giftig 

Der Reifegrad ist entscheidend

Das Wichtigste beim Verzehr von Nachtschattengemüse ist, dass die Früchte ausgereift sind. Da dies bei Supermarkt-Gemüse nur selten der Fall ist, sollte man den Verzehr möglichst einschränken oder komplett darauf verzichten. Moderne Sorten sind besser verträglich als alte Sorten. Da sich das meiste Gift in den Kernen und in den Schalen befindet, sollte man Kartoffeln, Auberginen, Paprika und Tomaten möglichst schälen. Durch Kochen werden die Gifte nicht unschädlich gemacht, aber herausgeschwemmt – vorausgesetzt, man schüttet das Kochwasser weg.

Tomaten, Foto: Dwight Sipler / flickr CC BY 2.0
Tomaten, Foto: Dwight Sipler / flickr CC BY 2.0

Giftige Alkaloide

Alkaloide sind natürliche Insektizide gegen Fressfeinde.

  • Solanin wirkt beim Menschen stark hemmend auf das Enzym Cholinesterase. Muskelkrämpfe und Steifigkeit nach langem Sitzen können die Folge sein. Solanin kann außerdem die Zellwände in der Darmwand zerstören und den Darm durchlässig machen.
  • Nikotin: Auch Nikotin zählt zu den Alakloiden. Nikotinhaltige Nachtschattengewächse haben ein Suchtpotential!
  • Capsaicin kommt in Chili und scharfen Paprika vor.
  • Calcitrol kann dazu beitragen, dass die Gefäße, Sehnen und Gelenke verkalken.
  • Lektine in Tomaten können bei Menschen mit den Blutgruppen A und B zu Stoffwechselstörungen führen. Lektine in Kartoffeln sind für die Blutgruppen 0 und A gefährlich. Menschen mit den Blutgruppen A und AB sollen bei Paprika und Chilis aufpassen.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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